Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Knecht Ruprecht für Wirecard

Bei Knecht Ruprecht handelt es nicht um Gegenspieler vom Nikolaus. Er ist eine Art Vollzugsbeamter.

Der Wirecard-Komplex

Am kommenden Donnerstag beginnt in München der Prozess gegen den ehemaligen Wirecard-Chef Markus Braun. Laut Süddeutscher Zeitung umfasst die Anklageschrift 474 Seiten. Während die Staatsanwaltschaft davon überzeugt ist, dass es die fehlenden 1,9 Milliarden nie gegeben hat, spricht Braun von einem gigantischen Raub des Geldes.

Dein Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anders.
Jan Marsalek

Geklaut oder nie vorhanden, für diejenige, die Geld in Aktien von Wirecard gesteckt haben, ist das relativ egal. Mit einer 99,9 % Wahrscheinlichkeit werden sie ihr Geld nie wiedersehen. Wie so oft kann man am Beispiel Wirecard lernen, wie schlecht die Idee ist, zum Kauf von Aktien Schuld aufzunehmen.

Der Absturz des Unternehmens wäre eigentlich nichts besonders. Viele Start-ups sind auf Sand gebaut. Was Wirecard heraushebt, ist zum einen der enorme Geldbetrag. Bei 1,9 Milliarden kann man definitiv nicht von Peanuts sprechen. Zum anderen gab es wohl bewusste Wegschauen beziehungsweise nicht wahrhaben wollen seitens der Bankenaufsicht und Politik. Das Ganze ist daher ein Skandal, der uns noch lange beschäftigen wird. Wie viel Schuld Braun trägt, wird vor Gericht geklärt — hoffentlich. Ob Jan Marsalek sein Komplize oder Kopf der Bande gewesen ist, ist unklar und könnte es auch leider bleiben.

Definitiv sicher dürfte sein, dass weder Braun noch Marsalek etwas vom Nikolaus bekommen. Sie sind ein typischer Fall für Knecht Ruprecht.

An Nikolaus Seite: Knecht Ruprecht

In meiner Kindheit gab es nicht nur den Nikolaus am 6. Dezember, sondern auch seinen Gehilfen Knecht Ruprecht. Stand im goldenen Buch von Nikolaus, dass ein Kind unartig gewesen sei, so stopfte es Knecht Ruprecht in seinen Sack — hieß es zumindest. Mitbekommen habe ich so was genauso wenig wie die Anwendung der Prügelstrafe durch Knecht Ruprecht (mit seiner Rute).

Schaut man sich so in diversen Süßigkeiten-Abteilungen um, gibt es dutzende Varianten von Schoko-Nikoläusen. Aber eine Knecht Ruprecht habe ich noch nie gesehen. Vermutlich ist er auch fast ganz aus dem Brauchtum verschwunden.

Verschwunden sind vermutlich auch alle Stutenkerle, wenn ich nach Feierabend einkaufen gehe. Die gibt es in Ostfriesland ja nur zum heutigen Stichtag. Egal, für mich ist der diesjährige Adventskalender von meiner Frau und mir ehedem das Beste an der Adventszeit. Hinter 24 Türchen verbergen sich mindestens 24 H0 Figuren. Während meine Frau morgens das jeweilige Türchen aufmachen darf, obliegt es mir im Laufe des Tages, von der Figur ein Foto zu machen. Beim Frühstück beratschlagen wir gemeinsam, wie ich das Foto passend inszeniere.

Heute Morgen fiel die Wahl auf Dominosteine. Allerdings hat die wohl Knecht Ruprecht gegessen, es waren jedenfalls keine da. Spritzgebäck musste als Ersatz herhalten, wobei mir das mit dem Knoblauch sogar noch besser gefällt. Den kann man ja an Nikolaus bösen Kindern geben.

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