Seit gestern ist der Oktober da. Während er sich am Sonntag vorzüglich in Täuschung übte und von der besten Seite zeigte, sieht es heute er nach Zugverspätungen aus.

Personen auf dem Gleis

Das mit den Zugverspätungen ist erklärungsbedürftig, zumindest für diejenigen, welche nicht das „Vergnügen“ habe, regelmäßig mit der Bahn zu fahren. Im Herbst, zu dem er Oktober Gerüchten zu Folge gehört, nehmen bei trüben Wetter wieder die Selbstmorde zu. Warum Menschen sich dann unbedingt vor den Zug werfen, kann ich eher weniger verstehen. In jedem Fall führt das mindestens zu Verspätungen.
Natürlich hat der Oktober, wie jeder andere Monat auch, seine schönen Seiten. Je nach dem, wie es im betreffenden Jahr in den Weinbergen gelaufen ist, bekommt man noch (oder zum ersten Mal) Federweißer. Bei uns zu Hause ist es schon fast ein Ritual, den Herbst mit Federweißer und Zwiebelkuchen zu begrüßen. Zudem gibt es die Frankfurter Buchmesse und natürlich auch die Spielmesse in Essen.

Der Oktober ist da

cocoparisienne / Pixabay

Der andere Oktober

Weder Buchmesse noch Spielmesse werden wir dieses Jahr mitnehmen, dafür gab es gestern bereits zum zweiten Mal Zwiebelkuchen. Unser Oktober wird etwas anders verlaufen in diesem Jahr, bedingt durch den Urlaub. Abgesehen davon habe ich persönlich den Eindruck, der Monat sei bereits um — obwohl wir erst den 2. Oktober haben. Alles wirkt irgendwie kompakter, dichter. Was die Terminplanung angeht, bin ich im Prinzip schon im November. Wobei für Terminplanung in etwas 80 Prozent der Fälle, zumindest im privaten Umfeld, bedeutet, Termine für Spielenachmittage und -abende zu finden. Schließlich ist es einer der schönsten Hobbys, Spiele nicht vornehmlich zu sammeln, sondern eben auch zu spielen.
Verpasst habe ich rückblickend, an einen Jahrestag zu erinnern. Mitte August war es nämlich so weit: seit einem Jahr nutze ich bereits die Board Game Stats App, die es für iOS und Android gibt. Das bedeutet entsprechend, dass jedes gespielte Brettspiel erfasst wurde. Das erste letztes Jahr im April war „Scythe“. Nach wie vor ein tolles Spiel. Das letzte Spiel gestern, also schon im Oktober, „Drunter und Drüber“. Ein älterer Titel, der sich nach wie vor gut spielen lässt.

Alter und Qualität

Bei Brettspielen ist es schwer, anhand des Erscheinungsjahres Rückschlüsse auf die Qualität eines Spieles zu ziehen. Gute Beispiele sind etwa das erwähnte „Drunter und Drüber“ oder auch „Heimlich und Co“. Beide spielen sich trotz ihres Alters hervorragend. Bewundernswert finde ich auch, wie gut geschrieben einige Anleitungen damals bereits waren. So war es gestern kein Problem, mal eben schnell die Regeln für „Adel verpflichtet“ zu lesen und dabei zu erklären. Bei „Terra Mystica“ etwa geht so was nicht. Immerhin, dass Spiel ist ohne Zweifel klasse. Anders etwa als „Alhambra“, welches immerhin mal Spiel des Jahres war. Nach eine sehr zähen Partie stand für meine Frau und mich fest, dass wir uns von „Alhambra“ trennen werden. Spiele, bei denen man das Gefühl bekommt, hilflos ausgeliefert zu sein, haben keinen Platz in der Sammlung.
Für mich steht daher der Oktober auch im Zeichen der Trennung. Aus dem bisher nur guten Vorsatz, meine Sammlung durchzugehen und Titel aussortieren, wird ein konkretes Vorhaben. Die ersten Spiel befinden sich bereits auf einer Verkaufsliste. Mit etwas Glück schafft das dann den Platz in den Regalen für die kommenden Neuzugänge.

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