Heiland mit Hundeblick

Heiland mit Hundeblick

Nach dem es Gerhard Schröder nicht gelungen ist, die SPD zu ruinieren, hat er seine Plan zur Abschaffung der Sozialdemokratie erstmal wieder in der Schublade verschwinden lassen. Noch bleibt er Kanzler, den Parteivorsitz übergibt er aber an Mr. Bernhardiner Franz Müntefering. Ob Münte den alten Kahn flott bekommt und ehemalige Genossen wieder an Bord holen kann, wird sich zeigen. Die Hoffnungen nicht nur der SPD-Linken ruhen auf dem Heiland mit der Retro-Frisur.

Studienkonto – Der Zeitungsbericht

Studienkonto – Der Zeitungsbericht

Am Wochenende war in der Neuen Westfälischen ein Gefälligkeitsartikel zum Thema Studienkonto zu lesen. Sehr passender Moment, der da gewählt wurde, trafen doch im Verlauf des Samstag Vormittags per Post die Benachrichtigungen ein, wer zu zahlen hatte und wer nicht.

Getroffen hat es laut Bericht 5.300 der 20.00 Studierenden – also immerhin über 25 Prozent! Das ist eine sehr große Minderheit, wenn man überhaupt noch von Minderheit sprechen kann. Statt des normalen Semesterbeitrages dürfen diese Studierenden bis zum 19. März 743,40 statt der üblichen 123,40 Euro bezahlen. Auf einmal versteht sich.

Im Artikel wurde die tolle Leistung der Verwaltung hervorgehoben, durch die das neue Computersystem zu Erfassung und Abrechnung eingeführt wurde. Dazu passen ein Bild, „Harte Arbeit mit Studienkonten, das den Justitiar der Universität Bielefeld, den Leiter des Studierendensekretariats und den Prorektor für Forschung und Lehre zeigte. Die Ausstrahlung des Fotos ist vermutlich die gleiche, die ein Foto von Beamten hätte, die in harter Arbeit den Transport in die Vernichtungslager organisiert haben.

Durch den ganzen Bericht zieht sich ein bürokratisch-technokratischer Geist, der jegliche menschliche Regung vermissen läst. Die Gründe für die lange Studienzeit sein ebenso belanglos wie die Schicksale, die sich hinter jeder Immatrikulationsnummer verbergen. Im Gegenteil – es wurden noch ein paar Fälle an den Pranger der Öffentlichkeit gestellt, bei den die Studienzeit nahe am dreistelligen Bereich lag.

Wer ist nötig hat, auf Kosten andere Seiten in der
Zeitung mit solchen Artikeln zu füllen, kann einem schon fast leid tun. Aber auch nur fast.

Rechtfertigungen

Rechtfertigungen

Spätestens wenn sich Silberfäden durch die Haare ziehen, wird es Zeit sich zu vergegenwärtigen, vor wem man sich rechtfertigen muss. Hält man sich an die geltenden Gesetze, so ist die Liste recht kurz:

  • Frau oder Lebenspartnerin
  • Vorgesetzte
  • Finanzamt
  • Gott (wenn es ihn geben sollte)

Zudem gibt es noch eine moralische Verpflichtung zur Rechtfertigung gegenüber der nachfolgenden Generation in Bezug auf den Umgang mit dem gemeinsamen Lebensraum Erde.

Weitere Personen, Institutionen oder Gruppen, gegenüber denen man zur Rechtfertigung für sein Handeln verpflichtet ist, ergeben sich nur auf Grund der Übernahme bestimmter Ämter und Funktionen. Dabei gibt es für beide Seiten eine gemeinsame Grundlage, einen Konsens oder einen Vertrag, aus denen sich die Aufgaben und Verpflichtungen ableiten. Dadurch entsteht dann auch der Grund zu einer Rechtfertigung.

Ferner sind Rechtfertigungen dann notwendig, wenn man gegen Gesetze und Regeln verstößt. Wobei in diesem Zusammenhang jedoch keine Rechtfertigung im engeren Sinne erforderlich ist.
So zum Beispiel, wenn man bewusst gegen eine Regel verstoßen hat, weil sie einem gleichgültig ist oder nicht Wichtig erscheint. (Rauchen im Nichtraucherbereich, trotz großer Schilder …). In solchen Fällen kann eine Rechtfertigung nicht an Stelle der Schuld treten und den Verstoß heilen.

In anderen Zusammenhängen sind Rechtfertigungen nicht notwendig, ja sie sind sogar hinderlich, da sie als Zeichen der Schwäche aufgefasst werden können. Derjenige, der eine Rechtfertigung einfordert und sie erhält, ist automatisch dem anderen überlegen.
Wird man aufgefordert, sich für die Dreistigkeit, den linken statt den rechten Sitz besetzt zu haben, so ist sicher, dass man verloren hat, wenn man sich auf dieses Spiel einläst. Selbst die besten Argumente können dann nicht helfen.

Decke über den Kopf

Decke über den Kopf

Es gibt Tage, die fangen ganz normal an. Bis zum Feierabend passiert nichts, wirklich nichts Welt bewegendes. Doch plötzlich steht man mitten im Sumpf der kleinen Missgeschicke und wünscht sich am liebsten nach Hause, an einem Platz, wo man die Decke über den Kopf ziehen kann und schaukelnd seinen Schmerz vergessen kann.

Pünktlich nach Feierabend stand in Dortmund an der Stadtbahnhaltestelle und wartet auf die Bahn. Doch diese kam nicht – jedenfalls nicht zur üblichen zeit, sondern mit 15 Minuten Verspätung. Unglücklicherweise bin ich aber auf eine pünktliche Stadtbahn angewiesen, da ich sonst nicht den Regionalexpress nach Bielefeld erwische. Normalerweise habe ich eine Reserve von genau 15 Minuten. Selbst wenn ich aus welchen Gründen auch immer eine Stadtbahn später nehme, hab ich noch eine sehr große Chance, den RE zu erwischen. Bei 15 Minuten sieht das allerdings ganz anders aus. Um mit dem Titel eines Romans von Böll zu sprechen: „Der Zug war pünktlich“. Direkt vor meiner Nase vor er ab – das Rennen und Hochstürmen der Treppen hätte ich mir sparen können.

Damit durfte ich eine Stunde in Dortmund verbringen, da der RE im Stundentakt fährt. Manche Menschen werden für mehr weniger bestraft. Nach einer Stunde dann kam es, wie es kommen musste. Der Zug hat Verspätung. Eine Stunde zu vor wäre ich dankbar darum gewesen, aber jetzt führte das dazu, dass ich meine Stadtbahn in Bielefeld um ein paar Sekunden verfehlt und 10 Minuten warten durfte.

Bereits jetzt hatte meine Laune den Tiefpunkt erreicht – dachte ich, ohne zu wissen, dass man das noch steigern konnte. Wie jeden Freitag folgte der übliche Wocheneinkauf mit unserem Einkaufswagen zu Fuß und bei trockenem Wetter. Als wir voll bepackt aus dem Supermarkt kamen, Regnete es in Strömen, währen die Regenschirme trocken und sicher zu Hause lagen. Weitere Kommentare kann ich mir dazu sparen. Meine Laune ist seit dem nicht besser geworden, auch wenn die Haare wieder trocken sind.

Vergifteter Sieg

Vergifteter Sieg

Nach dem ich mich vor ein paar Tage bereist über das fehlende Talent anderer aufgeregt hatte, kann ich nun verkünden, dass ich mich mit meinem Entwurf durchgesetzt habe.
Als besonders Bonbon darf die junge Dame auch noch meinen Entwurf umsetzten dadurch das die gesamte HTML-Struktur von bereits fertiggestellt wurde, ist das mehr oder weniger nur kopieren und einfügen.

Die ersten Ergebnisse, die ich heute gesehen, lassen allerdings Schlimmes erahnen. Besser wäre es wahrscheinlich, wenn ich den Rest auch noch übernehme. Somit hätte ich zumindest die volle Kontrolle und muss nicht befürchten, dass mein Entwurf absichtlich verhunzt wird.

Trotz des eher frühlingshaften Wetters ist die Temperatur auf den Bürofluren um ein paar Grad abgekühlt. Man könnte sogar behaupten, die allgemeine Stimmung ist umgekippt. Ein paar Kollegen reagieren auch deutlich reservierter, wenn ich sie auf dem Büroflur grüße. Dadurch schmeckt mein Sieg bitter, da sich das Gift der Missgunst über ihn ergossen hat.

Sinnlose Gewalt

Sinnlose Gewalt

Vor einer Diskussion über sinnlose Gewalt müsste eigentlich eher die grundsätzliche Überlegung stehen, ob es auch sinnvolle Gewalt überhaupt geben kann. Diesen Einwand außer Acht lassend, werde ein Erlebnis meiner Spielfigur in Tunaria schildern, welches sich gestern zugetragen hat.

Kurz vor Spielende (natürlich wieder einmal EQOA) reiste nach Qyenos, um von dort aus schnell ein Pferd in die elfische Heimat zu nehmen. Ein Tumult beim Stallmeister erregte meine Aufmerksamkeit. Ein Gruppe von drei Spielern, die zu dem auch noch der „guten“Fraktion angehörten, griff den Stalljungen an und töte ihn. Nicht einmal, sondern mehrmals. Begründung für ihr Vorgehen:

Wir sind hier zu Hause – wir dürfen mit ihm machen, was wir wollen.

Eine Hinweis darauf, dass das eigentlich nicht alle Spieler dieses Vorgehen rundum positiv bewerten, brachte nur den typischen Kommentar Hast du ein Problem damit?antworten kann man auf so was nicht mehr.

Es sind nur Nichtspielercharakter in einer virtuellen Welt, die zu Tode gekommen sind. Niemand wird sich darüber aufregen, dass ohne ein Gesprächsversuch haufenweise Orks getötet werden. Die Reaktion und die Gleichgültig bei den Angriffen auf den Stalljungen sind jedoch erschreckend, zumindest für mich.

In einem Rollenspiel versucht man, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Das bedingt, dass man sich auch so verhält, wie der Charakter sich in der Spielwelt verhalten würde. Ein Paladin würde niemals einen unschuldigen Menschen abschlachten. Tut er es doch, so ist der Spieler ein schlechter, wenn überhaupt, Rollenspieler. Wenn er kein Rollenspieler ist, schlüpft er nicht während des Spiels in eine andere Rolle und hat keine Empathie für andere. Ein vorsichtiger Schluss wäre, dass der Spieler den gleichen Verhaltensmuster auch im wirklichen Leben anheim fallen würde, wenn er keine Angst vor Sanktionen haben müsste.

Vektorgrafik

Vektorgrafik

Beim Zeichnen der Weltkarte für EQOA habe ich feststellen müssen, dass ich ohne Kenntnisse im Umgang mit dem Pfadwerkzeug in Illustrator nicht weiterkomme. Während ich sonst alles in Flash zeichne und da schon sehr geschickt im Umgang mit dem Freihandwerkzeug bin, fehlt mir genau dieses in Illustrator ganz deutlich. Auf der anderen Seite lassen sich Karten in der Form, wie ich sie haben möchte, nicht mehr in Flash zeichnen. Ich werde wohl in den sauren Apfel der Erkenntnis beißen müssen und mich näher mit Kurven, Tangenten und Ankerpunkten beschäftigen müssen. Damit werde ich dann wohl leider auch noch länger als geplant für die Karte brauchen.

Aber wie heißt es so schön: Katastrophen fangen mit „…mal eben…“ an.

Handbücher

Handbücher

Für den Anwender der Spezies „Kann ich alleine“ sind Handbücher nur dann wichtig, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist also ,wenn nichts mehr so läuft wie es soll. Jeder andere freut sich darüber, wenn er nicht rätseln muss.

Für denjenigen, der die Handbücher schreibt, ist das Ganze eine große Herausforderung, besonders dann, wenn man selber beispielsweise das Programm geschrieben hat, zu dem man die Dokumentation anfertige muss. Oft fehlt es schwer, die eigen Brille abzunehmen, um die Funktionsweise verständlich für alle zu erklären.

Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, mit dem seit heute verfügbaren Handbuch zu bitEvolution die Benutzung des Systems einfach, kurz und verständlich zu erklären.

Kartograph

Kartograph

In den letzten Tagen habe ich immer wieder Zeit investiert, um eine Weltkarte von Tunaria (EQOA) zu zeichnen. Das erste fertige Ergebnis sieht noch sehr mager aus. Wenn ich mir vorstelle, wie lange es noch dauern wird, bis die Karte fertig ist, wird mir ganz anders. Ich hoffe, dass diejenigen, die die Karte verwenden, die Arbeit zu schätzen wissen und das kein Schlaubi-Schlumpf auf die Idee kommt, sich daran zu bereichern.

Sicher könnte man fragen, warum ich das Ganze mache. Die Antwort ist banal einfach. Ich mache es gerne, ich helfe gerne und außerdem finde ich es prima, wenn meine Karte in den von vielen EQOA-Spielern zur Orientierung benutz wird – das üblich halt, warum de meisten Leute schreiben oder zeichnen.

Dudens Erbe

Dudens Erbe

In wenigen Tagen entscheidet sich, welchen Weg die deutsche Sprache in Zukunft gehen wird. Zur Diskussion stehen Freiheit oder Diktatur (nicht Diktat). Während früher die Duden-Redaktion die Entwicklung der Sprache und ihren Gebrauch beobachtet hat, um Veränderungen, die sich durchgesetzt hatten, aufzunehmen, geht die Entwicklung seit ein paar Jahren in eine andere Richtung.

Ursprünglich war die Absicht, das privatwirtschaftliche Monopol eines Verlages auf die deutsche Sprache zu brechen – blind für die Tatsache, dass es dieses Monopol so nie gegeben hat. Über die Entwicklung der Sprache sollte die eingerichtete „Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung“ entscheiden. Gegen den Willen derjenigen, die die Sprache benutzen, wurde im ersten Schritt eine neue Rechtschreibung verordnet.

Kaum sind die Eiterbeulen der ersten Sprachpest vernarbt, droht schon wieder eine Reform der Sprache. Wesentlich tief greifender ist allerdings der Versuch der Kommission, sich jeglicher Kontrollinstanz zu entziehen. Bislang ist es bei Änderungen der Rechtschreibung immer noch abhängig von der Zustimmung der Kultus- und Bildungsminister. In Zukunft soll das keine Gültigkeit mehr haben, außer bei der Kleinschreibung von Substantiven.

Was Sprache und die Macht über Sprache bedeutet, kann man jederzeit bei Orwell nachlesen, der das in seinem Roman „1984“ mit Neusprech eingängig demonstriert.

Feige Bande

Feige Bande

Wer sich bei Nacht und Neble davon schleicht, aus Mutlosigkeit die Konfrontation meidet, wer fadenscheinige Gründe vorschiebt, der ist nichts anderes als feige. Er ist kein Wolf, sonder ein Schaf im Wolfspelz. Auf die Gesellschaft solcher Menschen kann ich gut verzichten.

Wer mir versucht, mich zu hintergehen und glaubt, ich würde sein falsches Spiel nicht durchschauen, darf mein Mitleid nicht erwarten. Verschwinden sollen sie, ohne weiteren Wirbel zu machen. Schweigen sollen sie. Weder as Gäste noch sonst wie sind sie von mir in Zukunft erwünscht, sie hören für mich auf, zu existieren.

Was bis hier hin so hart klingt, ist auch so gemeint, bin ich doch von Menschen, mit denen ich zum Teil über ein halbes Jahr SOCOM spiele, schwer enttäuscht worden. Einen Clan kann man ohne Frage verlassen, aber man sollte dann zumindest seine Gründe ehrlich nennen und nicht mit falscher Zunge sprechen. Vor allem nicht dann, wenn er vorher sich in keinerlei Hinsicht in den Clan eingebracht hat. Wer nur fordert, darf sich nicht wundern, wenn er irgendwann nichts mehr bekommt.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren