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Bahn

ICE in unbequem

Die Strecke zu meinem Arbeitsplatz in der Variante „vor Ort“ pendle ich regelmäßig im ICE. An vieles habe ich mich in den letzten Jahren gewöhnt. Oder anderes gesagt, gelernt es mangels Alternative zu ertragen.

Tägliche Erlebnisse

Es gibt Tage, an denen ich mit der Bahn unterwegs bin und alles wie am Schnürchen klappt. Es sind leider wenige, seltene Tage. Manchmal kann man der Bahn wirkliche keinen Vorwurf machen. Wenn sich jemand vor einen Zug wirft, ist das nicht die Schuld der DB. Es sei denn, derjenige war ein unterbezahlte Mitarbeiter mit Burn-Out.
Das zur Erhaltung des Schienennetzes Bauarbeiten notwendig sind, die nun mal Baustellen und „Verzögerungen im Betriebsablauf“ mit sich bringen, ist verständlich.
Zumindest so lange, wie man es ordentlich kommuniziert.

ICE
JuergenWulff / Pixabay

Diese Woche hatte ich an einem Morgen das Pech, ganz drei Stunden unterwegs gewesen zu sein. Neben einer Baustelle auf der Strecke war noch ein Regionalexpress liegen geblieben. Glück hatte ich dagegen damit, nicht den überfüllten ICE nach Dortmund zu nehmen, der nur einteilig fuhr. Ich saß nämlich im ICE nach Berlin statt zu stehen. Vor Düsseldorf im angehaltene ICE eine halbe Stunde stehen zu müssen, hätte ich als wenig amüsant empfunden.

Frischzellenkur für den ICE 3

Diese Woche durfte ich auch mal wieder im umgebauten ICE 3 fahren. Wobei „durfte“ hier falsch formuliert ist. Denn ich musste. Bevorzugt hätte ich eher die zugegeben dreckigen, aber bequemeren alten Modelle. Der modernisierte ICE 3 entspricht von der Inneneinrichtung der 4er Baureihe. Die Bahn spricht von einer „Komfortoffensive für Fahrgäste“ in Bezug auf die Umrüstung. Das Ergebnis wäre wohl nicht mal im Stalinismus so euphemistisch bezeichnet worden. Denn anders als es die Bahn darstellt, kann von Komfort zumindest bei den Sitzen keine Rede sein.

Form follows Kostensenkung

Sicher, das Innendesign wirkt heller, freundlich. Zumindest noch solange es neu ist, denn der Teppichboden dürfte genau bei den alten Modellen ein wahrer Dreckfänger sein. Die treusten Kunden der Bahn sind vermutlich Legionen von Mikroorganismen und Milben. Die Beleuchtung ist ebenso ein Fortschritt wie die größere Gepäckablage. Über die neue Reservierungsanzeige lässt sich streiten. Da es ja nach wie vor zu Störungen in der Anzeige kommt, kann man sitzend jetzt unmöglich erkennen, wenn die Anzeige plötzlich einen reservierten Platz anzeigt.
Mein Problem sind jedoch die Sitze. Es fehlt nicht nur die verstellbare Fußablage, sondern das gesamte Design hat sich verändert. Sicher, beim verstellen der Rückenlehne zerquetscht man nicht mehr die Knie des hinter einem sitzenden. Dafür sind die Sitze selber aber härter, höher und unbequemer. Sie zwängen den Fahrgast in eine unnatürliche Körperhaltung.

Am Kunden vorbei

Die Bahn selber finde schöne Worte für die Veränderungen im ICE. So heisst es unter anderem, mit der Modernisierung würden zusätzliche Sitzplätze geschaffen. Moment, wie soll das gehen, wenn das Abteil nicht größer wird? Ganz einfach, in dem man den vorhanden Platz stärker aufteilt. Mit anderen Worten, der einzelne Reisende hat weniger Platz zur Verfügung. Anders würde man rund 20 zusätzliche Plätze pro Abteil auch nicht hinbekommen. Das nennt man dann auch „Modell Ryanair“.
Für eine Strecke von Köln nach Essen geht das gerade noch, aber der ICE fährt ja beispielsweise von Essen nach München. Da wäre selbst der Regionalexpress bequemer.

Komfortreduzierung statt Komfortoffensive

Mein Rücken ist keinesfalls entzückt. So wie ich die Stimmung bei anderen Reisenden, sieht es dort ähnlich aus. Aus vollem Herzen wünsche ich dem Designer der Sitze, dass er eines Tages in der Hölle landet. Und den Rest aller Tage in einem dieser Sitze aus der 2. Klasse verbringen muss.

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Stellwerkzeit später

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Bei der Planung diverser Wandrouten in den letzten Wochen stellte ich fest, wie verwöhnt ich doch eigentlich bin. Verwöhnt deshalb, weil ich zumindest die letzten 25 Jahre mein Leben entlang der Hauptstrecke verbracht habe. weiterlesen →