Die guten Haare

Die guten Haare

Erst als ich selber darüber entscheiden durfte, war Haare schneiden lassen für mich kein Drama mehr. Davor war die Fremdbestimmtheit bei Friseur ähnlich wie beim Arzt.

Haarmoden

Als Kind und noch einige Zeit darüber hinaus hatte ich als Friseur, wenn man die Vergewaltigung meiner Haare so nennen will, einen Seitenscheitel. Den trug ich auch noch Anfang des Studiums so. In meiner rebellischen Phase gab es eine Episode, wo ich eine blonde Strähne vorne hatte. Eigentlich sollte die Stelle blau gefärbt werden, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Aber wo wir schon beim Thema färben sind, ja ich habe mir mal die Haare komplett gefärbt. Sogar mehrere Male. War in der Oberstufe im Trend, mit Henna zu experimentieren.
Hat mir vermutlich nicht wirklich gestanden und ehrlich gesagt war das Färben eine ziemliche Sauerei. Immerhin, den Geruch von Henna fand ich ziemlich akzeptabel. Erst mit Mittelscheitel und Undercut habe ich dann, wenn man so will, zu mir selber gefunden. Die Frisur habe ich zum Glück jetzt deutlich länger.

Haare fallen
Skitterphoto / Pixabay

Kein gutes Haar

Es gibt so eine Redensart, „kein gutes Haar an jemanden lassen“. Bei meinen wachsenden Friseuren kann ich mir zumindest Teilweise vorstellen, woher diese Redensart kommt. Friseure hatte ich bisher viele gehabt. Vier davon allein in Wesel, meiner Geburtsstadt. Der erste in meiner Kindheit war quasi aus der Nachbarschaft. Frisiert hat er immer im Kittel. Geschnitten — nun ja, reden wir nicht darüber. Etwas besser lagen die Haare, als wir zu einem günstigen Kurs von meinem Vater als Modell für Azubis ausgeliehen wurden.
Später wählte ich mir dann selber einen Friseur, der auf der Brüder Landstraße seinen Salon hatte. Der Einrichtung haftete der Charme der 50er-Jahre an. modetechnisch war meine Frisur dann auf der damaligen Höhe der Zeit — 50er-Jahre Style. Der letzte Friseur in Wesel befand sich in der Feldmarkt direkt am Marktplatz. Ganz ehrlich, mein bestes Erlebnis damals am Niederrhein. Mit dem Studium wurde es dann etwas unpraktisch, dorthin zu gehen.

Haare für ein Halleluja

Der erste Besuch eines Friseurs und Bielefeld endete angeschnitten. Ohne Termin wollte man mich an der Stapenhoststraße nicht bedienen. Ich suchte mir dann einen Friseur im der Altstadt und wahr sehr zufrieden. Bei ihm blieb ich 16 Jahre Kunde. Eine erstaunlich lange Zeit. Den Eigentümer fand ich ziemlich sympathisch. Porsche-Besitzer und Harley-Fahrer. Und er hatte später nach seinem Umzug Richtung Sieker eine Klimaanlage im Salon. Beim schneiden der Haare im Sommer ist das sehr angenehm.
Nach dem Umzug nach Köln wollte ich sogar noch bei ihm Termine machen. War aber dann doch etwas unpraktisch wegen der Anfahrt. Der erste Friseur in Köln im Agnesviertel gefiel mir zunächst ganz gut. Bis man zickig wurde, weil ich keine Haarwäsche vorab wollte. Dann stellte man sich auch noch auf den Kopf, weil ich Genre Termine machen wollte statt spontan vorbei zu kommen — Zeiten ändern sich. So kam es, dass ich dann bei einem Friseur in Dom-Nähe landete und dort auch äußerst zufrieden bin. Beeindruckt am Freitag hat mich mal wieder der Besitzer, als er mich auf die Preiserhöhung hinwies. Vorab wurden nämlich von ihm die Gehälter der Mitarbeiter erhöht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren