24. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil XIX

Als Manfred wieder die, zugegeben leicht geschwollen, Augen aufmachen konnte, war er bereits umgezogen und grün geschminkt worden. Im Kreis um in herum standen viele bekannte Gesicht, die ein fröhliches Lied anstimmten. Nur einer, der stand natürlich nicht, sondern rollte um alle herum. Auch murmelte er vor sich hin was ganz unweihnachtliches:

Dreht euch nicht um, denn…

Mit seiner neuen HD-Kamer in der Hand nahm er dabei alles auf. Für später. Man konnte ja nie wissen.

Angelas schon etwas vom Punsch getrübter Blick fiel auf das Geschenkpapier des Geschenkes, dass sie völlig überraschend von Kurt B. bekommen hatte. Da dieser keine Zeit mehr hatte, um Geschenkpapier zu kaufen, war es in die Reste der Tageszeitung gewickelt.

Einen teil konnte man noch lesen:

…allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest.

So sollte es denn wohl sein, dachte Angela, bevor ihre Aufmerksamkeit wieder auf Klaus W. gerichtet wurde, der ihre Tasse aus dem großen Punschtopf nachfüllte. Wahrlich, es war Weihnachten.

23. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil XVIII

Weihnachtsfeiern hatten immer jemanden, der für ihre Organisation verantwortlich war. Meistens war da das hinter auch derjenigen, der als Abladestelle für all die aus der Feier entstanden Unzufriedenheiten herhalten musste, denn auch hier galt das ungeschriebene Gesetz: man kann es nie allen recht machen – schon gar nicht, wenn es um Weihnachten und feiern ging. weiterlesen »

19. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil XVII

Steinmeier war zufrieden. Auch das letzte Geschenk, ein russischer Tanzbär, der nach Pfeife tanzen konnte, war verpackt. Der Weihnachtsfeier stand also nichts mehr im Weg – außer vielleicht ein gewisser Kurt. weiterlesen »

17. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil XVI

Außenminister F. W. Steinmeier war zufrieden. Das Geschenk für die Bundeskanzlerin war noch rechtzeitig vor den Feiertagen aus der Türkei eingetroffen und vermutlich schon auf dem Weg nach Uelzen. Damit würde er bestimmt ein paar Punkte gutmachen und von Merkel ein Fleißkärtchen bekommen. In Gedanken ging er noch mal die anderen Geschenke durch und überlegte, ob er bei der Weihnachtspost niemanden vergessen hatte. weiterlesen »

13. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil XV

Mittlerweile liefen im Kanzleramt die Vorbereitungen für die letzte Kabinettssitzung in diesem Jahr auf Hochtouren. Geplant war, am Ende das politische Jahr mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier ausklingen zu lassen. Selbstverständlich gehörte dazu auch ein anständiger deutscher Weihnachtsbaum. Angela hatte sich für eine pflegeleichte Nordmanntanne entschieden – nicht wissend, dass dieser Baum ein Spätaussiedler aus dem Kaukasus war. weiterlesen »

11. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil XIV

Im gesamten Regierungsviertel war DAS FOTO Gesprächsthema Nr. 1. In der SPD ging das Gespenst der Angst um, dass Ende der Karriere von Knut könnte auch das Ende der eigenen Regierungsbeteiligung bedeuten. Fett und grau war er geworden. Schon wurden Parolen ausgegeben wie „SPD oder soziale Gerechtigkeit!” – wobei beides ja überhaupt nicht miteinander zu tun hatte. weiterlesen »

10. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil XIII

Später, viel später ging das Licht tatsächlich wieder an. Wer für den langen Stromausfall verantwortlich war, stand noch nicht fest, aber es war nicht so, das der Innenminister im Dunklen tappte. Schließlich konnte er nicht mehr tappen. Nicht ohne Grund wünschte er sich zu Weihnachten von seiner Sekretärin ein Set mit mehreren WLAN-Kameras, die sich unauffällig installieren ließen, zusammen mit dem Buch „Spähangriff für Dummys und Demokratiefeinde” weiterlesen »

8. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil XI

Kurt saß in einem roten Bademantel mit SPD-Logo vor einem großem Becher Kaffe. Irgendwie war bei ihm wohl das Licht ausgegangen. Zwar war es Samstag, aber es war erst acht Uhr morgens. Er konnte nur hoffen, dass sein Anzug schnell wieder aus der Reinigung zurück kam.

Noch vor dem Frühstück stellte Jörn die Waschmaschine an. Die frische aufgewärmte Zeitung und die Brötchen brachte er dann zusammen mit einem Glas Orangensaft ins Schlafzimmer, wo alles schon sehnsüchtig erwartet wurde.

Im Kanzleramt gab es ebenfalls Frühstück und Zeitung. Das Foto auf der Titelseite überraschte sogar die Bundeskanzlerin.

7. Dezember
2007

Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil X

Herbert W., Besitzer eines kleinen Kiosk am Rande des Regierungsviertels war auf dem Weg zu Arbeit, wie jeden Morgen der letzten 20 Jahre. Das anstehende Weihnachtsfest würde für ihn nur Umsatzeinbußen bringen, da über die Feiertage die obdachlosen Stammkunden bei diversen caritativen Einrichtungen untergebracht waren. weiterlesen »

7. Dezember
2007

Aussetzer

Wer sich wundert, dass es gestern eine Unterbrechung bei der Weihnachtsgeschichte gab: Nun, die Erklärung dafür ist recht einfach. Normalerweise schreibe ich meine Texte morgens bzw. abends im Zug. Da das Zeug anschließend ins Netz gestellt wird, ist davon auszugehen, dass ich eigentlich kein Problem damit habe, wenn andere meine Texte lesen. weiterlesen »