Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ambitionierte Hobbyfotografen profitieren bei Verwendung einer CFexpress Speicherkarte von Lexar. Ein Praxisbeispiel mit Sonnenaufgängen.

Von Sonnenaufgängen

Um Sonnenaufgänge im Herbst zu fotografieren, braucht man Geduld, einen warmen Schal und eine gute Speicherkarte. Warum letzteres wichtig ist, erkläre ich später. Fangen wir der Reihe nach an. Sonnenaufgänge sind für mich schon immer ein schwieriges Thema gewesen. Naturgemäß gehöre ich nicht zu den Frühaufstehern, bin aber auch kein Langschläfer. Allerdings mag ich es nicht, im Dunklen aufzustehen. Auch nicht im Urlaub. Daher ist das Fotografieren von Sonnenaufgängen recht schwierig für mich. Zum Glück gibt es jedoch bestimmte Feiertage, die in den Bundesländern unterschiedlich sind.

Hier in Niedersachsen feierten wir gestern Reformationstag, während heute in Nordrhein-Westfalen an Allerheiligen die Arbeit ruht — in Ostfriesland ist der Dienstag ein normaler Arbeitstag und auch der erste Tag nach den Herbstferien. Mit anderen Worten, meine Frau muss zur Schule, während ich zu Hause bleiben kann. Oder aber die Gelegenheit nutze, um endlich mal einen Sonnenaufgang zu fotografieren, denn ich habe dank meines Arbeitgebers in NRW heute frei und kann nach der Exkursion einen Mittagsschlaf machen.

Ein guter Plan, nur habe ich etwas unterschätzt, wie kalt der Wind sein kann, wenn man geduldig versucht, am selben Fleck auszuharren. Einen Schal hatte ich nicht mit, dafür aber eine CFexpress Speicherkarte von Lexar in meiner Kamera. Das hat Gründe. Vorweg allerdings der Hinweis, dass mir die Karte zum Testen vom Hersteller überlassen wurde, was wie immer keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Mehr speichert mehr

Digitale Fotografie und Speicherkarten sind sehr eng miteinander verbunden. Dabei sind CFexpress derzeit die schnellste wechselbare Speicherlösung. Bevor ich aber auf die Geschwindigkeit eingehe, sehen wir uns erstmal die Speichergröße an.

Die von mir verwendete CFexpress Speicherkarte von Lexar hat sagenhafte 256 GB. Ganz bewusst spreche ich hier von sagenhaft, denn ziemlich deutlich sind mir meine ersten Schritte in der Digitalfotografie noch präsent — allein schon ein Blick in Lightroom und auf die ersten Fotos darin spricht Bänden.

Die erste Digitalkamera, welche ich in den Händen hatte, war von Sony und speicherte auf 3,5 Disketten. Das waren 1,44 MB an Speicher für Fotos, die damals ausschließlich als JPEG gesichert wurden. Immerhin, man konnten viele Bilder auf entsprechend vielen Disketten speichern. Disketten waren damals günstiger als SmartMedia Speicherkarten. Das war das Speichermedium meiner ersten eigenen Digitalkamera, der Ricoh RDC-5300. Neben dem internen Speicher von 8 MB hatte ich eine Speicherkarte von 16 MB. Mit dieser Ausrüstung war ich dann 2001 vierzehn Tage in Kenia. Um viele Fotos machen zu können, stellte ich die Kamera auf eine Auflösung von 896 x 600 Pixel ein (statt die beste Auflösung, 1.792 x 1.200). Mehr wäre hier wirklich besser gewesen, denn bereits aus der Sicht von damals waren die Fotos in Bezug auf die Auflösung grenzwertig. Fotografisch gesehen hinterließ der Kenia-Urlaub ein leichtes Trauma.

Hin zu SD-Karten

Die nächste richtige Digitalkamera in meinem Besitz hörte auf den Namen Canon PowerShot A590. Bei dieser Kamera ließen sich die Fotos (auch wiederum nur als JPEG) auf SD-Karten speichern. Die Kamera kaufte ich zusammen mit einer 32 MB Karte, auf der ich die Fotos in höchster Auflösung im Format 3.264 x2.448 Pixel speichern konnte. Die SD-Karten waren damals teuer, sodass ich mir erst sehr viel später eine 4 GB Karte für die Kamera kaufe — kurz bevor ich von der Kamera zum iPhone wechselte, welches mit mehr Speicher und besser Auflösung punkten konnte. Auf diese länger Episode mit wechselnden iPhone-Modellen folgte dann die Sony a 6000 mit 6.000 x 4.000 Pixeln und für mich zum ersten Mal der Möglichkeit, im RAW-Format aufzunehmen. Im Ergebnis entspricht das etwa 24 MB pro Foto auf der Speicherkarte.

An dieser Stelle wird es Zeit für ein Geständnis. Bis zum Kauf meiner Sony A 7 IV habe ich mir hinsichtlich der Speicherkarten keine Gedanken in Bezug auf die Geschwindigkeit gemacht. Genau genommen gab es nur zwei Punkte, die mir wichtig waren. Größe der Speicherkarte (mehr ist mehr, siehe oben) und Hersteller. Nicht irgendein günstiges No-Name-Produkt zu verwenden wird für einen persönlich dann wichtig, wenn man mit solchen schon mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Es ist frustrierend, wenn statt über 400 Bilder von einem Urlaub nur ein Lesefehler beim Versuch, die Speicherkarte auszulesen, angezeigt wird. Man sollte immer auch im Hinterkopf haben, dass die Anzahl der Schreibvorgänge bei einer SD-Karte begrenzt ist. Früher oder später ist eine Karte einfach durch.

CFexpress Speicherkarte von Lexar

Mit der neuen Kamera setzte bei mir auch ein Umdenken ein. In der Alpha 7 IV können sowohl SD-Karten als auch CFexpress verwendet werden. Für mich war CFexpress bis dahin Neuland, also fing ich an, mich mit beiden Kartentypen näher zu beschäftigen.

Neben der Speichergröße ist auch die Geschwindigkeit, mit der Daten auf die Karte geschrieben werden, ein wichtiger Faktor. Wer der Auslöser bei einem Motiv nur einmal drückt, muss sich damit nicht näher beschäftigen. Wenn man aber Serienbilder macht, sieht das Ganze schon anders aus. Damit sind wir dann auch wieder beim heutigen Sonnenaufgang. Um es mal in Zahlen zu fassen: In weniger als einer Stunde sind 934 Fotos entstanden. Das sind natürlich alles völlig verschiedenen Fotos. Wenn man zum Beispiel in den Sonnenaufgang hinein ein Schwarm Zuggänse fotografiert, drückt man sehr oft auf den Auslöser.

Zwei Dinge können dabei passieren. Die Kamera speichert alles ordentlich ohne Aussetzer weg, weil man wie ich eine CFexpress Speicherkarte von Lexar mit einer Schreibgeschwindigkeit von 600 MB/s drin hat. Oder aber nach einer Reihe von Serienfotos kommen die ersten Aussetzer und es wird nur noch mit Verzögerung aufgenommen. Grund dafür ist nicht die Kamera, sondern die Speicherkarte, auf die geschrieben wird.

Zahlenspielerei für Fotografen

Für meine Sony a 6000 habe ich unter anderem eine 32 GB SanDisk Ultra mit einer Schreibgeschwindigkeit von 120 MB/s. Beim Typ Extrem gleichen Hersteller wären es bereits 200 MB/s. Die Lexar Professional schafft 300 MB/s. Bei der CFexpress von Lexar sind es dann 600 MB/s.

Um die Bedeutung der Speichergeschwindigkeit auf den Grund zu gehen, müssen wir uns zwei Dinge anschauen. Größe der Foto-Datei (in meinem Fall unkomprimierte RAW-Files) und Puffer der A 7 IV. Laut Sony lassen sich 10 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Der Aufnahmen werden im Puffer zwischengespeichert und dann auf die Karte geschrieben. Hält man den Auslöser für Serienbilder gedrückt, muss der Puffer schnelle genug geleert werden, um Platz für neue Aufnahmen zu schaffen. Andernfalls sinkt die Aufnahmegeschwindigkeit unter 10 Bilder pro Sekunde.

Unkomprimierten RAW-Dateien haben eine Größe von ca. 70 bis 75 MB. Bei 10 Bildern pro Sekunde sind das 750 MB. Bei einer SD-Karte, auf die maximal 120 MB/s geschrieben werden können, entsteht so ein Nadelöhr. Ärgerlich, wenn man dann den Moment verpasst, den man unbedingt fotografiert haben wollte (Vögel bleiben nicht in der Luft stehen, bis die Kamera wieder so weit ist für die nächste Aufnahme).

Mit der CFexpress Speicherkarte von Lexar mit 600 MB/s gab es heute bei mir kein Problem — auf der Karte kann einfach schnell genug gespeichert werden.

Achtung Type-Frage

Ob man eine CFexpress Speicherkarte benötigt, muss jeder für sich selber beantwortet. Pauschal lässt sich das nicht sagen, zumal der Preisfaktor bei Speicherkarten nicht unwichtig ist. Wer selten bis nie Serienbildaufnahmen macht, für den wird eine SD-Karte ausreichen. Man sollte allerdings für etwas Luft sorgen und beim Kauf auf die Schreibgeschwindigkeit achten. Die Lexar Professional Gold ist meiner Meinung nach eine gute Wahl mit 300 MB/s und einem guten Preis.

Wer oft Serienbilder macht und auch in Situation wie ich heute Morgen, der sollte auf jeden Fall zu einer CFexpress Speicherkarte greifen. Ob das möglich ist, kann man den technischen Spezifikationen zu seiner Kamera entnehmen. Darin steht auch, welchen Type CFexpress Speicherkarte man nehmen kann. Während Canon, Nikon und Panasonic (bei der Lumix) auf Type B setzen, verwendet Sony den Type A. Dabei hat Type A eine deutlich kleinere Baumform. Mit anderen Worten, anders als bei SD-Karten ist es hier wirklich entscheidend, für welche Kamera man die CFexpress Speicherkarte kauft.

Apropos kaufen. Wie bei Objektive auch sind Speicherkarten vom Kamerahersteller deutlich teurer als von Drittherstellern. Für meine Sony A 7 IV macht das bei gleicher Speichergröße und Schreibgeschwindigkeit mal eben 100 Euro Unterschied aus. Für mich ein guter Grund, warum ich die CFexpress Speicherkarte von Lexar uneingeschränkt empfehlen kann.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner