Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Technologische Errungenschaften können unerwartet Fallstricke mit sich bringen. Gut feststellbar am eigenen Smart Home.

Smarte Spülmaschine

Nach gut zwei Jahren kann ich für mich persönliche eine erste Bilanz zum Thema Smart Home ziehen, auch wenn nur ein kleiner Teil im Haus wirklich „smart“ ist. Ehrlich gesagt, um schon mal das Fazit vorweg zunehmen, reicht mir das auch schon. Mit dem Smart Home ziehen nämlich auch einige Fallstricke ein, die einen selber dann nicht smart, sondern wie der letzte Depp dastehen lassen.

Zum Beispiel mich gestern Abend. Nach dem Essen wollte ich „nur mal eben schnell“ die Spülmaschine anschalten. Seitdem wir die neue Küche haben, besitzen wir eine smarte Spülmaschine von Neff. In meinem Ehrgeiz, alles was möglich ist, auch ins Internet of Things einzubinden, verband ich die Spülmaschine mit dem WLAN. Eigentlich eine blöde Idee, denn die Funktionen nutze ich nicht. Die Spülmaschine ist fertig, wenn sie fertig ist. Eine Push-Benachrichtigung auf mein Handy brauche ich nicht.

Jedenfalls, als ich das die Spülmaschine anschalten wollte, blinkte das WLAN-Symbol an der Spülmaschine. Macht nichts, dachte ich, wählte das Programm und drückte auf Start. Nichts passierte. Auch beim dritten Versuch. Zum Glück bin ich mit einer Diplom-Informatikerin verheiratet, die zur Hilfe eilte und die Tastenkombination für einen Reset an der Spülmaschine drückte. Nach dem Neustart wurde das WLAN gefunden und das Spülprogramm ließ sich starten.

Haus voller Fallstricke

Allerdings gibt es Fallstricke nicht nur bei der Spülmaschine, sie lauern auch an anderen Stellen. Der Fernseher will erst weiter seinen Dienst verrichten, wenn ich den veränderten Datenschutzerklärungen zustimmen. Der Wecker hört auf den Namen Alex und zeigt sich an manchen Tagen launisch. Wenn das NAS nicht angeschaltet ist, auf dem Home Assistant im Docker Container läuft, kann ich im Wohnzimmer kein Licht machen.

Zeitpläne für automatische Schaltvorgänge in Home Assistant enthalten auch Fallstricke. Abends nach Sonnenuntergang wird das Licht im Schlafzimmer automatisch eingeschaltet und geht aus, wenn ich die Fernbedienung am Nachttisch benutze. Unpraktisch, wenn man gerade im Urlaub ist, denn dann brennt das Licht einfach die ganze Zeit weiter.

Zu Drucker und Tonner-Patronen schreibe ich lieber nichts, sonst rege ich mich wieder auf. So wie gestern Abend. Als das Thema Spülmaschine erledigt war, terrorisierte uns das Licht draußen an der Garage. Das ist mit einem Bewegungsmelder verbunden, eine Hinterlassenschaft der vorherigen Bewohner. Leider ist der Bewegungsmelder etwas überempfindlich und reagiert auch, wenn eine Nacktschnecke durchs Sichtfeld kriecht. Er wollte sich dann auch anschließend nicht beruhigen, sodass meine Frau und ich mit dem mulmigen Gefühl ins Bett gingen, die ganze Nacht das Licht anzuhaben.

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