Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Kürzer werdende Tage singen leise einen Herbstblues. Mit Regenschauer kündigt sich der erneut Herbstanfang an.

Vom Film zum Buch

Draußen wird es zunehmend ungemütlicher. Die ideale Zeit, sich mit einem Buch hinter Ofen zu verkriechen. Allerdings haben wir keinen Ofen und was das Thema Heizen angeht, sollte wir lieber den kalten Mantel des Schweigens darüber ausbreiten.

Wie dem auch sei, Herbstzeit ist auch Lesezeit (wobei eigentlich jede Jahreszeit Lesezeit ist). Obwohl ich eigentlich noch ein paar Bücher auf dem Stapel im Wohnzimmer liegen habe, fuhr ich vorhin extra in die Innenstadt von Emden, um frischen Nachschub zu besorgen. Schuld daran ist die Süddeutsche Zeitung mit einem Artikel zum Film „Mittagsstunde“, der vergangenen Donnerstag in den Kinos angelaufen ist — hier in Emden sogar Original mit Untertitel. Beim Trailer hatte ich zugegeben etwas Pipi in den Augen. Gerade Charly Hübner ist wirklich ein verdammt guter Schauspieler, zuletzt sah ich ihn in „Das Begräbnis“.

Ursprünglich wollte meine Frau und ich heute Abend ins Kino gehen. Nach einer Nacht darüber schlafen erschien uns die Vorstellung, zwei Stunden mit einer ganzen Reihe Menschen in einem Saal zu verbringen in Zeiten der Pandemie nicht mehr so verlockend. Wir warten dann wohl doch lieber darauf, dass wir ihn zu Hause ansehen können. In der Zwischenzeit lese ich dann das Buch, was vermutlich ehedem eine gute Idee ist.

Dominosteine gegen Herbstblues

Regnerisches Wetter bedeutet aber auch Herbstblues. Die Stimmung geht langsam in den Keller, Kälte kriecht einem in die Knochen. Man möchte sich auf dem Sofa verkriechen, mit einer Decke und eine Tasse Darjeeling. Traurig daran: Seit einigen Jahren vertrage ich keinen Darjeeling mehr. Starke Ostriesenmischung, kein Problem. Aber schon eine Tasse Darjeeling schlägt mir auf den Magen. Dabei ist das für mich einfach der Herbst-Tee schlechthin. Gegen Herbstblues hilf aber auch Earl Grey, mein zweitliebster Tee.

Oder aber man gönnt sich noch ein Stück Zwiebelkuchen, eine Schluck Federweißer, bevor man überlegt, wie man das Wochenende gestalten möchte. Morgen ist in Ökowerk Apfelfest. Ich hoffe auf gutes Wetter und werde diesmal die Kamera mitnehmen. Die hatte auch bei meiner kurzen Fahrt in die Innenstadt dabei, um ein paar Fotos zum Thema Herbstblues zu schießen. Leider sind die Blätter an den Bäumen noch zu grün. Die Lichtverhältnisse wirkten auch eher diffuse, was dann in der Nachbearbeitung zu einer Herausforderung wird.

An der Kastanien im Headerbild wäre ich auf dem Rückweg fast vorbeigefahren. Ich bremste, drehte noch mal um und zückte die Kamera.

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