Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Das mittlerweile vierzehn Jahre alte Dominion fühlte sich auch aufgrund der vielen Erweiterung frisch an. Man muss sich allerdings darauf einlassen.

Deckbuilding ohne Sammelkarten

Spiele mit Deckbuilding Mechanismus stehen bei meiner Frau und mir hoch im Kurs. Lange Zeit haben wir Magic the Gathering gespielt und dabei viel Geld verbrannt — obwohl wir nicht mal auf Turnieren oder so spielten, sondern lediglich zu zweit gegeneinander. Aber man möchte ja Abwechselung. Neue Sets mit neuer Mechanik lockte. Obwohl wir uns im späteren Verlauf unseres MtG-Fiebers lediglich auf die fertigen Themensets konzentriert, ging es trotzdem ziemlich ins Geld.

Es wurde allerdings zunehmend zu einer Zeitfrage. Sobald man über die Themensets hinausgehen und etwas verbessern möchte, ist man im Metaspiel und dann eben beim Deckbuilding. Nimmt man nur die fertigen Themensets, fehlt das Deckbuilding. So kam es dann erstmal, dann wir das Thema Deckbuilding an die Seite legten.

Erst viel später, als wir bereits von Bielefeld nach Köln gezogen waren, stolperten wir wieder über das Thema. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Spielen, bei denen Deckbuilding nicht auf der Metaebene stattfindet, sondern Bestandteil des Spiels selber ist.

Als Vertreter wären hier zum Beispiel Star Realms, Klong!, Dominion, aber auch Orléans zu nennen — wobei Orléans eigentlich ein Bagbuilder ist.

Von allen genannten verbinden wir mit Dominion dabei eine besondere Geschichte.

Flohmarktfund Dominion

Anfänglich gehörte Dominion überhaupt nicht zu den Spielen, die uns interessierten. Als Dominion 2009 Spiel des Jahres wurde, hatten wir gerade erst unsere MtG-Phase abgeschlossen. Um reine Kartenspiele wollten wir erstmal einen Bogen machen. Zudem um ein Spiel, das 500 Karten besteht. Erst vier Jahre später gelangte Dominion dann in unsere Sammlung. Dabei spielte der Zufall eine große Rolle, denn ich kaufte das Spiel für fünf Euro auf dem Sommerflohmarkt in der autofreien Siedlung.

Für fünf Euro kann man nicht viel falsch machen, dachte ich mir damals. Zudem war das Spiel im Top-Zustand, wurde vermutlich nie gespielt. Uns gefiel es trotz der ursprünglichen Skepsis, ging aber unter in der Menge anderer Spiele in unserem Besitz. Durch neue Nachbarn, mit denen wir zeitweise spielten, bekam es dann eine zweite Chance. Wir kauften sogar ein paar Erweiterungen über Payback Punkte bei einem großen Buchhändler.

Es folgte ein weiterer Umzug und wieder landet Dominion in der zweiten Reihe unserer Spiele. Wir kauften uns dann jedoch ein zweites Grundspiel, um auch mal im Urlaub etwas Abwechselung zu haben. Was die Erweiterungen betraf, hatten wir eine zufällige Auswahl der verfügbaren Erweiterungen, aber längst nicht alle. Vor ein paar Wochen gab es dann einen weiteren Wendepunkt.

Konzentration auf gute Spiele

Schon des Öfteren erwähnte ich, dass wir derzeit unsere Sammlung optimieren. Ungespieltes fliegt raus, ebenso wird der Platz optimiert, in dem Erweiterung mit in die Schachtel des Grundspiels gepackt werden. Im Regal nahm Dominion mit den bereits erworbenen Erweiterungen viel Platz ein. Zudem hatten wir nur einen Teil der Karten in Hüllen gesteckt, die auch noch sehr dünn waren, damit sie noch in den Kunststoffeinsatz reinpassten.

Alles in allem unbefriedigend, zumal die dünnen Hüllen beim Spielen nicht angenehm sind, was dann das Spielen an sich verhindert. Ich begab mich auf die Such nach einem passenden Schachteleinsatz, der mit ordentlichen Kartenhüllen funktionieren würde. Als ich fündig würde und mit dem ersten ausgedruckten Ergebnis auch zufrieden war, wurde von uns Entschluss gefasst. Reduzierung von Dominion auf maximal fünf Spielschachteln und alle Karten in Hüllen. Das Ergebnis: Basisspiel und alle 14 Erweiterungen (wir ergänzten noch, was uns fehlte) sind in fünf Schachteln untergebracht. Egal was jetzt noch erscheint, wir allerdings nicht mehr gekauft.

Bei dem, was wir jetzt von Dominion haben, ist Abwechselung für sehr, sehr viele Partien garantiert. Im Übrigen haben wir dann auch noch andere Spiele in der Sammlung.

Der springen Punkt bei Domion ist jedoch, dass ein einfacher Grundmechanismus kombiniert mit hoher Variabilität ein gutes Spiel ausmacht. Ob Dominion dabei interaktiv ist, hängt auch von den Königreichskarten ab. Man kann das Spiel auch durch die entsprechende Auswahl ziemlich gemein machen.

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