Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Spätesten ab Anfang 50 sollte man sich als Mann mit dem Thema Check-up auseinandersetzen. Ab 35 wäre sogar besser.

Vorsorge statt Nachsorge

Machen wir uns nichts vor. Männer sind zwar recht einfach gestrickt, dennoch mitunter komplizierte Wesen. Nach außen hin den harten Kerl zeigen, aber zu Hause bei einer kleinen Erkältung wehleidig auf dem Sofa liegen sind für uns kein Widerspruch. Im besten Alter vermeiden Männer es, über ihre Gesundheit zu reden, wenn nicht gerade alles zum besten steht.

Klar, es gibt Verletzung, die man wie eine Kriegsnabe in Freundeskreisen herumzeigt und stolz als Auszeichnung betrachtet. Ein gebrochenes Bein nach einer rasanten Ski-Abfahrt oder ein abgefrorener Zeh (Grüße an R.M.) zeigt schließlich alle, was für ein harter Hund man ist. Im Alltag versuchen wir das Thema Krankheit möglichst weit von uns zu schieben. Ernsthafte Krankheiten sind doch immer das, was anderen passiert — bis es einen dann selber erwischt.

An dieser Stelle möchte ich mich nicht als Ausnahme betrachten. Halbjährlich gehe ich regelmäßig zum Zahnarzt, aber um alles andere mache ich einen großen Bogen. Bis dann mit dem Kopf unter Arm in einer Praxis aufschlage. In den letzten Jahren setzte jedoch bei mir ein Umdenken. An dem Spruch „Vorsorge statt Nachsorge“, mit dem die Barmer für ein Check-up zur Prävention auf ihrer Website wirbt, ist definitiv etwas dran.

Entscheidung für den Check-up

Zu einer der Ursachen für meinen Sinneswandel gehört der Tod meines Onkels. Gestern jährte sich sein Todestag. Viel zu lang habe ich das Thema Check-up aufgeschoben. Gerade die Themen Prostata- und Darmkrebs sollte Mann nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Bei meinem Check-up heute Morgen gab es das volle Programm, Blutdruckmessung, Messung von Körpergewicht und Bauchumfang, Blutabnahme, Urinprobe, EKG, kleine Hafenrundfahrt (heißt nicht so, ich weiß) und Hautkrebs-Screening.

Dazu hab ich noch mit Boostrix den Impfschutz für Polio, Tetanus, Diphtherie und Pertussi auffrischen lassen. Zusätzlich gab es dann noch einen Aktenvermerk bei mir, dass bei mir künftig ausschließlich im Liegen Blut entnommen werden sollte. Ich hatte nämlich einen Kreislaufzusammenbruch inklusive kurzem Bewusstseinsverlust. Immerhin, man hat sich rührend um mich gekümmert.

Zum Abschluss gab es noch einen Organspendeausweis zum Mitnehmen. Es ist ein Thema, über das ich auch nochmal nachdenken sollte. Was ich auf jeden Fall ablehne, ich das Schweizer Modell. Quasi gibt es dort künftig nur noch die Opt-out Lösung, man muss also aktiv einer Organentnahme nach dem Tod vorher widersprochen haben. Andernfalls wird man automatisch Spender. So was lehne ich grundsätzlich ab.

Organspende sollte eine freiwillige, persönliche Entscheidung sein. Im Juli folgt dann auf jeden Fall der nächste Check-up, eine Darmspiegelung.

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