Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ein großflächiger Ausfall bei Vodafone legte das Internet in Ostfriesland lahm. Zumindest bei einigen Kunden des Anbieters.

Internet zieht um

Natürlich zieht das Internet nicht um. Genauso wie meine Frau und ich, denn der Umzug vor einem Jahr reicht uns erst mal auf absehbare Zeit. Beim Umzug letztes Jahr gab es allerdings Startschwierigkeiten mit dem Internet. Ursprünglich bestand unsere Idee ja darin, beim Wechsel von Köln nach Emden den bisherigen Anbieter zu behalten. Die Telekom konnte uns allerdings nicht nur nicht mindestens DSL 50 zu Verfügung stellen, sondern gar keinen Anschluss. Da das definitiv zu wenig war, wechselten wir zu Vodafone.

Was in der Werbung toll anhörte, wurde für uns zunächst zu einem zusätzlichen Stressfaktor. Anders als abgesprochen ging der Router von Vodafone nicht an unsere bisherige, sondern an die neue Adresse. Zum Glück ist das Schnee von gestern und nach einigen Telefonaten noch in Köln und später dann in Emden hatten wir etwa eine Woche nach dem Umzug dann auch wieder Internet.

Man kann sich natürlich auf dem Standpunkt stellen, dass die Menschen auch früher ohne Internet ausgekommen sind. Nur da bestand die Arbeit im „Home Office“ etwa aus Wolle spinnen und Ähnlichem. Wenn zwei Erwachsene heutzutage im Home Office sind, geht das selten ohne Internet. Wie sehr man plötzlich offline in ein Loch fallen kann, wurde uns schlagartig gestern wieder bewusst.

Störung bei Vodafone

Gegen 12:20 Uhr fiel das Internet bei uns zu Hause aus. Ab und an passiert das schon mal, aber nach einem Neustart des Routers war bisher alles in wieder in Ordnung. Diesmal nicht. Auch nach einer halben Stunde geduldigen Wartens ging nichts mehr. Dabei ist „nichts mehr“ wirklich wörtlich zu nehmen. Bei über 25 Geräten, die irgendwie im Netz hängen, ist der Ausfalls des Internets dramatisch. Ach ja, und unser Telefonanschluss läuft als Voice-over-IP, ging also ebenfalls nicht mehr. Selbst auf meine endlich komplett eingerichtete Nextcloud kam ich nicht, obwohl die Hardware direkt hinter mit im Arbeitszimmer steht.

Da die Nextcloud aber über eine eigene Domain mit SSL-Zertifikat eingebunden ist und andere Zugänge gesperrt, blieb ich auch hier vor einem leeren Bildschirm. Immerhin waren wir so pfiffig, nicht auch noch unsere Mobilfunkverträge bei Vodafone abzuschließen. So konnten wir also darüber ins Netz und zumindest auch nachschauen, ob es eine generelle Störung ist und wie lange die Behebung dauern würde.

Im Portal von Vodafone hieß es dazu: Voraussichtliche funktioniert ihr Internet wieder am 03.09.20221 ab 12:15 Uhr. Anderthalb Tage ohne Internet gehen natürlich nicht. Die Hotline bügelte per Bot alle diejenigen ab, die eine Störung melden oder dazu eine Auskunft haben wollten. Man arbeite daran.

Ist denn schon Freitag?

Zum Glück dauert die Behebung der Störung nicht bis Freitag, sondern bereits um 15:30 Uhr stand uns das Internet wieder zur Verfügung. Der ganze Vorfall war der Emder Zeitung heute sogar eine Titelgeschichte wert. Dort hieß es dann: „Vodafone-Störung betraf Kunden in ganz Ostfriesland“. Ab Montagnachmittag soll es bereits zu ersten Störungen gekommen sein. Angeblich seien aber nicht alle Kunde betroffen gewesen, da es durch einen Ausfall lediglich um eine Art Stau gehandelt habe.

Stau oder was auch immer, eine lauwarme Entschuldigung, die mich nur über die Zeitung erreicht, stellt mich in so einem Fall eher weniger zufrieden. Ich denke, hier sollte sich der Anbieter mal was einfallen lassen. Mehr Service wagen, würde Willi Brandt sagen.

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