Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Für manche Eisenbahn gilt das 9-Euro-Ticket nicht. Zum Beispiel für die heimische Modelleisenbahn.

Annahme und Wirklichkeit

Die Eisenbahn und ich — eine Geschichte mit einer ganzen Reihe von Missverständnisse. Ausnahmsweise geht es allerdings nicht um die Deutsche Bahn, sondern wirklich um die Eisenbahn und das Spielen damit. Ich weiß nicht, ob ich es gelegentlich schon mal in dem einen oder anderen Blogartikel erwähnte. Früher war mein Vater bei der Bahn beschäftigt. Für die Familie brachte das Vorteile. Vergünstigte Bahnfahrten und pro Jahr acht Freifahrten. Zu den Nachteilen gehörte in jedem Fall der Schichtdienst. Eine junge Familie über Nacht auf dem Land alleine zu lassen, nicht immer ideal.

Ebenfalls nicht ideal lässt die Annahme bezeichnen, als Kind eines Schaffners würde man auf jeden Fall die Eisenbahn lieben. Daher bekam ich zu einmal zu Weihnachten nebst eigenem Spielzimmer auch eine Modelleisenbahn, die das Zimmer fast zu Hälfte ausfüllte. Gespielt werden sollte darin daher mit der Eisenbahn. Ehrlich gesagt mochte ich die Modelleisenbahn schon damals nicht besonders. Erschwerend kam auch noch dazu, dass mein Großvater und mein Vater beim Aufbau alles festgeklebt hat — sogar die H0-Figuren. Kreativ damit spielen konnte ich nicht, nur den einen Zug im Kreis fahren lassen. Gut es gab noch ein Abstellgleis und drei Weichen, damit man den Zug auch an den (festgeklebten) Bahnhof fahren konnte.

Brettspiele treffen die Eisenbahn

Möglicherweise hat das bei mir irgendeine Form von Trauma hinterlassen. Immerhin, es führte zu keiner besonderen Abneigung der Bahn gegenüber. Als Erwachsener genoss ich es, ohne Auto mit Zügen meine Reiseziele zu erreichen. Selbst Pendeln mit der Bahn war möglich, wenn auch nicht immer ein Zuckerschlecken.

Im Bereich Hobby machte ich allerdings einen großen Bogen um Modelleisenbahnen. Lediglich die H0-Figuren entdeckte ich auf eine andere Weise als interessantes Fotomotiv neu. Jedoch, bei Brettspielen entwickelt sich ein Hang zum Thema Eisenbahn. Eine ganz Reihe Spiele wie 1830, Age of Steam oder Locomotion stehen im Regal. Ein anderes liegt in der Rausverkauskiste, denn so gut 1835 auch ist, das Exemplar wurde nie gespielt.

Die deutsche Eisenbahngeschichte in einem Brettspiel, ich fand das schon in den 1990er Jahren faszinierend. Mindestspielerzahl und Spieldauer verhinderten jedoch, dass ich 1835 jemals spielte. So tut es mir dann zwar in der Seele weh, aber 1835 wird die Sammlung verlassen müssen. Nur herumstehen und Staub ansetzen, dafür ist es eigentlich auch viel zu Schade. Vielleicht findet sich ja ein echter Eisenbahnliebhaber, der dem Spiel ein neues Zuhause geben wird.

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