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Kritik

Rezensionen für Millionen

Geben wir es doch zu, das Schreiben von Blogeinträgen ist genau so anstrengend wie das Verfassen von anständigen Rezensionen. Und wenn wir schon bei Geständnissen sind, beichte ich auch noch was. Am liebsten schreibe ich Verrisse hier im Blog. Etwas über den grünen Klee loben widerspricht meinem Naturell.

Kritik als Rosinenpickerei

Wenn ich selber Rezensionen verfasse, suche ich mir oft Teilaspekte aus, über die ich berichte. Etwas, was mir besonders gut gefallen hat. Oder etwas, das meiner Meinung nach völlig daneben ist. Den Vergleich mit einer Rezension in Fachblogs oder Magazinen kann damit in der Regel standhalten. Mein Themenspektrum ist auch einfach zu groß, um sich auf eine bestimmte Form zu spezialisieren. Da meine Artikel zudem täglich erscheinen, feile ich auch nicht tagelang an den Texten herum — was man ihnen mitunter auch anmerkt.
Immerhin, bei amazon zum Beispiel findet man erheblich schlechtere Kommentare zu den Produkten. Über die Textkunst viele Käufer im iOS-Appstore spreche ich lieber erst gar nicht.

Rezensionen platt gewalzt
TesaPhotography / Pixabay

Lesenswerte Rezensionen

Jeder von uns mag eine gut geschriebene Rezension. Eine Rezension, die ihm wirklich bei einer Entscheidung weiter hilft. Daher lassen sich Rezensionen oft auch bewerten, ob sie nützlich für einen war oder nicht. Dagegen lässt sich aber nicht bewerten, ob eine Rezension auch unterhaltsam war. Unterhaltsame Rezensionen, gibt es so etwas? Ganz sicher. Sogar solche, die in Form und Stil aus der Masse herausragen. Eine solche Perle sagen wir mal in der Süddeutsche Zeitung zu finden, wäre jetzt eher etwas, was der eigenen Erwartungshaltung entspricht. Über so eine Rezension jedoch bei amazon zu stolpern, ist tatsächlich ungewöhnlich.

Kunden schreiben für Kunden

In der Regel stößt man bei amazon auf Produktbewertungen von eher fraglichem literarischen Wert. Meistens, so zumindest mein Eindruck, schreibt ein Kunde nicht für andere Kunden, sondern sich seinen Frust von der Seele. Eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Produkt unterbleibt, es ist oft eine Momentaufnahme in der jeweiligen Rezension.
Meistens reicht das aus, weil man nicht nur eine Rezension zu dem Produkt liest, sondern eine Reihe davon. Viele Eindrücke ergeben dann ein besseres Bild.

Pasta selber gemacht.

Kochen ist meine Leidenschaft, gerade weil ich die Ergebnisse (in der Regel) essen kann. Profi bin ich nicht, eher mäßig handwerklich begabt. Mit anderen Worten, nach Rezept kochen gelingt mir. Neben Rezeptheften und Kochbüchern lese ich auch mit zunehmender Begeisterung Foodblogs. Einige der Blogger habe sogar mehr drauf als so mancher Kochbuchverlag. Dieses Woche las ich in einem der von mir abonnierten Foodblogs einen Artikel über die Herstellung von Nudeln.
Kaum zu glauben, Pasta kann man selber machen. Ehrlich gesagt habe ich das ganz früher auch schon mal für meine Frau getan. Ohne Hilfsmittel eine Menge Arbeit. Man merkt den Unterschied und kann damit sogar Herzen erobern — ist aber ein anderes Thema. Für mich hatte ich schon lange beschlossen, Pasta zu kaufen statt selber zu machen. Schließlich habe ich noch andere Hobbys.

Ingenieur trifft Nudelmaschine

Am Ende des Blogartikels „Pasta selber machen“ wurde eine Nudelmaschine erwähnt. Die Marcato Classic hörte sich interessant an und für einen kurzen Moment befiel mich die Idee, doch noch mal Pasta selber zu machen. Bei den amazon Rezensionen halte ich das oft so, mir ein paar Fünf-Sterne Rezensionen durchzulesen, bevor ich zu den Ein-Sterne Bewertungen übergehe. Bei einer negativ Bewertung bin ich dann hängen geblieben. Den sie ist herausragend. Der Diplomingenieur Wanger nahm die Maschine komplett auseinander und schreibt fachkundig über deren Mängel. Vor allem schreibt er nicht nur nachvollziehbar, sondern ebenfalls unterhaltsam.
Neben der Kritik gibt es von ihm zudem Vorschläge, wie sich einige der Mängel beheben ließen. Selbst wenn man sich nicht für Nudelmaschinen interessiert und mit kochen rein gar nichts am Hut hat, sollte man die Rezension lesen. Der einzige Fauxpas von Wagner ist der Boykottaufruf. So was würde ich aus rechtlichen Gründen unterlassen.

Wolfsspinne

Vermutlich hätte ich den Thriller „Wolfspinne“ von Horst Eckert auch in weniger als fünf Tagen auslesen könne. Spannend war das Buch, ohne Zweifel. Immer im Hinterkopf hatte ich jedoch den Umstand darüber auch eine Rezension zu schreiben. Bereits nach den ersten Seiten des Buches war mir klar, wie schwer das werden würde. weiterlesen →

London has fallen

Meine Frau und ich haben einen treffenden Begriff für eine bestimmte Kategorie Filme: Popcorn-Kino. Auch wenn wir eher selten ins Kino gehen und wenn dann dort auch niemals überteuertes Popcorn kaufen. Die meisten Filme sehen wir uns in aller Ruhe zu Hause an, sobald sie entweder ausleihbar sind bei iTunes oder aber bei Netflix angeboten werden. Dazu gibt es dann statt Popcorn Fingerfood und ein Fläschchen Wein. weiterlesen →

Der Kreis um Quadrat

Bis zum bitteren Ende. Manchmal tue ich mir das wirklich an und lese weiter. Auch wenn ich bereits nach den ersten Kapiteln dann überzeugt bin, großen Mist vor mir zu haben. Das Beste, was ich über „Der Circle“ von Dave Eggers sagen kann: mir gefällt die Farbe des Covers. Alles andere, nun ja. weiterlesen →

Der Fall Jane Eyre

Hier in Köln stieß ich zum ersten Mal vor einiger Zeit auf eine merkwürdige, aber äußerst sympathische Verhaltensweise. Einige Menschen tendieren dazu, von ihnen selber ausgelesen Bücher auszusetzen und einen Mitmenschen damit zu erfreuen. weiterlesen →

The Hateful Eight

Donnerstag oder Freitag gibt es im Hause Boley immer einen Film-Film. Also nichts aufgenommenes oder etwas von Netflix, sondern frische Wahre als Mietfilm. Einen Film, der wir ursprünglich mal im Kino gesehen haben wollten. In diesem Fall gab es bereits am Donnerstag „The Hateful Eight“ — der heisst nicht nur so, weil es der achte Film von Quentin Tarantino ist. weiterlesen →

Krimi ohne Socken

Barfuß durch die Wohnung zu laufen mochte ich schon als kleines Kind. Es war mir auch egal, ob es Frühling, Sommer, Herbst oder Winter war. So was wie eine Fußbodenheizung gab es nicht und im Winter war es zum Teil an einigen Stellen in der Wohnung ordentlich kalt. Barfuß bin ich auch draußen gelaufen, bis ich eines Tages in etwas hineingetreten bin. weiterlesen →

Die schützende Hand

Die lit.cologne liegt jetzt schon über zwei Monate zurück. Mir kommt es jedoch eher so vor, als wäre sie erst gerade gestern gewesen. Von den zwei Lesungen, die ich besucht hatte, habe ich ein Buch nicht mal gekauft. Das sich das andere in unserem Besitz befindet, geht auch auf das Drängen meiner Frau zurück. Spannendes Thema, sicher, aber bei Neuanschaffungen bin ich angesichts meines Lesestapels sehr vorsichtig — auch ein Grund, warum ich immer noch nicht den neusten Roman von John Irving besitze. weiterlesen →

Der Imam

Ob es einen richtigen Zeitpunkt gibt, ein bestimmtes Buch zu lesen wäre ein treffliches Thema für einen Streit. Meiner Meinung nach gibt es Bücher, die einen bestimmten Zeitgeist treffen, die aktuell sind. Die wahren Kunst eines Autors besteht dann darin, ein Buch zu schreiben, was dann auch noch den Anspruch erfüllt, zeitlos zu sein. weiterlesen →

BahnCard 100 statt Wohnung

Es gibt Ideen, die zu verrückt klingen als das man wirklich glaubt, jemand würde sie in die Tat umsetzen. Seine Wohnung aufgeben, um das Leben in (vollen) Zügen genießen, so was klingt erstmal nach selbst gewählter Obdachlosigkeit, scheint aber mittlerweile zu eine Modeerscheinung zu werden. weiterlesen →

Narcos

Seit dem 28. August gibt es die ersten zehn Folgen der Serie „Narcos“ über den kolumbianischen Drogenbaron Pablo (Emilio) Escobar (Gaviria). Jenes Mannes, der Anfang der 80-Jahre zu durch Drogengeschäfte bis zu 60 Millionen Dollar am Tag verdiente. weiterlesen →