Clans of Caledonia

Clans of Caledonia

Es gibt Brettspiele, die mit  zunehmender Spielhäufigkeit an Reiz verlieren. Eines davon ist Clans of Caledonia.

Schottisches Terra Mystica

Als ich nach einigen Jahren Verspätung auch endlich Terra Mystica in der Big Box kaufte, bekam ich damit ein ziemliches Schwergewicht. Im Karton ist viel schönes Holzmaterial, welches auch mit einer Farbe behandelt wurde, die einen auf romantische Art und Weise an die eigene Grundschulzeit erinnert. Das Spiel selber ist ein knallhartes Euro-Spiel. Wenig Glück, viel grübeln. Trotz starren Spielplans gibt allein durch die unterschiedlichen spaltbaren Rassen eine hohe Variationsmöglichkeit. Dazu kommen auch noch die menschlichen Mitspieler, die häufiger unberechenbar sind.
Vergangen Jahr hörte ich von zwei Spielen, die ähnlich sein sollten wie mein geliebtes Terra Mystica. Eines davon war Clans of Caledonia, dass andere der offizielle Nachfolger von Terra Mystica, genannt „Gaia Project“. Bereits als ich die erste Fotos vom Gaia Project sah, wirkten diese extrem ernüchternd auf mich. Plastik statt Holz, dazu ein Artwork, was man als eher abschreckend beschreiben könnte. Bestätig wird mein Eindruck durch eine Rezension drüben bei shut up & sit down. Dagegen wirkte Clans of Caledonia von Anfang an auf mich faszinierend. Tolles Material, Thema sympathisch. Und hey, man Whiskey herstellen!

Clans of Caledonia
12019 / Pixabay

Clans of Caledonia ohne Clans

Im Herbst ließ ich mir Clans of Caledonia von der Messe mitbringen, zusammen mit dem Münzset — Metallmünzen bei Brettspielen machen einfach mehr her. Erst nach Weihnachten, zum meinem Geburtstag, spielten meine Frau und ich die ersten beiden Partien. Erst die Einsteigervariante ohne Clans, dann ganz normal wie vorgesehen. Wir hatten beide einen guten Eindruck vom Spiel. Vielleicht alles etwas zu klein, dafür trotzdem ein hoher Platzverbrauch am Spieltisch. Aber allein durch das viele Holzmaterial (und Schafe) machte es richtig Spaß. Es blieb jedoch erstmal bei den beiden Partien.
Für vergangen Samstag hatten wir Clans of Caledonia als „Nachtisch“ vorgesehen. Als spielten wir es einen Tag vorher (diesmal wieder ohne die Clans), um regelfest zu werden. Zu viert wurde es dann am Samstag gespielt, auch wieder ohne Clans. Es gibt Gründe, warum ich hier extra darauf hinweise.
Da das Spiel schon mal ausgepackt war, wurde es am Sonntag noch dreimal von meiner Frau und mir gespielt, diesmal jedoch mit den Clans. Unser Ziel war es, alle Clans kennenzulernen. Die erste Partei war ziemlich spannend für uns beide. Bei der zweiten Partei hatten wir beide schon gemischte Gefühle und nach der dritten so was wie einen Spielkater. Irgendwas scheint mit dem Spiel nicht zu stimmen.

Unausgewogene Clans

Meiner Meinung sind die Clans unausgewogen. Sie verlangen vom Spieler zudem eine ganz bestimmte Spielweise, damit er vom jeweiligen Vorteil profitiert. Aus der flexiblen Spielweise ohne Clans wird ein Korsett. So hat der Clan Buchanan etwa eine zweite Exportkiste. Nimm man sich zwei Aufträge gleichzeitig, bekommt man nur einmal den Bonus beziehungsweise muss nur einmal bezahlen. Das hängt aber davon ab, was gerade an Exportaufträgen verfügbar ist. Läuft es schlecht, kann die zweite Exportkiste richtig teuer werden.
In der Spielregeln heisst es, man solle sich auf kleinere Aufträge konzentrieren. Die müssen aber auch erstmal vorhanden sein. Ist man bei vier Spieler als letzter am Zug, können einem bereits in der ersten Runde die anderen Mitspieler gehörige in den Porridge spucken.
Dagegen hat man mit dem Clan Cunningham ein Gelddruckmaschine. Aus Milch (eigener oder gekaufter) macht man Butter, bekommt dafür direkt Geld. So erhält man für jede Milch in der Produktionsphase 8 Pfund, ganz unabhängig von den aktuellen Marktpreisen. Beim Clan MacDonald werden aus Arbeitern Fischer, die sich auf Wasser rudernd bewegen können. Passt man nicht auf, hat man am Spielende eine große Siedlung statt punktversprechend mehrere kleine.

Weniger ist mehr

Mein Eindruck bisher auch sieben Partien ist, dass man Clans of Caledonia besser ohne die namengebenden Clans spielt. Am besten lässt man auch noch die Häfen raus. Das ergibt dann allerdings ein anderes Spiel als ursprünglich vom Autor gedacht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren