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Sehnsucht aus dem Buchenrauch

Heute Morgen unter Dusche manifestierte sich ein Lied im meinem Kopf — Rücksicht nehmend auf die Nachbarn habe ich selbstverständlich nicht laut gesungen. Wohl aber gesummt: „Pommersche aus dem Buchenrauch …“ Merkwürdig fand ich sowohl den Umstand, dass mir so was unter der Dusche wieder einfiel als auch die Werbung selber. Sie hat sich gut in meinen Erinnerungen gehalten, ohne aufgefrischt zu werden. Was wohl auch an meiner Abstinenz in Bezug auf normalen Fernsehkonsum liegt.

Auf dem Weg ins Büro fielen dann weiter Werbeclips ein, die alle ein ähnliches Muster hatten oder haben. Die Jever-Werbung (Wie das Land, so das Bier), Onkel Dittmeyer, Werthers Echte („Ich erinnere mich noch heute daran…“), Stork Riesen und weitere. Wie alle wissen, dass es Werbung und keine Wirklichkeit ist. Trotzdem wollen wir das, was uns da erzählt wird glauben — wider besseren Wissens.

Kincse_j / Pixabay

Es ist ein Stück weit die Sehnsucht nach etwas aus der Kindheit, was tief in uns verborgen ist und darauf wartet, wieder geweckt und hervorgeholt zu werden. Gerade darum sprach mich zum Beispiel die Werbung der„Rügenwalder Mühle“ an — eine Kampagne mit Oma Friederike und die Tradition, die Pommersche Gutsleberwurst aus Buchenrauch. Die vor allem nach Handwerk und Tradition zu schmecken scheint, wenn man dem über die Werbung transportierten Bildern glaubt.

Bei der Rügenwalder Mühle hat man allerdings 2009 mit einer Erneuerung der Marke begonnen, dem auch der alte Werbespot zum Opfer fiel. Nach einigen Zwischenschritten wird zwar noch immer gesungen, aber die Szene aus dem Clip für die Gutsleberwurst ist im Hier und Jetzt angekommen. Statt Schauspieler oder Moderatoren sind Mitarbeiter, Auszubilden und der Firmenchef im Video zu sehen. Mehr Transparenz, dem Bedarf nach sicheren Lebensmitteln soll entsprochen werden. Die Zielgruppe, so heisst es, verlange es.

Wir kennen die Bilder von eingepferchten Hühner, wissen wie Schweine geschlachtet werden und glauben schon längst nicht mehr, dass ein Stoff-Bär von den Kühen die frische Alpenmilch holt. Und trotzdem. Wir wollen die heile Welt, in der die Tortellini von einer italienischen Mama von Hand gemacht werden, statt von einer Presse an einem Fließband irgendwo in einer Fabrik. Ein Grund, warum Selbstgemachtes wieder voll im Trend ist. Menschen nehmen in Kauf, große Teile ihrer Freizeit zu opfern — um aufwendig Brot selber zu backen, zur gärtner oder Dinge selber zu bauen. Und wenn man schon keine Zeit für so was hat oder zwei Linke Hände, dann will man zumindest Sachen kaufen, den Anschein erwecken, sie wären traditionell handgemacht.

Supergeil ist nur der Hype

Mangels aktivem Fernsehkonsum bleibt mir mindestens 90 Prozent der Werbeclips erspart. Im Internet selber lese ich Nachrichten und Artikel entweder über RSS oder werbebefreit mit der Reader-Funktion von Safari. weiterlesen →

Werbeprostitution

Es wirklich erstaunlich, was manche Zeitgenossen für Vorstellung über Blogger haben. Man bekommt den Eindruck, manche würde wirklich glauben, Bloggerinnen und Blogger wären jederzeit willig und ohne Geld zu haben. weiterlesen →

Präventiver Tyrannenmord

Es gibt nur wenige Fälle, in denen man für ein überfahrenes Kind einen Preis erhält. Tobias Haase ist von der Jury des Nachwuchsfilmpreises First Steps Award ausgezeichnet worden für seinen inoffiziellen Mercedes-Werbefilm. weiterlesen →

Lasst mich doch ihn Ruhe

Je nach Auslieferungszustand am frühen Morgen verbringe ich den größten Teil der Zugfahrt nach Essen entweder mit der Zeitung oder geschlossen Augen. Power-Napping bei 200 km/h. weiterlesen →

Das Geschäft mit der Angst

Ob Werbung, gerade auch Fernsehwerbung, in jedem Fall funktioniert, lässt sich nicht endgültig beantworten. Nicht wenige von uns werden mit Sicherheit behaupten, dass sie sich nicht beeinflussen lassen. weiterlesen →

Kurze Werbepause

Seit gestern hat dieser Blog seine Unschuld verloren. Man könnte das Ganze auch weniger dramatisch sehen und nüchtern feststellen, dass die Startseite im rechten Bereich einen kleinen Werbeblock hat.
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Kurze Werbepause

Bahn fahren an sich kann an manchen Tagen schon sehr schlimm sein. Die Züge sind voll, der Sitznachbar ist eher ein XXL-Modell und quillt aus dem Sitz und irgendwo lamentiert lautstark eine Großfamilie, während sie Knoblauchfleischwurst verspeist. Bei leichtem Bremsvorgängen macht sich dann noch irgendein Teil aus der Gepäckablage selbständig und begräbt einen unter sich – was zumindest den Vorteil halt, dass man vom Rest nicht mehr viel mitbekommt.
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Werbepause im Schützengraben

Auf der verzweifelten Suche nach neuen Einnahmequellen, die möglichst vor der Wahl keinen belasten sollen, erhielt die Bundesregierung gestern einen innovativen Vorschlag aus dem Verteidigungsministerium.
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Wer nicht wirbt, stribt

In Zeiten der Rezension muss man bei vielen Dingen Abstriche machen – so kommt auch dieser Blog offensichtlich nicht ohne Werbung (in diesem Fall von Trauerhaus Hoch & Tief) aus:

0180 495 14935 Bestattungen zum Ortstarif. Der nächste frei Platz ist für Sie reserviert. Bei uns bekommen Sie Trauerschleifen statt Warteschleifen.

Wenn man bedenkt, wie viele Menschen sterben, während sie in einer Warteschleife eines dieser vielen Callcenter hängen, die den Kunden als so genannte Servicecenter verkauft werden, steckt in der Werbung schon ein wahrer Kern.

Keine Werbung, bitte!

Wie ich zu Werbung in diesem Blog stehe, habe ich, glaube ich, schon mehrfach erwähnt. Aus aktuellem Anlass habe ich eine kleine Änderung vorgenommen: Künftig entfallen die Social Bookmark Icons (die vermutlich eh niemand genutzt hat) zugunsten eines eindeutigen Hinweises, dass ich bei kommerzieller Werbung in den Kommentaren die Löschung berechnen werde.