Weniger Zucker

Weniger Zucker

Beim REWE läuft zur Zeit eine Aktion namens „Du bist Zucker“, bei der es um weniger Zucker in Lebensmitteln geht.

Weniger ist mehr

Als Kind habe ich den Spruch „Weniger ist mehr“ regelrecht gehasst. Besonders angesichts homöopathischer Nachtischportionen. Der war doch überhaupt der Grund für mich gewesen, dass vorher serviert aufzuessen („…sonst gibt es keinen Nachtisch“). Im Grunde sollte ich aber nicht meckern, sondern dankbar sein. Weniger Nachtisch und insgesamt auch nicht zufällig viele Süßigkeiten in der Kindheit hat zu viel weniger Problemen mit meinen Zähnen geführt als bei anderen. Weniger Süßigkeiten bedeutete eben auch weniger Zucker. Und der stand früher im Verdacht, Karies zu verursachen.
Mittlerweile wäre der Zucker vermutlich froh, wenn es lediglich bei diesem Verdacht geblieben wäre. Er wird nämlich mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen in Verbindung gebracht. Etwa Diabetes, Übergewicht und sogar Depressionen. Dabei wird mit Zucker ähnlich wie mit Tabak viel Geld verdient. Was dann dazu führt, dass die Industrie „die Zucker-Gefahr verharmlost“, wie die Süddeutsche Zeitung vor zwei Jahren schrieb.

Weniger Zucker
Weniger Zucker

Weniger Zucker, mehr für die Gesundheit

Zucker hat seinen Ruf als weißes Gift in jedem Fall verdient. Wobei das bereits unserer Wahrnehmung verzehrt und ein Teil des Problems eines zu hohen Zuckerkonsums ist. Zucker ist nämlich mehr als nur der raffinierte weiße Zucker oder die Zuckerwürfel, die gerne zur Veranschaulichung verwendet werden.
Weniger Zucker wäre im Anbetracht der Erkrankungen, die mit Zucker in Verbindung gebracht werden, mehr als ratsam. Einfach den Zucker zumindest zu reduzieren scheint aber nicht so einfach zu sein. Mittlerweile haben viele von uns einen süßen Zahn (wie man so schön sagt) und sind von klein auf an den süßen Geschmack gewöhnt. Zuckerersatzstoffe haben gleichzeitig auch keinen besonders gute Ruf. Im harmlosesten Fall wirken sie bei übermäßigem Konsum abführend — der Verdacht, Krebs auszulösen haftet ihnen aber zum Teil nach wie vor an.
Zucker ist zwar manchmal versteckt, aber häufig genug verdrängen wir selber als Verbraucher, das wir uns mit einem bestimmten Produkt Zucker zuführen. So ist etwa der Hauptbestandteil vom Eiszauber, na was? Zucker natürlich. Selber machen oder sich vermeintlich gesund zu ernähren heisst längst nicht, allen Zuckerfallen aus dem Weg zu gehen.

Aktion bei REWE

Ob die Aktion bei REWE nur geschickte Werbung ist oder es wirklich ein ernsthafter Versuch ist, sich um die Gesundheit seiner Kunden zu bemühen, kann jeder für sich selber beantworten. In jedem Fall sorgt die Aktion für weniger Zucker für ein Mehr an Aufmerksamkeit. Natürlich konnte auch ich nicht widerstehen und habe mir eine der Probierpakete besorgt. Ein Euro kann man für so was schon mal investieren — zumal es teurer Anschaffungen für einen Blogartikel gibt. Abgesehen davon interessiert mich das Thema wirklich und auf diese Weise konnte ich rechtfertigen, vier Pudding ganz alleine hintereinander zu essen.
Brav habe ich mich auch durch die unterschiedlichen Stufen probiert. Vom vollen Zuckergehalt nach Originalrezept, über 20, 30 und 40 Prozent weniger Zucker. Mir persönlich hat der Pudding mit dem wenigsten Zucker am besten gefallen, aber ich kenne ja auch von früher noch das holländische Kakaopulver, was völlig ungesüßt war. Die Mehrheit der Kunden hat bisher für die Variante mit 30 Prozent weniger Zucker gestimmt.

Weiter ohne Zucker

Wie es nach der Aktion weitet, wird man abwarten müssen. Zumindest die Website von REWE zum Thema wirkt so, als wäre man ernsthaft bemüht sich der Sache anzunehmen. Zumindest bei mir hat es schon was bewirkt. Zucker im Alltag zu reduzieren wird auf jeden Fall jetzt zu einem Projekt in diesem Jahr. Vor allem möchte ich den Heißhunger auf Süßes Attacken in den Griff bekommen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren