Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Klaus winkte nach oben. Die Frau reagierte allerdings anders als erwartet. Statt telefonisch Hilfe für den offensichtlich verwirrten Man zu rufen, richtetet sie die Kamera ihres Smartphones auf Klaus. Dann tippte sie etwas auf dem Handy. Bis unten hin konnte Klaus sie kichern hören. Klaus versuchte sich etwas Schlamm aus den Augen zu reiben. Als er wieder die Uferböschung hochschaute, waren Mutter und Kind verschwunden.

Etwas resignierte verschaffte sich Klaus einen Überblick. Die Strömung der Insel wirkte nicht besonders stark. Auf der anderen Seite des Wasser befand sich ein kleiner Sandstreifen. Eine kürzlich aufgefrischte Holztreppe führte die Böschung nach oben. Ohne weiter nachzudenken stieg Klaus in das eiskalte Wasser. Er spürte den Boden unter seinen Füßen. Stichlinge schwammen frech zwischen seinen Beinen. Weiter vorwärts watete er durchs Wasser. Es wurde tiefer und reichte ihm jetzt bis zum Bauchnabel. Nur kurz drehte Klaus sich um. Vielleicht standen Mutter und Kind doch noch da. Zu spät sah er den Stein im Wasser vor sich.

Schließlich erreichte er völlig durchnässt das andere Ufer. Erschöpft klammerte er sich an das Geländer der Holztreppe. Stufe für Stufe zog er sich hoch. Leicht fröstelnd sackte Klaus am oberen Ende der Treppe zusammen. Nur für einen Moment wollte er sich im Gras ausruhen.

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