Eine Zeugenaussage machen. So was hört sich immer einfach an. Die meisten halten Zeugen wohl auch wohl für einen neutralen, unbeteiligten Beobachter. In so ziemlich allen Fällen war das selbstverständlich Blödsinn. Erst recht dann, wenn der Zeuge und Opfer ein und die selbe Person waren. So wie Elke Lonz, die vor dem grauen Betonklotz stand. Man hatte ihr deutlich gemacht, das sie vor den Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft erscheinen musste.

Aderlass

Alexas_Fotos / Pixabay

Noch immer zögernd stand Elke vor der Polizeidienststelle. Sie wollte der mündlichen Vorladung Folge leistet. Gleichzeitig aber wusste sie um die Sinnlosigkeit der Befragung. Das Chaos im Büro würde sie selber beseitigen müssen. Zudem wollte sie die Sache selber in die Hand nehmen, ohne Hilfe von sicherlich engagierten Polizisten.

Als Lonz schließlich einer jungen Beamtin gegenüber saß und Fragen gestellt bekam, antwortet sie wahrheitsgemäß. Tatsächlich hatte Elke die Person, die sie angegriffen hatte, nicht erkannt. Natürlich hatte Elke einen deutlichen Verdacht, aber bei der Aufnahme ihrer Zeugenaussage ging es schließlich nicht um Vermutung. So kam es, dass die Polizei ebenso wie die Presse von einem Überfall aus politischen Gründen ausging. Elke war es nur recht, wenn man denen von der Antfia-Gruppe mal gehörig auf den Zahn fühlen würde. Allerdings musste sie sich beeilen, denn die von ihr verdächtigte Person gehörte ebenfalls der Gruppe an. Vermummt oder nicht, Elke glaubte ziemlich genau zu wissen, wer sie überfallen hatte.

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