Ruhe vor der Quiche

Ruhe vor der Quiche

Reden von Andrea Nahles und und eine Quiche Lorraine haben etwas gemeinsam. Beide können einem schwer im Magen liegen.

Stille vor dem Sturm

Leider kann ich an dieser Stelle nicht behaupten, die Verhandlungspartner aus SPD und Union hätten derzeit eine Pause eingelegt. Es gibt keine Stille vor dem Sturm, ich halte mir lediglich die Ohren zu. Das was über den sogenannten Familiennachzug von Flüchtlingen oder dem kleinen, mutlosen Wurf bei der Rentenversicherung berichtet wurde, lässt wenig hoffen. Wobei ich täglich dafür bete, die Genossen an der Basis würde sich am Ende nicht noch übers Ohr hauen lassen und mit einem Nein zur Großen Koalition abstimmen. Selbst dann, wenn es tatsächlich verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine solche Mitgliederentscheidung gibt. Tatsächlich ist es nämlich so, dass die Abgeordneten im Bundestag lediglich ihrem Gewissen verpflichtet sind, entsprechend also selber entschieden können, mit wem sie eine Koalition eingehen.
Wenn es denn einen Sturm geben wird, wird es ein Orkan sein, der die SPD davon trägt. Machen wir uns nichts vor, egal welche Entscheidung letztendlich getroffen wird, ob für oder gegen eine Große Koalition, zerreißen wir es die Partei auf die eine oder andere Weise. Und vielleicht ist das auch ganz gut so.

 Quiche Lorraine
jess1981 / Pixabay

Quietschende Nahles

Auf dem letzten Bundesparteitag brüllte Andrea Nahles den Delegierten entgegen, man würde jetzt mit CDU und CSU verhandeln bis es quietscht. Gestern twitterte ich, sie hätte eigentlich sagen wollen, man würde verhandeln bis es Quiche gibt — Leute aus dem Sauerland sind schließlich immer etwas hungriger. Aber mal im Ernst, von einem verhandeln bis es quietscht ist derzeitig wenig zu spüren. Und wenn etwas quietscht, dann ist es die piepsige Stimme der SPD, die sich bedeutsamer als Koalitionspartner machen möchte, um zumindest etwas als Erfolg ihren Mitgliedern verkaufen zu können.
Lassen wir das, denn ich möchte mich an diesem Wochenende lieber mit schöneren Dingen beschäftigen — und halte mir ja eigentlich die Ohren zu. Das ich überhaupt auf die Nahles wieder zu sprechen gekommen bin, liegt am Quietschen. Beziehungsweise an dem dummen Wortspiel, denn es gab bei uns zu Hause gestern Quiche Lorraine. Anders als Andrea Nahles mag ich Quiche. Natürlich habe ich auch so was wie ein Lieblingsrezept.

Quiche Lorraine

Zutaten:
200 g Mehl
175 g Doppelrahmfrischkäse
110 g Butter
4 Eier
Salz
150 g durchwachsener Speck
3 Stangen Lauch
80 g Bergkäse
200 ml Schlagsahne
Pfeffer
frisch geriebene MuskatnussZubereitung:
Mehl mit 100 g Frischkäse, 100 g Butter, 1 Ei und 1/2 Tl Salz mit den Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig verkneten. Teig in Klarsichtfolie gewickelt 1 Stunde kalt stellen.Inzwischen den Speck fein würfeln. Lauch putzen, längs halbieren, gründlich waschen und in 1 cm große Stücke schneiden. Käse raspeln. 3 Eier mit 75 g Frischkäse und Sahne glatt rühren. Mit 1 Prise Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Den Speck in einer heißen Pfanne 5 Min. braten. 1 Tl Butter und den Lauch zugeben und unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze 8 Min. mitbraten.Eine Quicheform mit der restlichen Butter sorgfältig fetten. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen, in die Form legen und überall leicht andrücken. Den überstehenden Teig rundherum abschneiden. Speck-Lauch-Mischung mit dem Käse mischen und auf dem Teig verteilen. Eiersahne darüber gießen.

Quiche auf einem mit Backpapier belegten Rost im heißen Ofen bei 200 Grad auf der untersten Schiene 35 Minuten goldbraun backen (Umluft nicht empfehlenswert). Leicht abkühlen lassen.

Entscheidender Schritt

Der entscheidende Schritt für eine gute Quiche Lorraine ist der letzte. Ein Schritt, der deutlich schwer fällt, weil man die duftende Quiche bereits aus dem Ofen geholt hat. Leicht abkühlen lassen ist aber dennoch wichtig. Sie lässt sich einfacher schneiden und schmeckt auch besser — sogar kalt am nächsten Tag, falls etwas über bleibt.
Leicht abkühlen lassen wäre auch der richtige Tipp derzeit für die SPD. Die gesamte Stimmung ist so überhitzt, das kann einfach nicht gut gehen. Mir als Mitglied an der Basis schmeckt das ehedem nicht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren