Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Längst ist Netflix nicht mehr der einzige Spieler auf dem Feld. Im 25 Jahr Bestehens ist die Luft dünn geworden.

Sand am Meer

Bei Netflix hat es vor 25 Jahren angefangen mit dem Verleih von DVDs in den USA. Heute ist Netflix die erfolgreichste Streamingplattform, wird gesagt. Aber soweit sind wir hier noch nicht, fangen wir langsam an und spulen zurück. Vor zehn Jahren entdeckten meine Frau und ich Steaming für uns. Wir begannen mit Lovefilme, einem Video-on-Demand Anbieter, der ebenfalls aus dem Verleih von DVDs hervorgegangen war. Nach dem Lovefilm für uns einfach nicht funktionierte, wechselten wir zu Watchever. Die Beziehung hielt fast anderthalb Jahre, dann kündigten wir unser Abo.

Neben dem wachsenden Angebot in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken starte im Herbst 2014 Netflix in Deutschland. Man kennt das. Es braucht nur irgendwo „Neu“ draus zu kleben, dann will man es schon unbedingt haben beziehungsweise ausprobieren. Was folgte, war sehr lange Beziehung mit dem Dienst, trotz wachsender Konkurrenz. Mittlerweile gibt es Streaming-Dienste fast wie Sand am Meer. An erster Stelle das Angebot von Amazone Prime, in welches Lovefilme aufgegangen ist. Dazu kamen dann Apple TV+ und später Disney+ — ich führe hier nur auf, was wir selber auch nutzen beziehungsweise nutzen. Tatsächlich gibt es in Deutschland noch eine ganze Reihe mehr und in Zukunft ist zu befürchten, dass es noch mehr werden.

Konkurrenz für Netflix

Mit zunehmender Konkurrenz zu Netflix schauten wir auch immer mal wieder über den Gartenzaun. Natürlich wollten wir es immer vermeiden, mehr als einen solcher Dienste ins Abo zu nehmen. Bei unserer Zählweise rechneten wir aber Amazone Prime heraus, denn hauptsächlich haben wir Prime wegen der Bestellungen (reden wir uns immer ein).

Im Vergleich dazu ist Netflix recht teuer und wurde auch immer teurer. Will man Filme in Ultra-HD-Auflösung schauen, schlägt das bei Netflix mit 17,99 Euro pro Monat zu Buche. Das kosten Apple TV+ und Disney+ nicht mal zusammen. Obwohl wir es eigentlich nicht wollten, habe wir genau genommen drei Angebote im Abo: Prime, Disney+ und Apple TV+. Mehr ist nicht drin, wir werden zudem reduzieren, wenn wir das Gefühl haben, etwa bei Disney+ alles was uns interessiert gesehen zu haben.

Man geht nicht mehr einem Anbieter für alle Ewigkeiten ins Netz, sondern wechselt häufiger. Was aus Kundensicht gut ist, nämlich die Auswahl anhand des Angebots und der Wechsel, wenn das nicht mehr stimmt, ist für die Anbieter eher schlecht. Zusammen mit den hohen Preisen dürfte das wohl auch der Grund gewesen sein, warum Netflix in letzter Zeit einiges an Abonnenten verlor.

Das Wunderkind ist zudem in die Jahre gekommen. Ob es sich durch ein neues werbefinanziertes Angebot aufhübschen kann, wird sich zeigen. Ich für meinen Teil verspüre wenig Lust, mit Werbung malträtiert zu werden und trotzdem für ein „vergünstigtes Abo“ trotzdem noch Geld zu bezahlen.

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