Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ungeduldig zog Klaus am Seil. „Jetzt hängt mich endlich ihr Schweine!“ Noch nie war ein Junggesellenabschied so aus dem Ruder gelaufen. Mit einem Trichter füllten Menschen, die Klas nur noch entfernt an Freunde erinnerten, Alkohol in seine Mund. Klaus spuckte, was ihm nur schlecht gelang. Das Meiste fand seinen Weg in den Magen. Vor seinen Augen tanzten farbige Schemen, die Musik wurde erst lauter, dann vernahm er sie nur noch gedämpft. Endlich setzte Stille ein.

Ein wunderschöner Traum. Klaus blickte auf einer Bank sitzend über ein sommerliches Alpenpanorama. Er sog die klare Luft ein. Über ihm am strahlend blauen Himmel kreiste ein Steinadler. Irgendwo plätscherte es. Trotz der wärmenden Sonne wurden seine Füße langsam kalt. Klaus blickte an sich hinunter. Sie steckten in Wanderschuhen, gleichzeitig aber nicht. Ein Kinderstimme drang zu ihm vor.

„Schau mal Mama, da liegt jemand mit den Füßen in der Issel.“

Dieser jemand schlug die verklebten Augen auf. Tatsächlich umspülte kaltes Wasser seine nackten Füße. Die waren aber nicht das Einzige nackte an ihm. Bis auf die Unterhose trug Klaus nichts am Leib. Die Farbe der Unterhose ließ sich nur noch erahnen. Voller Schlamm von der Uferböschung, die Klaus offensichtlich heruntergerutscht sein musste.

Klaus drehte seinen Hals um oben etwas zu erkennen. Die Mutter des Kindes zog gerade ihr Smartphone hervor.

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