Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Manchmal fehlt einem einfach nur der richtige Antrieb. Ohne kommt man nicht mal einen Zentimeter weit vorwärts.

Antriebsschwäche zum Wochenstart

Da ist gerade erst Montag und der junge Mann macht Gedanken um den Antrieb. Lassen wir das mal mit dem jungen Mann so stehen. Persönlich bin ich der Meinung, die Anrede „junger Mann“ enthält auch immer etwas versteckt-aggressives. Wie so oft kommt es aber auch auf den Kontext an. Was auch für den Antrieb gilt. Mein persönlich ist an diesem Montag gut vorhanden, die Woche ist dank Feiertag (den es sogar in Niedersachsen gibt) etwas kürzer.

Allerdings beschäftige mich derzeit ein ganz anderer Antrieb. Vor gut vier Wochen habe ich wieder damit angefangen, an einem neuen Fahrzeug herumzubasteln. Den letzten Versuch auf Basis eines Buches hatte ich abgebrochen. Immer wieder stolperte ich über Ungereimtheiten, Fehler und was noch alles. Auch wenn ich im Prinzip eine hohe Frustrationstoleranz habe, irgendwo gibt es auch Grenzen.

Abgesehen davon ist das ganze Projekt viel zu teuer. Obwohl ich diese Fahrzeuge rein zum Vergnügen baue, habe ich auch immer einen möglichen Einsatz als Projekt im Schulunterricht meiner Frau im Hinterkopf.

Richtigen Antrieb finden

Für meinen neusten Versuch peile ich eine Marke von 15 Euro an. Sprich, die Bauteile sollen zusammen in etwa so viel kosten. Das ist schon ein nicht unwesentlicher Betrag, wie ich aus einem anderen Projekt weiß. Die Herausforderung besteht darin, dafür etwas zu finden, was nicht nur Spaß macht, sondern auch noch neu Erfahrungen bei der Umsetzung vermittelt.

Auf Basis eines Wemos D1 mini habe ich daher ein Fahrzeug konstruiert, welches sich über ein Smartphone steuern lässt. Der Clou an der Sache: Die Steuerung ist keine Cloud-Lösung, sondern kann mit HTML und Javascript selber programmiert werden und läuft dann auf dem Webserver des Wemos. Durch die Möglichkeit, per zusätzlicher Bibliothek ein Dateisystem auf dem Wemos zu installieren, kann man dabei sogar jQuery und Bootstrap einbinden, ohne dass extern etwas geladen werden muss.

Was sich in der Theorie prima anhört, klappt in der Praxis leider nur fast. Die Programmierung ging flott von der Hand, am passenden kompakten Gehäuse habe ich deutlich länger getüftelt. Eine wichtige Komponente für den Antrieb ist eine Gummikette von Lego für einen Bagger. Daraus ergaben sich einige Anforderungen an die Bauweise. Das Problem ist jetzt allerdings, dass die Kette die verbauten Motoren überfordert. Ohne Kette drehen sich die Antriebsräder, mit blockieren die Motoren. Die Anfangsgeschwindigkeit ist wohl zu gering, um gegen den Widerstand anzukommen (dafür gibt es sicher einen Fachbegriff).

Nur nicht aufgegeben

So wie es derzeit aussieht, bleibt das Fahrzeug in der Version stehen. Allerdings gebe ich so schnell nicht auf. Zum einen habe ich mir jetzt stärkere Motoren bestellt — die hoffentlich die gleiche Größe haben, sonst muss ich alle Bauteile anpassen. Zum anderen werde ich versuche, das Projekt auf Basis eines kaufbaren Chassis samt Motoren zu realisieren. Preislich liegt es ähnlich, da die dusseligen Ketten von Lego auf dem Gebrauchtmarkt pro Paar drei Euro kosten.

Mit dem fertigen Chassis entfällt zudem die Notwendigkeit, Bauteile zu drucken — die müssen schließlich auch bezahlt werden. Der Nachteil ist allerdings, dass man mit eigenen Bauteilen und kleineren Motoren eine sehr kompakte Form hinbekommt.

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