Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Sofortmaßnahme am Wochenende

In Köln findet als Sofortmaßnahme gegen Corona ein Fußballspiel vor 50.000 Zuschauern unter Duldung des zuständigen Gesundheitsamtes satt.

Es gibt ihn noch

Bevor ich mit den üblichen Pandemie-bedingten Beschimpfungen am Wochenende beginne, der gemütliche Teil. Das feucht-kalte Wetter hielt meine Frau und mich heute nicht ab, zum wohl schönsten Weihnachtsmarkt in Emden zu fahren. Bei ihm handelt es sich um den vom Larrelter Dorfverein organisierten Weihnachtsmarkt im Cassens-Park. Mein Herz schlägt für solche Weihnachtsmärkte, die mit viel Liebe von Dutzenden Ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern gestemmt werden. Ich mag den Charme des Nicht-Perfekten, die selbstgemachten Marmeladen und Kekse.

Wie auch in Köln der Nippesser-Weihnachtsmarkt findet der im Cassens-Park nur an einem Wochenende statt. Auch verlieren sich dort keine Touristen, im Gegenteil gefühlt sprach die Hälfte der Besucher Platt — was im Gegensatz zu Kölsch eine Sprache ist.

Für uns war der kurze Ausflug ins Nachbarviertel eine Sofortmaßnahme zur Sicherung der vorweihnachtlichen Stimmung. Geholfen hat dabei Bratwurst und Hot Aperol (sehr zu empfehlen).

Persönlich nutzte ich die Gelegenheit heute auch, um noch etwas Freiheit zu schnuppern. Nächste Woche, spätestens übernächste Woche steht sehr wahrscheinlich ein bundesweiter Lockdown an. So heißt es etwa in der Presse, die Leopoldina würden sofortige Kontaktbeschränkungen empfehlen. Das als Sofortmaßnahme und die stufenweise Einführung einer Impfpflicht. Und Köln so?

Wahnsinn als Sofortmaßnahme

Ganz ehrlich, die Domstadt als bekloppt zu bezeichnen wäre noch harmlos. Ein Fußballspiel vor 50.000 Zuschauern ist nichts anderes als eine Sofortmaßnahme zur Weiterverbreitung des Corona-Virus. Quasi eine Leberkäsparty in ganz großen Stil. Das für den 1. FC wichtigste Heimspiel des Jahres könnte zum Superspreader-Event werde. Mit freundlicher Unterstützung des Kölner Gesundheitsamtes. So viel Kölsch kann doch kein normaler Mensch trinken, um so einen gefährlichen Unsinn zuzulassen.

In Niedersachsen dagegen fallen immer mehr Veranstaltungen aus, in Emden gilt für Veranstaltungen in Innenräumen ab 100 Teilnehmern 2G plus. An anderer Stelle ist man leider weniger vernünftig. Die Emder Zeitung berichtet zum Beispiel über ein neu geplantes Parkhaus im Behördenviertel. So sieht also die Zukunftsvision für Emdens Innenstadt aus. Mehr Parkhäuser, mehr Autoverkehr. Ich für meinen Teil würde als Sofortmaßnahme ja für mehr Fahrradständer in der Innenstadt plädieren. Die sind nämlich tatsächlich extrem rar gesät. Aber wer hört schon auf mich.

Enden wir heute mit einer Leseempfehlung in der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende. Die Reportage „9288 Kilometer Russland“ kann ich nur empfehlen. Ein lesenswerter Bericht über eine Zugfahrt von Wladiwostok bis Moskau mit der Transsibirische Eisenbahn. Man bekommt einen kleinen Einblick in das Leben der Menschen und ein Gefühl für die Weite des Landes.

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