Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Bürgergeld statt Menschenrechte

Mit dem Bürgergeld der Große Koalition wird nicht alles besser. Nur wenig mehr als der Name Hartz IV ändert sich.

Vorsprung durch Wissen

An so Tagen wie heute weiß ich beim Schreiben nicht, wo ich anfangen soll. Bereits gegen Mittag ging die Frustration über die Pegelanzeige hinaus. Eine Zustellung von UPS konnte ich nicht entgegennehmen, weil ich in einer Videokonferenz war. Jetzt darf ich das Paket wieder irgendwo abholen. Bei DPD wäre das nicht passiert. Da hätte es zum Klauen vor der Haustür gelegen.

Frustriert bin ich auch über das Lychee-Update von gestern. Wir erinnern uns, die Sache mit den Fehlschlägen. Nun, vor Arbeitsbeginn habe ich Synology Photos ausprobiert. Für meine Zwecke eher unbrauchbar, denn das Teilen von Alben ist doch deutlich komplizierter als beworben. Die eingestellte URL wird nämlich von meiner Nextcloud belegt. Zudem fühl sich das Handling merkwürdig an.

Über die naheliegende, wenn auch nicht selber gehostete Alternative, bin ich dann nur per Zufall gestolpert. Ich kann über Lightroom online Alben zur Ansicht freigeben. Da ich Alben zur Synchronisierung in Lightroom Classic definieren kann, ist mein gesamter Workflow wesentlich eleganter. Nur um ein paar Bilder zeigen zu können und kein Gewickel mit Updates zu haben, passt diese Lösung einfach besser für mich.

So was muss man halt nur wissen.

Hartz IV heißt jetzt Bürgergeld

So wie man von der Innenstadtkonferenz in Emden zum Thema autofreie Innenstadt hätte wissen müssen, um daran teilzunehmen. So schrieb die Emder Zeitung „Autofreie Innenstadt zog nur 20 Bürger in den Bann“ heute. Ganz toll. Eine Ankündigung an sichtbarer Stelle vorher hätte mit Sicherheit mehr Interessierte dahin gelockt. Zumindest mich. Mich interessiert das Thema autofreie Innenstadt nämlich brennend.

Kommen wir aber zum nächsten Reizthema des Tages Hartz IV bekommt ein Rebranding. Bürgergeld nennt sich das jetzt und es soll sogar 53 Euro mehr für die Betroffenen geben. Für die Süddeutsche Zeitung schreibt darüber sehr treffen Ronen Steinke im Essay „Armes Deutschland“. Bereits in der Einleitung findet Steinke passende Worte:

Die Debatte um das Bürgergeld zeigt die herablassende Gönnerhaftigkeit von Politik und Gesellschaft.

Wenn man den Text von Steinke liest, kann einem schon die kalte Wut hochkommen. Die Bezeichnung Bürgergeld ist zynisch. Es sind Almosen, die nicht mal die realen Ausgaben decken. Ein Menschenrecht auf würdiges Leben gilt halt nur dann, wenn man eine ordentliche Beschäftigung hat. Dann bekommt man auch fette Corona-Zulagen und Inflationsausgleich.

Je mehr ich über das Bürgergeld lese, desto mehr schäme ich mich. Für die unsere Gesellschaft, für unsere Politiker und für mich, der sich mit Luxusprobleme (siehe oben) herumschlägt.

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