Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Für Krimis sind Motive genauso wichtig wie für die Fotografie. Im Leben gibt es aber meist nur Platz für einen.

Schreiben ohne Motive

Nein, es geht nicht um Motivation, sondern tatsächlich um Motive. Aber nachfragen darf man, schließlich sind meine Tippfehler mittlerweile legendär. Allerdings beziehen sich die Motive nicht auf das Thema Krimis schreiben. Ich erwähnte es bereits, das Thema habe ich für mich an den Nagel gehängt. Zwar werden hier im Blog noch ein paar Fragmente (etwa über die Weihnachtsfeiertage mit Auszügen aus dem „Eifelclub“) auftauchen. Generell jedoch sehe ich mich nicht in der Lage, etwas wirklich Neues zu produzieren.

Mir fehlt da vor allem auch die Motivation beim Schreiben. Im Übrigen, was nicht fehlt, sind Quellen der Inspiration. Anders als allgemein angenommen ist Ostfriesland nämlich kein ruhiges und friedliches Pflaster. Krimi-Autoren finden hier genügend Material, ganz ohne Großstadt. Das aber wäre wieder ein komplett anderes Thema.

Abgesehen davon wollte ich nicht über das Schreiben schreiben, sondern über die Fotografie. Derzeit liegen beim mir einige Bücher auf verschiedenen Zimmer verteilt herum, die ich so gut es geht, parallel lese. Eines davon ist „Streetfotografie – Die Kunst, einzigartige Augenblicke einzufangen“ von Jochen Müller. Aufgefallen ist mir der sympathische Düsseldorfer Müller bei YouTube. Auch wenn ich nicht allem zustimme, was er schreibt, so schreibt er doch auf unterhaltsame und lesenswerte Art zum Thema.

Nach gut 22 Jahren Digitalfotografie setzt sich bei mir langsam die Erkenntnis durch, dass für mich die Streetfotografie das Genre ist, welches mich am meisten fasziniert.

Morgens in Emden

Gute Motive für ein Foto zu finden, dafür gibt es unterschiedliche Ansätze. Meiner ist derzeit, mich einfach treiben zu lassen und auf den Zufall zu hoffen. Gute Motive findet man dabei nicht nur in großen Städten wie Düsseldorf und Köln — wobei mich hier ärgert, wie wenig ich die Locations nutzte, als sie noch vor der Haustür lagen.

Heute Morgen klingelt der Wecker (eigentlich Echo von Amazon) bereits um 6:30 Uhr. Meine Frau musste zur Schule, die Klausuraufgaben für einen Nachschreibenden abgeben. Für mich ergab sich daraus die Gelegenheit, an neuen Plätzen Motive suchen zu gehen.

Leichter Nebel begleitet uns genauso wie eine schneidende Kälte auf den Weg zur Schule. Vorbei an Grachten, auf denen sich Vögel versammelt hatten. Das wären auch schöne Motive gewesen, aber dazu hätte ich eine andere Kamera mit einem Teleobjektiv mithaben müssen. Überlässt man viel dem Zufall, ist man manchmal falsch ausgerüstet. Mittlerweile nehme ich das aber gelassen in Kauf.

Während meine Frau in der Schule weilte, macht ich mich im Umkreis auf die Jagd. Entscheidend bei mir ist immer, dass ich oft ein bestimmtes Motiv im Kopf habe und das Foto selten am Ende so aussieht, wie die Kamera es geschossen hat.

Anders als Müller bin ich ein Freund der Nachbearbeitung. Die gibt es schon seit den Anfängen der Fotografie und ist ein wichtiger Prozess. Auch für wahre Meister der analogen Fotografie wie Ansel Adams gehörte sie dazu, um ihre Vorstellung umzusetzen.

JPEG oder RAW?

Zum Schluss noch mal meine Antwort auf die immer wieder auftauchen Frage, ob man besser in JPEG oder RAW fotografieren sollte. Ausschließlich in JPEG zu fotografieren, halte ich für einen Fehler, denn JPEG ist kein verlustfreies Dateiformat. Es wird immer wieder Momente geben, ob früher oder später, wo man noch mal ganz neu an ein Foto herangehen möchte. Jemand wie Ansel Adams hat schließlich auch nicht seine Negative weggeworfen. Von gibt es auch Bilder von ein und demselben Negativ, die er mit zeitlichem Abstand anders entwickelt hat. Die eigene Sichtweise ändert sich, zudem gewinnt man auch an Erfahrung (im besten Fall). Gute Motive noch mal neu zu interpretieren, die Chance gewährleistet am besten das RAW-Format.

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