Schandfleck Ebertplatz

Schandfleck Ebertplatz

Den Ebertplatz in Köln als Schandfleck zu bezeichnen, ist nicht übertrieben. Eher sogar noch etwas geschmeichelt.

Blick zurück

Bei Wikipedia gibt es einen sehr umfangreichen Artikel zum Ebertplatz. Den kann man sich zu Gemüte führen. Oder auch nicht, denn an der derzeitigen Situation vor Ort ändert es erstmal nichts. Für mich als nicht so lange in Köln lebender ist ehedem nur das relevant, was sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Hier von Entwicklung zu sprechen, ist jedoch falsch. Eher ist es ein kontinuierlicher Verfall. Da reicht schon ein Blick in den eigene Blog zurück, auf das Dauerthema Umgestaltung.
Für mich ist der Ebertplatz nichts abstraktes, ich habe zwei Jahre lang in seiner Nähe gewohnt. Ziemlich gut kann ich mich auch noch an meinen allerersten Kontakt mit ihm erinnern. Meine Frau und ich wollten von der Eigelsteintorburg ins Agnesviertel. Wir gingen eine Treppe herunter und verliefen uns mehr oder weniger auf dem Ebertplatz. Etwas verkehrswiedrig sind wir dann oberirdisch irgendwie auf die andere Seite gekommen. Für Fußgänger ist der Platz ein Albtraum.

Ebertplatz und Köln von oben
WikiImages / Pixabay

Ebertplatz schönreden

Möglicherweise muss man diesen Platz als Zugezogener betrachten. Als jemand, der von der typischen Kölner Folklore noch nicht benebelt ist. Ich für meinen Teil kann dem Ebertplatz nichts abgewinnen. Er ist hässlich und definitiv eine Bausünde. Als er im vergangenen Herbst noch zu einer No-Go Area wurde und es einen Toten gab, gab es eine Idee der Stadtverwaltung. Unten einfach alles zumauern. Schnell formierte sich Widerstand, Künstler und Politiker protestierten. Ja, unten in den Räumlichkeiten des Ebertplatzes gibt es eine Subkultur, die mancher für schützenswerte hält.
Ich für meinen Teil sehe nur eine Fläche, die verkommt. Kaputte, von Moos durchzogenen Rolltreppen. Einen Platz, der für Fußgänger mehr als unangenehm ist. Städteplanerisch merkt man dem Ebertplatz an, dass hier vor Jahrzehnten alles dem Autoverkehr untergeordnet wurde. Ein Konzept, welches meiner Meinung nach keine Zukunft hat und haben sollte. Online kann man sich im Bilderbuch Köln ansehen, wie der Platz man früher ausgesehen hat. Oberirdisch deutlich schöner. Aber das war eine andere Zeit.

Zuschütten hilft

Das erste, was mir zum Ebertplatz immer als Lösung einfällt, ähnelt dem der Stadtverwaltung. Einfach zuschütten. Die Hässlichkeit unter Erde begraben und Tulpen drauf pflanzen. Kostspieliger würde es, wenn man ein richtiges Konzept für den Platz entwickelt. Ideen für eine Umgestaltung hätte ich auch schon. Die setzen aber voraus, dass man sich grundsätzlich mit der Verkehrsführung in Köln auseinandersetzt. Eine fußgängefreundliche Lösung würde in einer durchgehenden Achse von der Eigelsteintorburg bis ins Agnesviertel hinein. Das käme einer Sperrung für den Autoverkehr gleich. Nicht beliebt.
Man könnte es aber dadurch versüßen, wenn unter dem Ebertplatz wie schon häufiger angedacht Parkraum zur Verfügung gestellt würde. Eine ansprechende Begrünung des Platzes würde sich auch für Stadtklima gut machen. Die derzeitigen Räume unten würden in jedem Fall wegfallen. Schade? Nicht aus meiner Sicht, es gibt alternative Orte. Beispielsweise die Bahnbögen in der Innenstadt, aber das ist dann wieder ein ganz anderes Thema.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren