Gastspiel in Köln

Gastspiel in Köln

Nur exklusive für ein paar Tage hat der Winter ein Gastspiel in Köln gegeben. Die Domstadt wurde unter dem Schneemantel hübscher als sonst.

Weiß und schön

Am Winter gefiel mir schon immer der Schnee am besten. Kalt kann es auch ohne ihn sein, keine Frage. Und Erwachsenen-Dinge wie Glühwein schmecken selbst noch bei 10 Grad auf dem Weihnachtsmarkt. Mit Schnee aber wirkt alles wie verzaubert.

Als meine Frau und ich im ersten Jahr hier in Nippes wohnten, gab es ein etwa längeres Gastspiel im Dezember. Wir erlebten zum ersten Mal den Nippeser Nikolausmarkt im Schnee und waren verzaubert. Gut, es ist kein Vergleich zu der Schneemenge, mit denen man andernorts aufwarten kann. Ganz so sicher kann man sich dort auch nicht mehr sein. Hier in Köln ist Schnee eine Zutat, in den Ski-Gebieten zum Beispiel hängt ein ganzer Industriezweig davon ab. Bleibt es nur bei einem Gastspiel, wird es sehr menschenleer im Winter. Schotterpisten und verrostende Skilifte sorgen nicht dafür, dass man in Stimmung kommt.

Genau das ist es, was der Schnee für mich ist. Eine Zutat, die mich in eine weihnachtliche Stimmung versetzt. Was etwas blöd ist, wenn Weihnachten die Sonnen scheint und das Wetter mit über 10 Gwildrad aufwartet, der erste Schnee dann jedoch kommt, wenn die letzten Weihnachtsbäume längst entsorgt sind.

Gastspiel in Nippes
Gastspiel in Nippes

Winter nur als Gastspiel

Es hört sich etwas nach kindlicher Trotzigkeit an, wenn ich mich behaupte, ein Winter ohne Schnee sei gar kein Winter. Es entspricht aber genau meiner Gefühlslage.

Auch wenn Weihnachten längst vorbei ist, mir hat das Gastspiel mit dem Schnee in dieser Woche gut gefallen. Obwohl meine Frau nicht einverstanden war, von der Straße einen noch passablen Tannenbaum aufzuklauben und ihn als Weihnachtsbaum in die Wohnung zu stellen. Passende Süßigkeiten dazu wären gerade noch im Angebot gewesen.
Schnee macht das graue Köln schöner, ja sogar etwas erträglicher. Zumindest bis die ersten Hunde in die weiße Schneedecke pinkeln, Salz gestreut wird und in der Nachbarschaft Amateure versuchen, zwei Zentimeter Schnee zu bändigen. Es kann ziemlich nervend sein, wenn über eine halbe Stunde lag jemand mit einem Schneeschieber auf dem Asphalt herum kratzt.

Aber gut, wenn es vom Schnee nur kurze Gastspiele gibt, fehlt natürlich auch die Erfahrung, wie man mit dieser merkwürdigen weißen Substanz am besten umgeht. Wobei, das trifft jetzt nicht ganz zu. Man schaut einfach aus dem Fenster und lernt von den Kindern. Für die ist Schnee einfach nur schön, nichts was jetzt ärmlicher ist, weil man eventuell etwas langsamer auf dem Weg zur Arbeit unterwegs sein wird.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren