Zum ersten Mal stieß ich 2012 auf den Römerkanal-Wanderweg in Form einer Beilage des Wandermagazins. Auf 7 Etappen von Nettersheim in der Eifel bis nach Köln, hieß es. Angeben wurde der Gesamtumfang mit 116 Kilometern.

Vor zwei Jahren versuchten meine Frau und ich uns zum ersten Mal an der Strecke. Weit kamen wir auch beim zweiten Versuch ein Jahr später nicht, aber immerhin erfassten wir zwei Etappen für Wandersehnsucht.

Domblick

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In diesem Jahr hatten wir uns für die Sommerferien als Alternative zum Moselsteig (ausgefallen auf Grund unbeständigen Wetters) vorgenommen, den Römerkanal-Wanderweg im dritten Anlauf endlich zu Ende zu bringen. Los ging es mit der ersten Etappe von Nettersheim aus 9. Juli. Heute schafften wir dann endlich die 7. und damit letzte Etappe. Was die 116 Kilometer angeht — nun ja, gemessen habe ich 144 Kilometer. Eine kleine Abweichung, die aber gut ins Gesamtbild passt. Insbesondere heute ließ die Beschilderung streckenweise zu Wünsche übrig. Was aber wirklich zum kotzen (ganz ehrlich) war: der von der offiziellen Webseite heruntergeladene Track weiss eine dermaßen hohe Abweichung von der eigentlichen Streckenführung auf, dass er eigentlich nicht zu gebrauchen ist. Wir haben uns irgendwie durchgewurschtelt. Im Zweifel meinem Pfadfinder-Instinkt vertraut und dem Wissen, das der Zielpunkt im Navi einprogrammiert ist. Ankommen tut man immer. Irgendwie jedenfalls.

Wer als Familie den Wanderweg in Angriff nimmt, um etwas über römische Geschichte zu erfahren, dem würde ich besser den Archäologischen Park in Xanten empfehlen. Es mag zwar sein, dass der Wanderweg in weiten Teilen der Trassenverlauf des Römerkanals folgt, aber wirklich viel zu sehen bekommt man davon nicht. Selbst ich als Erwachsener mag mir unterwegs nicht immer die
Schilder durchlesen.

Irgendwas werden die Römer hier schon mal gebaut haben, also führen wir die Strecke mal hier entlang.

Aber der Wanderweg lohnt sich meiner Meinung nach aus einem ganz anderen Grund. Er führt von der Eifel bis ins Rheinland und vermittelt einen guten Querschnitt der Region. Es streckenweise beeindruckende Weitblicke, sowohl in der Eifel als auch weiter Richtung Köln, wenn zwischen Hornheim und Brühl das Siebengebirge am Horizont durchschimmert.

Spannend ist es auch, auf welche unterschiedlichen anderen Wege man unterwegs stößt. Jakobsweg, Kölnpfad, Wasserburgroute und einige mehr. In Köln zu wohnen heisst auch, viele Wanderwege fast vor der Haustür zu haben. Mit dem Zug ist man schnell in der Eifel, raus aus dem Mief der Großstadt. Und freut man sich, wenn man zu Hause in der „Zivilisation“ unter der heißen Dusche steht.

Jetzt, wo der Römerkanal-Wanderweg abgehakt ist, folgende noch viele weitere Wanderstrecken, hoffe ich. Einiges davon werden wir noch in diesem Jahr angehen. Die sieben Etappen belieben uns in Erringung, nicht zu letzt auch auf Grund der vielen Fotos. So schnell allerdings werden wir ihn nicht erneut wandern.

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