Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Im Rucksack befand sich eine beachtliche Menge Bargeld. Gebündelte Euroschein. Dazu ein österreichischer Reisepasse. Klaus trug keine Brille. Ansonsten ähnelte ihm das Foto im Pass ziemlich. Er sog Luft zwischen seinen Zähne hindurch ein. Es ergaben sich hier ganz neue Möglichkeiten für ihn. Morgen ein Leben an der Seite mit Christina wählen oder heute einen kompletten Neuanfang.

Freunde, seinen Job, die Vinyl-Plattensammlung. Nichts, was sich woanders nicht wieder aufbauen ließ. Vor allem mit so viel Geld im Rucksack. Trotzdem fiel Klaus die Entscheidung nicht leicht. Mit Sicherheit könnte die Polizei anhand des Passes den Besitzer des Rucksacks ausfindig machen. Ihn im Zug gefunden zu haben, hörte sich nicht unglaubwürdig an. Klaus schaute an sich herunter. Nichtmal Geld für ein Ticket zurück besaß er, erst recht keinen Ausweis. Man würde vermutlich doch misstrauisch werden. Genau betrachtet wirkte er wie ein Obdachloser. Nichts sprach dagegen, in den Sachen die er bereits entwendet hatte auch noch den nächsten Schritt zu gegen.

Klaus nahm eine unauffällig Menge Geld aus dem Rucksack und verschloss ihn wieder. Erstmal brauchte er neue Klamotten, dann ein Reiseziel. Am besten ein, was fernab der Vorstellungskraft seiner ehemaligen Freunde und seiner bald ehemaligen verlobten lag. Zuversichtlich betrat er wieder das Bahnhofsgebäude.

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