Paths of Glory

Paths of Glory

Bereits mehrfach tauchte hier im Blog Paths of Glory auf. Höchste Zeit, etwas näher auf das Spiel einzugehen.

Alternative Karte

Anfang Dezember bekam ich den alternativen Spielplan zu Paths of Glory geliefert. Ich hatte ihn mir in einer Onlinedruckerei bestellt – die Konfiguration der Druckvorlage war etwas kompliziert, das Ergebnis aber am Ende ziemlich beeindruckend. Es ist natürlich so, dass ich mir nicht einfach irgendwelche Spielpläne drucken lassen, um mir sie dann an die Wand zu hängen. Wobei, eine interessante Idee wäre das auch mal. Ziel hier war jedoch, ein übersichtliches Spielbrett zu haben, wenn meine Frau und ich zum ersten Mal Paths of Glory spielen.
Die alternative Karte halte ich, gerade für Anfänger bei diesem Spiel, für absolut notwendig. Anders als bei der Originalkarte, die eher einer geographischen Darstellung entspricht, sind bei der alternativen Karte die Grenzen und Länder deutlich besser zu erkennen. Mir hat es in jedem Fall auch beim erklären des Spiels ziemlich geholfen — aber dazu später mehr.

Paths of Glory
Ben_Kerckx / Pixabay

Spielidee

Bei Paths of Glory von GMT Games handelt es sich ganz klar um ein so genanntes „Wargame“ — oder CoSim, wenn einem der Begriff lieber ist. Hier werden nicht wie in einem Eurogame lustige kleine Arbeiter-Pöppel eingesetzt, sondern Armeen gegeneinander in den Krieg geführt. Allerdings handelt es sich bei den Armeen um kleine Pappcounter. Eine abstrakte und auch gewöhnungsbedürftige Form von Spielmaterial. Für diese Art Spiele aber durchaus zweckmäßig. Alle relevanten Werte sind so unmittelbar ersichtlich.
Die Thematik bei Paths of Glory ist bewusst ernsthaft. Es geht hier nicht um fiktive Konflikte oder putzige Fantasywelten, sondern um den ersten Weltkrieg. Zwei Spieler kämpfen um die Vorherrschaft in Europa, einer für die Mittelmächte und der andere für die Triple Entente. Paths of Glory ist durch die Thematik auch ein Spiel, was nicht zu 100 Prozent ausgewogen ist. So ist ein Sieg der Mittelmächte (auch aus historischen Gründen) deutlich schwerer zu bringen — aber nicht unmöglich.

Komplexität von Paths of Glory

Wessen Spieltisch bisher nur einfache Kost gesehen hat und wer mit Spielen wie „Der Ringkrieg” bereits überfordert ist, wir garantiert keine Freude an Paths of Glory haben. Es ist ein Spiel, in das man sich regelrecht einarbeiten muss. Die Grundmechanik ist relativ einfach. Auf einer Karte, wo relevante Städte mit Linien verbunden sind (point to point map) werden die Einheit über so genannte Operationspunkte bewegt. Die erhält man durch das ausspielen einer seiner Handkarten. Der Pfiff an der Sache ist dabei, dass diese Handkarten auf unterschiedliche Weise ausgespielt werden können. Etwa um neue Armeen auf den Spielplan zu bringen, ein Ereignis auszulösen oder ein neutrales Land zum Kriegseintritt zu bewegen.
Als Spieler steht man immer vor der Entscheidung, wie man seine Karte einsetzt. Bei manchen Verwendungszwecken wandert die Karte dauerhaft aus dem Spiel. Komplex wird Paths of Glory durch eine ganze Reihe von Ausnahmeregeln, die allerdings wichtig sind. Wichtig deshalb, weil sie den Bezug zu den tatsächlichen historischen Ereignissen und Gegebenheiten herstellen. Das einem in den ersten Partien Fehler unterlaufen, ist naheliegend. Aber man muss auch nicht sofort alles komplett beherrschen und jede Regel verstanden haben. Lediglich einlassen auf das Spiel muss man sich. Und wissen, dass es deutlich mehr als eine Partie benötigt, um es zu meistern.

Dauerhafter Spielspaß

Das Material von Paths of Glory ist zweckmäßig. Man hat keine Plastikfiguren auf dem Spielbrett, die Atmosphäre kommt durch andere Faktoren zustanden. Etwa dadurch, dass man sich der Gechichte auseinandersetzt. Für mich ist es ein Spiel, was mit jeder Partei interessanter und besser wird. Etwa, weil man die Regeln stärker durchringt und Möglichkeiten entdeckt, die einem vorher verborgen geblieben sind. Weil mein Lust darauf bekommt, eine neue Strategie auszuprobieren. Und auch, weil es ein episches Spiel ist. Die durchschnittliche Spielzeit dürfte bei rund sieben Stunden liegen. Meine Frau und ich hatten an unserer ersten vollständigen Kampagne zehn Stunden verteilt auf mehrere Tage gespielt.
So ein Monster kommt nicht jeden Tag, auch nicht jedes Wochenende auf dem Tisch. Man muss sich dafür Zeit nehmen, etwa im Urlaub. Meiner Meinung nach lohnt sich das aber, denn mit Paths of Glory hat man ein Spiel, welches einen über Jahre, Jahrzehnte begleiten kann. Es wird nicht langweilig und nutzt sich nicht ab (abgesehen vom Spielmaterial selber).

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren