Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Das Leben besteht aus Kompromissen und Deals. Über die Qualität der Verhandlungsergebnisse sagt das noch nichts aus.

Irgendwas mit Trump

Von Donald Trump sagte man, er sein ein großer Dealmaker. Nach den Midterms in den USA, die für ihn, sagen wir mal suboptimal liefen, scheint zumindest ein Deal auf der Kippe zu stehen. Trumps Deal mit den Republikanern, bei der nächsten Präsidentschaftswahl nochmal anzutreten. Insbesondere aus Florida trifft ihn ein Hurrikan namens Ron DeSantis hart. Ein Gegner innerhalb der Partei, der jünger, härter, smarter — vor allem aber juristisch sauber ist.

Persönlich warte ich auf den Tag, an dem die einzigen Deals, die Trump noch machen, die mit einer Staatsanwältin oder einem Staatsanwalt sind, um seine Haftstrafe zu reduzieren.

So wie die bisherigen Ergebnisse der Zwischenwahlen in den USA aussehen, ist Joe Biden ziemlich gut davon gekommen. Auch wenn die Republikaner wohl im Kongress und im Senat eine dünne Mehrheit erreichen werden, ist es wesentlich weniger schlimm als erwartet. Die „rote Flut“ (nach der Parteifarbe der Republikaner) ist ausgeblieben. Vor allem kandidierende Höflinge von Donald Trump verloren. Was selbstverständlich nicht die Schuld von Trump ist, der ist nur verantwortlich, wenn einer seiner Lieblinge gewinnt. Verantwortung sieht anders aus, aber Trump ist bekannt dafür, sich immer aus selbiger zu stehlen.

Schlechte Deals

Man muss aber nicht über den Atlantik schauen, wenn man sich mit Deals, vor allem mit schlechten Deals, beschäftigen möchte. Bei uns haben wir dafür zum Beispiel die FDP, die derzeit unglücklicherweise mit an der Regierung beteiligt ist — was an sich schon ein schlechter Deal gewesen ist.

Von Bundesfinanzminister Christian Lindner gab es jüngst neue Signale hinsichtlich eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Die FDP ist im Prinzip dagegen. Schon aus Prinzip, man ist schließlich freiheitsliebend-liberal und versteht sich auch recht gut mit der Autoindustrie. Aber eben auch mit der Atomindustrie, aufgrund dessen Herr Lindner für die Grünen (die ein Tempolimit befürworten, aber gegen Atomkraft sind) einen interessanten Deal aus der Tasche zog.

In einem Interview zeigte sich der FDP-Politiker überraschend offen für ein Tempolimit. Allerdings unter der Bedingung, dass die Grünen einer AKW-Laufzeitverlängerung zustimmen würden. Hört sich nach einem guten Deal an, bis man das Kleingedruckte liest. Das Tempolimit solle nur solange gelten, wie die AKWs noch im Betrieb seien.

Was immer Christian Lindern genommen hat, nehmen sie es bloß nicht. Es scheint merkwürdige Sachen mit einem zu machen. Das, was Lindern da vorschlägt, ist kein Deal, sondern ein über den Tisch ziehen.

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