1. Juni
2009

Sonnenlicht

Gebaut auf der Angst vor Schatten und Dunkelheit, wollte jeder nur an das Gute glauben. Vom Licht geblendet, sahen nur wenige, wie sich die Hat langsam rot färbt. Wer es wagt, öffentlich zu mahnen, zu zweifeln und von Gefahren zu reden, wurde als Ketzer verbrannt. Jedes Mal schien es dann so, als ob aufziehende Wolken verschwinden würden.

Gegen Mittag wurde das Wasser knapp. Die Ernte auf den Feldern verdorrte. Die ersten vielen einfach um und blieben, wenig beachtet, im Staub liegen. Wenige Stunden später schmolz der Boden, Häuser gingen in Flammen auf. Die letzten noch lebenden flüchteten sich in verzweifelte Gebete, bevor auch sie für immer verstummten. Von niemanden mehr bemerkt, brach die Nacht an und hüllte alles in Dunkelheit in wohltuende Kälte. Angst war nirgends, denn es gab nichts mehr, dass sie hätte verspüren können.

12. Mai
2008

Brathühnchen

Auch wenn ich fast den ganzen Tag auf der Terrasse gesessen habe: ich sehe zum Glück nicht aus wie ein Brathähnchen. So was nennt sich verantwortungsvoller Umgang mit dem Sonnenlicht. Über unsere Terrasse hängt ein Sonnensegel (Tarp), welches einen großen Teil abhält. Hautkrebs können sich dann die anderen holen. Das es davon genug gibt, sieht man dann garantiert nach diesem Wochenende in Bus, Bahn und Innenstadt.

1. Januar
2008

Wahre Schönheit

Auf Felsen sitzend
Ein Augenblick im Sonnenschein
Zu Staub werdend
Bei 15 Millionen Grad