Wetterblog

Wetterblog

Langsam nimmt die Idee Gestalt an, im Kopfbereich meiner Webseite eine Grafik zu haben, die je nach Tageszeit und Wetter anders ist. Die Hauptarbeit besteht jetzt darin, alle notwendigen Grafiken zu erstellen, nach dem die Programmierung fast abgeschlossen ist (war nicht wirklich schwer). Das größte Problem bleibt jedoch das Motiv für die Grafik. Ich hatte vor, einen regionalen Bezug einzuarbeiten, nur die Stellen, die ich in Bielefeld bisher fotografiert habe, sind nicht wirklich passend – alles Aufnahmen Richtung Norden. Da kann man schlecht einen Sonnenaufgang hinzeichnen.

Einschnitte

Einschnitte

Im Urlaub erreichte mich heute eine E-Mail, mit der ich eigentlich schon vor dem Urlaub gerechnet hatte. Die Tarifverhandlung des Betriebsrates mit meinem Arbeitgeber haben harte Einschnitte ergeben. Es wird kein Weihnachtsgeld mehr geben und das Gehalt wird um ganze acht Prozent gekürzt. Als „Ausgleich“ dafür gibt es keine betriebsbedingten Kündigungen – ausgenommen davon sind natürlich Arbeitnehmer, denen betriebsbedingt gekündigt wird. Na toll! Da komme ich mir doch richtig auf den Arm genommen vor. Da das alles für die Tarifverträge gilt, bin ich mal gespannt, wie das bei den Kollegen sein wird, die außertariflich bezahlt werden. Vermutlich heißt es auch hier, das Fußvolk darf bluten, die AT-Angestellten schauen zu.

Handwerken

Handwerken

So gerne ich auch koche – jegliche Form von handwerklicher Tätigkeit liegt mir eher weniger. Während das Zusammenschrauben von IKEA-Möbel noch überwiegen spaßig und einfach ist (wie eine andere Form von Legosteine), bricht mir schon fast der Angstschweiß aus, wenn ich Löcher in die Wand bohren soll. Wobei ich da differenzieren muss. Ein Loch durch die Wand zu bohren, um ein Netzwerkkabel zu verlegen, ist ganz harmlos. Acht Bohrungen, die dazu dienen sollen, ein Regal zu befestigen, führen bei mir noch Stunden später zu mittelschweren Albträumen.

Gut, das ist jetzt zwar ein wenig übertrieben, aber ich finde es ganz und gar schwierig, die Löcher so zu bohren, dass das Regal später auch gerade hängt. Selbst mit Wasserwaage. Vielleicht würde das mit vier Armen anders aussehen, trotzdem hätte mir das heute nichts genutzt. Denn wenn alles gelingt, die Bleistiftmarkierungen an der richtigen Stelle sind (mehrfach überprüft) scheitert es am Mauerwerk. Die bisherigen Wohnungen hatten immer eins, das sehr unterschiedlich in der Struktur war. Nix mit Beton. So ist das auch in der jetzigen Wohnung. An einigen Stelle kann man fast mit dem Finger Löcher in den Wand bohren, an anderen Stelle gibt selbst die Schlagbohrmaschine auf. Ganz toll sind dann so Stellen, wo beides auf ein Mal vorkommt und man mit dem Bohrer abrutscht und ein riesiges Loch in die Wand reißt – der Dübel hat dann sehr viel Platz.

Unangenehm wird es für mir helfende Personen dadurch, dass ich dann bei solchen Ausrutschern mit der Bohrmaschine zum Jähzorn neige. Am liebsten würde ich dann alles hinschmeißen und bereue es, überhaupt die Bohrmaschine in die Hand genommen zu haben. Nach so einem Ausbruch folgt dann die Phase der totalen Erschöpfung, wo es dann am besten ist, wenn man mich für ein paar Stunden ganz in Ruhe läst – am besten im Bett, mit der Decke über dem Kopf.

Erfrischungssüchtig

Erfrischungssüchtig

Vom bereits erwähnten IKEA-Einkauf am Samstag haben wir unter anderem einen Tischventilator mitgebracht. Der war mit etwas mehr als neun Euro recht günstig. Hintergedanke beim Kauf war, für einen eventuell kommenden heißen August gerüstet zu und diesem nicht wie im letzten Jahr hilflos ausgeliefert sein. Klar, das wir den Ventilator zu Hause auch direkt – nach dem IKEA-typischen Zusammenbau – ausprobieren mussten. Nur macht das Teil so ziemlich süchtig. Es ist einfach sehr angenehm, wenn man auf dem Sofa liegt und von einer leichten kühlen Briese umweht wird. Der einzige Haken an der Sache ist, dass so ein Ventilator auch Strom verbraucht. Ich möchte lieber nicht wissen, wie viel. Vor allem nicht, wie viel ich letztendlich damit dann auch wieder zur globalen Erwärmung beitragen. Andersherum hat auch keiner was davon, wenn ich vor mich hin schwitze.

Bounty

Bounty

Zur Zeit läuft im Fernsehen ein Werbespot für Bounty Küchentücher. Darin taucht dann auch die Frage auf, ob man denn Bounty schon mal nass probiert hätte. „Ja, habe ich,“, sollte ich mal an den Herstellern schreiben. Mit em Zusatz: „aber es schmeckt mir trotzdem nicht.“

Wenn man schon Küchenpapier genauso nennt wie ein Kokosriegel der Firma Mars, dann sollte man nicht auch noch die Leute auffordern, nasses Küchenpapier zu essen. Kann natürlich sein, dass das ein Feldversuch ist, um die Harz IV Empfänger damit durchzufüttern. Ich sehe schon die Schlagzeilen in der Bildzeitung vor mir: Meuterei wegen Bounty

Unheimliches IKEA

Unheimliches IKEA

Bei so einem Titel ist eins auf jeden Fall Schon klar. Hinter mir liegt ein Samstagseinkauf bei IKEA. Allein das ist schon unheimlich. Es vollzieht sich immer die merkwürdige Wandlung von Geld zu vielen Gegenständen, wobei man eigentlich nur ein paar Teile kaufen wollte, aber immer mit deutlich mehr den gelb-blauen Tempel verläst.
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Seelenband

Seelenband

Während draußen die ersten Blätter von den Bäumen fielen, schrieb er noch einen letzten Satz unter seinen Brief. Dann endlich schloss er mit der Vergangenheit ab und klebte den Umschlag zu. Das letze Wort war gefunden, der letzte finale Punkt gesetzt. Dennoch wurde er das Band nicht los, das sie beide auf immer binden würde. Auch wenn mit den Jahren der Abstand zunahm, ganz los kam er nicht. Weder sich noch anderen wollte er das eingestehen. Die Vergangenheit lebte in ihm fort. Schon allein ein Lied reichte aus, um ihm die Bilder zu zeigen, die er zu vergessen suchte. Den letzten, mutigsten Versuch hatte er noch nicht unternommen. So stand er dann eines Tages nicht vor ihrer Tür, sondern auf einer Brücke und blickte in die Tiefe. Ohne Abschiedsbrief war er mit einem schnellen Sprung aus der Welt.

Weit entfernt fiel sie im selben Moment in eine Koma, aus dem sie nicht mehr aufwachen sollte. Die ganze Zeit über hatte sie aber ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht, als ob sie endlich das gefunden hätte, was sie die ganze Zeit über gesucht hatte.

Letzte U-Bahn

Letzte U-Bahn

Trotz ihrer Überstunden nahm sie nach Feierabend nicht die letzte U-Bahn. Sie nahm nie die letzte U-Bahn. Sie nahm sie entweder ein Taxi oder versuchte, eine der früheren Bahnen zu erwischen. Auch an diesem Tag gelang es ihr wieder. Hätte sie nur gewusst, das sie in der letzten U-Bahn der große Liebe ihres Lebens begegnen würde.

So saß sie zu Hause auf der Fensterbank bei geöffnetem Fenster, sog die milde Abendluft in sich ein und starrte in ihr leeres Weinglas. Irgendwas war in ihr schon vor langer Zeit abgestorben. Nichtmal mehr einsam fühlte sich sich. Unten auf der Straße fuhr eine johlende Gruppe Jugendlicher auf Fahrrädern vorbei und überholte das Liebespaar, welches eng umschlungen durch die Sommernacht schlenderte.
Gedankenverloren schloss sie das Fenster, schaltete den Fernseher ein, um auf die Müdigkeit zu warten. Lange nach Mitternacht fuhr die letzte U-Bahn, in dem der Mann ihrer Träume saß, während sie endlich vorm Fernseher eingeschlafen war.

Hundeleben

Hundeleben

Der arme Hund lag, die Pfoten von sich gestreckt, auf dem kalten Steinfußboden. Die Kühle verschaffte ihm bei der schwülen Hitze etwas Erleichterung. Die kommenden kälteren Tage in diesem Jahr wird er nicht mehr erleben. Sein Futternapf war schon seit Tagen leer, das letzte Wasser hatte er and diesem Morgen getrunken. Hoffnung auf Neues gab es nicht. Während er beinah regungslos vor sich hin dämmerte, sammelten sich wieder Fliegen zum Mittagsmahl auf den versenden Leichnam im Schlafzimmer.

Ungeöffnet standen in der Küche zahlreiche Dosen mit Hundefutter. Auch wenn der Hund an sie denken würde, so waren sie doch außerhalb seiner Reichweite. Die rechte Vorderpfote zuckte kurz unkontrolliert, beruhigte sich jedoch wieder. Sein Herrchen hat am Ende nicht mehr gezuckt. Abend einschlafen, in der Nacht noch ein leises Stöhnen, bis dann Stunden später zusammen mit dem Sommer die Stille einkehrte. Bedingt durch die Wärme zog auch ein süßlicher Geruch durch die Wohnung, der aber nur vom Hund wahrgenommen wurde. Während draußen das Leben weiterging, ging es in der Wohnung qualvoll zu Ende. Vermisst wurde er von den Kindern, mit denen er immer gespielt hatte, nicht. Sie waren schon längst erwachsen, hatten eine Familie und vielleicht sogar eigene Hunde. So wie auch die Kinder des toten Mannes im Schlafzimmer längst erwachsen waren. Ihr Vater war ihn mit den Jahren fremd geworden, sie hatten kaum noch Kontakt zu ihm. Nur zu Weihnachten und zu seinem Geburtstag bekam er aus weit entfernten Städten einen Anruft, meist aber nur eine Postkarte.

All das wusste der Hund nicht. Es war ihm auch nicht wichtig, kreisten seine Gedanken doch hauptsächlich um Fressen, die verhasste Hundeleine, das Stöckchen und langes Tollen im Freien. Von all dem blieb ihm jetzt nur die Hundeleine, die an der Garderobe im Flur neben dem Wintermantel hing.

Treppen

Treppen

Treppen führen aufwärts und abwärts zu gleichen Zeit. Folglich war es vorhersehbar, das er eines Tages beim hochsteigen auf einer Stufe ausrutschte, in die Tiefe fiel und sich das Genick brach. Das er tot war, schien eine unumstößliche Tatsache zu sein. Gelogen aber war, das er ausrutschte. Tatsächlich verhielt es sich so, das er nicht ausrutschte, sondern eine Stufe verfehlte. In dem Sinne verfehlte, dass er sie übersprang, weil er versuchte, wie immer in Eile, mehrere Stufen auf einmal zu nehmen. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich das Schicksal seiner annahm, bereitet ihm das Überspringen auch nie Probleme. Leicht gehetzt, immer zu spät und viel zu schnell stürmte er die Treppe hinauf, die auf Grund ihres Alters nachsichtig mit ihm war.

Sein Abstieg zu später Stunde war langsam, meist müde. Dankbar sogen die Stufen, die er mit Bedacht herunterschlich, seine Sorgen auf, die er vor sich hinmurmelte. Die Stufen der Treppe könnten Geschichten erzählen, die sie über Jahrzehnte auf diese Weise aufgenommen haben. Jedoch macht sich niemand die Mühe, sich des Nachts, wenn ihre Scheu nicht so groß ist, im Dunklen ins Treppenhaus zu setzten, um ihnen zu zuhören. So wird dann auch dieser letzte Unfall nach ein paar Wochen von den Menschen vergessen werden. Nur die Treppe wird bleiben, mit den Stufen, die sich an alles erinnern. Sie sehen ausgetreten aus, doch haben sich nur die Last und die Erinnerungen der Menschen in sie eingeprägt.

All das ging ihm in den wenigen Sekunden, die ihm bei seinem Sturz in die Tiefe noch blieben, nicht durch den Kopf. Sein ganzes leben spulte sich nicht vor seinem Auge ab. An was er dachte, war der tropfende Wasserhahn in seiner drei Zimmerwohnung. Pitsch, pitsch schlugen die Tropfen im Becken auf und er auf die Stufen auf seinem Weg nach unten. Zum Schlafen drehte das Wasser ab, er brauchte die Stille und Ruhe in der Nacht. Abgedrehtes Wasser , umgedrehtes Genick. Beides sorgt wieder für Stille. Ein Kopf, leer wie das Becken ohne Wasser. Seifenreste im Becken und Blut auf den Stufen. Wieder mehr Arbeit für die Putzfrau, die dankbar war für ihre polnische Herkunft und die Arbeit, die man ihr in der Fremde gab. Während sie den Lappen auswrang und das Wasser im Eimer sich rot färbte, dachte sie an die Treppe zur Kirche im Dorf, in dem sie aufgewachsen war. Treppen und Erinnerungen.

Merz macht mobil

Merz macht mobil

Friedrich Merz, Fraktionsvorsitzender der CDU Bundestagsfraktion, Machte jetzt den Vorschlag, den Kündigungsschutz für Arbeitnehmer in Deutschland ganz abzuschaffen. Weniger Schutz soll seiner Meinung nach zu mehr Beschäftigung führen, da Firmen schneller einstellen, da sie keine Angst haben müssen, in Krisenzeiten nicht mehr benötigte Arbeitnehmer durchfüttern zu müssen. Begründet wurde da auch noch damit, dass es in Ländern ohne Kündigungsschutz weniger oder gar keine Arbeitslosen gibt. Einen sehr schönes Zita dazu gibt es von Hubertus Schmoldt, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE:

„Wer permanent die Sozialkultur anderer Länder zum Vorbild erhebt, sollte seine Chance nutzen und in die gepriesenen Länder auswandern.“

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Man sollte man sich sein Zitat eigentlich groß ausdrucken. Die Beispiel aus anderen Ländern bringen nichts, da sie aus dem Zusammenhang gerissen sind. Man kann nicht einfach ein paar Brocken rauspicken und dann davon ausgehen, dass damit alles besser wird. Macht man es doch, so sollte man zumindest konsequent weiterdenken:

  • Ländern ohne Euro geht es besser
  • In Diktaturen hat die Regierung bei der „Sonntagsfrage“ immer über 90 Prozent
  • Ländern, in denen kein Deutsch gesprochen wird, geht es besser
  • In Ländern ohne Menschenrechte sind die Arbeitslöhne geringer

Die Liste kann man beliebig ergänzen – oder gleich den ganzen Sozialstatt abschaffen bzw. an ein großes Unternehmen verkaufen.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren