Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Bei einem 504 Fehler im Zusammenhang mit Nextcloud und der Synology Diskstation ist guter Rat teuer. Vielleicht hilft dieser Beitrag.

Mal-eben-Tage

Katastrophen beginnen meistens mit einer harmlos wirkenden Absicht. Man möchte „nur mal eben schnell etwas machen“. Dabei ist „mal eben“ der Auftakt zu fatalen Entwicklung. Anders als beabsichtigt dauert es nämlich nicht nur kurz und lässt sich quasi nebenbei erledigen, sondern entwickelt sich zu etwas, was volle Konzentration und viel Zeit erfordert. Um den angerichteten Schaden wiedergutzumachen.

Beliebt ist zum Beispiel, mal eben ein Update machen. Ziemlich gut kann ich mich noch an ein iPhone-Update 20 Minuten vor Feierabend im Büro erinnern. Geht mal eben schnell. Tatsächlich dauert es dann so lange, dass ich erst eine Stunde später als beabsichtigt aus dem Büro kam und den nächsten Zug nach Hause gerade so erwischte.

Auch WordPress-Updates sollte man nicht nebenbei machen. Zudem sollten man den Hinweis, vorher ein Backup zu machen, der jedes Mal eingeblendet wird, durchaus ernst nehmen. Genau dann, wenn man es vergisst und am wenigsten gebrauchen kann, schlägt die Stunde von Murphy. Alles, was schiefgehen kann, geht dann auch schief.

Aber mal eben noch eine Datei am 3-D-Drucker ausdrucken, da kann doch nichts schiefgehen, oder? Doch, wenn der Computer die SD-Karte nicht erkennt, man einen Neustart macht und plötzlich nicht mehr auf seine Nextcloud kommt — was eigentlich nichts mit dem, was man eigentlich machen wollte, zu tun hat.

Unerklärliche 504 Meldung

Gestern und heute habe ich insgesamt sieben Stunden Zeit investiert, um der Ursache auf den Grund zu gehen und den Fehler zu beheben. Wobei ich es noch nicht zu 100 Prozent befriedigend gelöst habe. Es ist zu viel Unerklärtes über geblieben. Der Reihe nach, denn bis ich mir klar wurde, dass es eine 504 Meldung ist, wo diese herkommt und wie man sie beheben kann, ist es ein langer Weg.

Das Szenario: Meine Nextcloud läuft in einem Docker-Container auf meiner Synology Diskstation und ist auch unterwegs über den DynDNS-Service von Synology verfügbar. Für SSL ist ein Let´s Encrypt Zertifikat installiert und an der Diskstation sind Portmapping und Reverse-Proxy wie erforderlich eingestellt.

Komische war, dass ich mich zwar mit meinem Account nicht anmelden konnte, es erschien immer eine Synology Fehler-Seite, wohl aber mit dem Admin-Account. Noch kurioser wird es, denn nach dem ich eine zusätzliche App installierte, konnte ich ohne Probleme vom Admin-Account auf meinen Account wechsel. Das ist natürlich kein echtes Anmelden.

Meldete ich mich direkt mit meinen Zugangsdaten an, brauchte Nextcloud erheblich länger als bei Admin und präsentierte mir dann die Fehlermeldung. In der Konsole vom Browser den Hinweis, es sei ein 504 Fehler.

Schrittweise Ursachenforschung

Ich leerte den gesamten Cache vom Browser, alle Benutzerdaten. Es blieb bei der Rückmeldung 504. Neustart der Fritzbox und der Diskstation. Ebenfalls keine Veränderung. Immer wieder suchte ich dann noch „504 Nextcloud“, ohne wirklich weiterzukommen. Heute löschte ich dann die Brute-Force Tabelle von MariaDB, weil ich glaubte in zu vielen falschen Anmeldungen läge die Ursache.

Was soll ich sagen, die 504 Meldung blieb erhalten, Neuinstallation von Nextcloud, downgrade auf eine vorherige Version — kein Erfolg. Erneuerung des SSL-Zertifikats und erneute Verbindung mit dem DNS-Service brachte auch nichts.

Heute kam ich dann nach drei Stunden probieren auf die Lösung. Die Seite mit der Fehlermeldung und dem 504 Timeout kam nicht von synology.me. Auch von Nextcloud stammte die Fehlermeldung nicht, sondern von der Diskstation selber. Nachdem ich mir dann den genauen Weg der Daten angeschaut habe und Versuche, die Ausführungszeit für PHP im Nextcloud Container fehlschlugen, fand ich dann die richtige Stelle.

Innerhalb der Einstellung für die der Reverse Proxy-Regeln gibt es „Erweiterte Einstellungen“. Dort ist für den Proxy ein Timeout hinterlegt. Entsprechend kam es nach 30 Sekunden zu dem 504 Fehler. Nachdem ich den Timeout sowohl für Senden als auch Lesen auf 300 erhöhte, konnte ich mich wieder mit meinen Zugangsdaten anmelden. Warum aber der Admin keine Probleme hatte, kann ich nicht nachvollziehen.

3 Kommentare

  1. Vermutlich liegt es daran das bestimmte Funktionen für den Admin nicht aktiv sind. Dazu gehört unter anderem die Tabelle mit den letzten Dateien die benutzt wurden als Vorschau in der files App.

    Das hat mich auch schon zur Verzweiflung getrieben das es sich so unterschiedlich verhalten hat.

  2. Moin, ich wollte mich sehr herzlich für diesen Tipp bedanken. Bin seit Tagen daran und dank Ihres Tipps klappt es jetzt. Danke

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