Aktuell in tag

Köln

AfD Parteitag ins Blaue

Beim an diesem Wochenende in Köln stattfindenden AfD Parteitag tauche für mich eine Reihe von Fragen auf. Zuallererst die, warum der Parteitag ausgerechnet in einer Stadt wie Köln stattfinden musste.

Bewusste Provokation

Für mich sieht es ganz nach einer gezielten und bewussten Provokation aus. Wenn man als Partei eine wirklich ungestörte Veranstaltung hätte durchziehen wollen, gäbe es genügend Ausweichorte. Am Niederrhein, irgendwo zwischen Güllelandschaften und Blutfabrik. In Mecklenburg-Vorpommern, näher an die Kernwählerschaft heran. Oder in Wuppertal, wo die Demonstranten Anreiseschwierigkeiten gehabt hätten.
Aber nein, die AfD musste sich unbedingt Köln aussuchen.

AfD Parteitag in Köln
GerdRohsDesign / Pixabay

Demonstrationsfolklore

Böswillig formuliert bringen Städte wie eben Köln, Berlin, München oder ähnliches es mit sich, dass im großen Stil gegen Nazis, rechtes Gesocks und eben auch die AfD demonstriert wird. Rechtes Gedankengut sorgt für Widerstand und das ist auch gut so. Gleichzeitig kann man jedoch nicht leugnen, dass es so etwas wie Demonstrationsfloklore gibt. Demonstrationen gegen etwas wie jetzt den AfD Parteitag in Köln folgen einem bestimmten Muster, einer bestimmten Regie. Den Protest zu kanalisieren und zu organisieren ist sicher nicht verkehrt, aber die Vorhersehbarkeit kann auch zu einem Problem werden.

Bewusste Provokation der AfD

Parteien wie die AfD wissen ziemlich genau, mit welchem Gegenwind sie rechnen müssen. Das schüchtern sie aber nicht ein, im Gegenteil. Es sorgt eher dafür, dass sie sich bewusst Orte aussuchen, welche die größte mögliche Aufmerksamkeit garantieren. Jeder abgebrochen Fenstergriff am Rande einer Demonstration ist für sie Munition im Kampf um die Aufmerksamkeit der eigenen Anhängerschaft.
Wenn in Köln Geschäfte vorzeitig am Tag der Demonstration schließen (oder erst gar nicht öffnen), wird so was auf „linke Chaoten“ geschoben. Beatrix von Storch hat auf die Klaviatur gerne und intensive gespielt.

Alternative Nichtbeachtung

Demonstrationen wie gestern in Köln setzen ein wichtiges gesellschaftliches Zeichen. Man erreicht damit möglicherweise diejenigen, die schwanken. Überzeugte Anhänger so wie Wähler der AfD werden selbst durch ein breites Bündnis gegen rechts nicht ihre Meinung ändern.
Für mich stellt sich die Frage, was passiert wäre, wenn trotz des prominenten Veranstaltungsortes niemand gegen die AfD demonstriert hätte. Auch keine Berichterstattung in dem Umfang in der Presse erfolgt wäre. Einfach eine Abstrafung durch Nichtbeachtung.

Die Sache mit dem Scheinriesen

Möglicherweise verhält es sich mit der AfD ähnlich wie mit dem Scheinriesen bei Jim Knopf. Man fürchte sich vor der AfD wegen ihrer scheinbarer Größe. Je mehr über sie berichtet wird, desto mehr wird diese Partei aufgebauscht, gar zu einem Angstgegner stilisiert.
Selbstverständlich muss man sie ernst nehmen und sollte niemals reale Gefahren herunterspielen. Man sollte es so einer Partei aber auch nicht zu leicht machen, in dem man sich zu erwartbaren Reaktionen verleiten lässt.

Abwarten bis zur Selbstauflösung

Früher hieß es, „was wäre wenn Krieg ist und niemand würde hingehen“. Was wäre heute, wenn ein AfD Parteitag stattfindet und niemand hingegen und dagegen demonstrieren würde? Zumindest könnte sich die Partei nicht mehr als Märtyrer stilisieren. So weit ich die Berichterstattung von der Veranstaltung selber mitbekommen habe, verfügt die AfD über hervorragender Talente zu Selbstdemontage — sie zerstört sich von innen, ganz ohne die Hilfe der demonstrierenden Zivilgesellschaft.

Geburtshilfe in Köln-Nippes am Ende

Aus der Perspektive zwei Menschen zu schreiben, die mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr betroffen sein werden, ist zugegeben etwas schwierig. Welche Zukunft die Geburtshilfe in Köln-Nippes hat, könnte meiner Frau und mir im Prinzip ziemlich egal sein. Ist es aber nicht, aus einer ganzen Reihe von Gründen. weiterlesen →

Ersehnter Frühling in Köln

Der erste Sonntag im April mit viel Ruhe, Sonnenschein und sitzen auf dem Balkon. Die Blumenkästen sind längst gemacht, man lässt sich zum Espresso die Sonne ins Gesicht scheinen. Es ganz eindeutig Frühling in Köln. weiterlesen →

Tiere für Fortgeschrittene

Das wir Menschen Tiere nicht nur essen, sondern auch allerhand andere Sachen mit ihnen anstellen können, dürfte vielen von uns bewusst sein. Trotzdem dachte ich beim Titel der Veranstaltung für einen kurzen Moment an wundervollen Spielen bis mir wieder klar wurde, dass die Autorin Eva Menasse keine Kochbücher schreibt. Tiere sind in ihrem jüngsten Buch dennoch eine wichtige Zutat. Eine der vielen von ihr gesammelte Tiergeschichten dient jeweils als Aufhänger für die nachfolgende Erzählung, in der es dann um Menschen geht. weiterlesen →

Philosophie der Ladenöffnungszeiten

Ladenöffnungszeiten, das ist nach wie vor genau so ein Thema wie „Verkaufsoffene Sonntag“. Immer wieder wird darüber gestritten. Anfang der Woche brach der Kölner CDU-Abgeordnete Heribert Hirte bei Focus-Online eine Lanze für die Geschäftsleute. weiterlesen →

Bücher oder Sicherheit

Stück für Stück fresse ich mich durch meinen Bücherstapel. Etwa alle zwei Wochen wird er wieder etwas kleiner. Aktuell ist es zur Abwechslung kein Roman, sondern „Kampf um Vorherrschaft: Eine deutsche Geschichte Europas 1453 bis heute“ von Brendan Simms. weiterlesen →

Böse KVB

Wenn es im Sommer zu heiß ist, klar ist die KVB schuld. Ebenso, wenn man im Winter vor Kälte bibbernd an der Haltestelle wartet und die Bahn zu spät kommt. Und wenn der FC verliert — siehe oben. weiterlesen →

Kölner Altpapier

Erstaunlich lange ist es gut gegangen. Mittwochs abends, wenn ich nach Hause kam, war der Briefkasten entweder schön leer oder aber es befand sich nur das darin, was dort auch hineingehört — an meine Frau oder mich adressierte Sendung. weiterlesen →

Rettender Engel

Hallo du, vermutlich irgendwo in Köln. Da mir der Schmerz gestern erst den Atem genommen hatte, an dieser Stelle meinen aufrichtigen Dank. Du, der mich gestern Abend auffingst und in die Straßenbahn einstiegst. weiterlesen →

Provinzpossen

Der Kölner und Einsicht, zwei Dinge die man genau so häufig antrifft wie beispielsweise Weihnachten und Ostern an einem Tag. Wobei letzteres mit Sicherheit wahrscheinlicher wäre. weiterlesen →

Ruhe am Dom

Der Köln, so heisst es, liebt seinen Dom. Kommt er aus der Ferne zurück, sei er das erste, was er freudig wieder begrüßt. Nun ja, andere Städte, andere Sitten. Oder so ähnlich. Die Kölner und ihr Dom, das ist tatsächlich eine lange Geschichte. Insbesondere, wenn man die Bauzeit mit betrachtet. weiterlesen →