Tote Cranberries

Tote Cranberries

Bevor ich über die Cranberries stolperte, kannte ich die anderen Cranberries auch nicht. Aber um die geht es im folgenden gar nicht.

Erstkontakt

Es wird um die Band Cranberries gehen und um die kürzlich verstorbene Sängerin Dolores O’Riordan. Wenn man so will ein viel zu später Nachruf. Fangen wir aber von Anfang an. Man schrieb das Jahr 1994, als ich zum ersten Mal ein Lied von Cranberries im Radio hörte. Natürlich war es DAS Lied, welches der Band zum internationale Durchbruch verhalf. Auf dem gesamten Album „No Need to Argue“ ist Zombie auch stärkste von allen, wie ich finde.
Es zog mich sofort in seinen Bann und es war keine Frage, dass ich mir das Album sofort kaufen würde. Es steht nach wie vor bei den anderen CD`s, die mangels CD-Spieler längst nicht mehr abspielen kann.
Das Thema um das es in Zombie geht ist keine leichte Kost. Eine musikalische Auseinandersetzung mit dem Nordirland-Konflikt und seinen Folgen. Das war einer der Gründe, warum mich das Lied berührte. Der andere Grund war die Stimme der Sängerin.

Cranberries
fotoblend / Pixabay

Was bleibt von Cranberries

Dolores O’Riordan hatte eine so kraftvolle, ausdrucksstarke Stimme. Eine Stimme, die einen umhaute. Das Lied Zombie und das gesamte Album lebt von dieser Stimmen, auch wenn die Sängerin jetzt leider verstorben ist. Mich berührt das besonders, weil die Sängerin im gleichen Jahr wie ich geboren wurde. Über die Musik hinweg hört man die Einschläge näher kommen.
Die Tragik von O’Riordan und den Cranberries begreift man wohl nur, wenn man sich das Album
„No Need to Argue“ noch mal anhört. Es ist ein heller Stern am Himmel. Er leuchtet aber so stark, das er alles andere überstrahlt — insbesondere die nachfolgenden Alben. Von den Cranberries ich bewusst nach ihrem großen Erfolg nichts mehr gehört. Die eine CD von ihnen blieb auch die einzige. Verallgemeinern kann man das sicher nicht, denn ich bin alles andere als Musikaffin. Die Süddeutsche Zeitung schrieb in ihrem Nachruf, die Band habe weltweit insgesamt 38 Millionen verkauften Platte gehabt — was etwas altmodisch klingt, da das meiste davon wohl doch CD`s gewesen sind. An den ersten großen Erfolg konnten sie vermutlich trotzdem nicht anknüpfen.
Mit dem Tod von O’Riordan endet eine sehr schmerzvolle Biographie, aber auch die Band selber. Ihr Stimme war das Aushängeschild der Cranberries. Mir wird sie fehlen, auch wenn ich O’Riordan nicht wirklich gekannt habe.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren