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So nah dran

Ärgerlich, mehr als ärgerlich, wenn man so kurz vor dem Ziel ist und es nicht weiter geht. Ich wollte heute mit der Version 0.3a fertig sein. Aber genau eine Funktion fehlt noch, um damit alles vollständig funktioniert. Zeit hätte ich noch gehabt, aber irgendwann merkt man dann doch, dass der Kopf mehr als voll ist. PHP-Befehle schwirren wild im Kopf herum, man kann keinen klaren Gedanken fassen. An so einer Stelle bin ich dann auch angelangt, kurz vorm Ziel. Aber ist ist dann besser, aufzuhören, als nur noch Mist zu programmieren. Wenn die Fehlerquote steigt und man den Überblick verliert, sollte man lieber eine Pause einlegen.

Probleme mit der Zeit

Diesmal geht es nicht darum, dass ich zu wenig davon habe (obwohl, wenn ich es mir recht überlege, könnte es ruhig mehr sein). Bei dreht es sich um die Funktionen in PHP zur Zeitkonvertierung. Da bitEvolution mit ASCII-Dateien als Datenbank-Ersatz arbeitet, muss ich diese Dateien in irgendeiner Form organisieren.

Bisher (mit wenigen Einträgen) ging das alles auch noch sehr gut. So langsam komme ich aber an eine Grenze, hinter der es unübersichtlich wird. Vor allem möchte ich einen direkten Zugriff per Navigation auf einzelne Monate ermöglich. Dazu muss die gesamte Datenbankkonstruktion neu gestaltet werden. In der 0.3a Version wird jeder Monat eine eigene Datenbank bekomme, um den Zugriff einfacher zu gestalten. In der aktuellen Version (0.2a) sind alle Tage in einer Datenbank versammelt. Das geht zwar auch, wird mit der Zeit aber langsam und unhandlich.

Einige der benötigten Funktion habe schon geschrieben, jetzt wird es morgen darum gehen, diese auch anzubinden. Ich bin gespannt …

Qualität und Quantität

Anlässlich der Popkomm, die dieses Jahr zum letzten Mal in Köln stattfindet, führte die Süddeutsche Zeitung ein Interview mit Universal-Chef Tim Renner.

Im Zusammenhang mit „Phonoline“, einem Internet-Dienst für legale, zu bezahlende Musik-Downloads, ging es auch um die Ursachen für den zunehmenden Umsatzrückgang und die ständig steigende Zahl der illegalen Downloads:

SZ: Ist am Ende vielleicht doch die Qualität der Musik das
Hauptproblem der Branche?

Renner: Es ist noch nie so viel Musik kopiert worden wie heute,
nicht mal in den seligen Zeiten der Audiokassette. Das spricht doch
dafür, dass unser Angebot richtig zu sein scheint.

Die Aussage von Renner scheint symptomatisch für die Musikindustrie zu sein. For den wahren Ursachen für den Umsatzeinbruch werden die Augen verschlossen.
Ich denke, die Frage von Dirk Peitz, der für die SZ das Interview führte, zeigt die Richtung an, aus der die wahren Ursachen kommen. Im Verlauf der letzten Jahre ist die Qualität der Musik gleich geblieben. Gleichzeitig ist jedoch die Quantität gestiegen. Konkret bedeutet das, dass man die wirklich hörenswerten Stücke aus einer zunehmenden Flut von mäßigen bis schlechten Songs heraussuchen muss. Diese Suche wird erschwert durch die gleichgespülten Spiellisten angeblich unterschiedlicher Radiosender.

Parallel dazu steht die Preisentwicklung der Audio-CD. Diese ist seit ihrer Einführung nicht günstiger, sondern im Gegenteil noch teuerer geworden. Das ursprüngliche Versprechen, mit der CD wir Musik billiger, bezieht sich demnach nur auf den Inhalt, nicht auf den Preis.

Um aus der Misere heraus zu kommen, sollten nicht die Konsumenten kriminalisiert werden. Ein gangbarer Weg wäre statt dessen die Senkung des Verkaufspreises und ein Verzicht auf „Superstars“ und andere Stümper.

Pixel Kunst

Die Grafik von Computerspielen wird immer realistischer. In ruhigen Stunden erinnere ich mich allerdings auch gerne an die Zeit zurück, als mich pixelige Spiele am C64 für Stunden in den Bann gezogen haben. Diesen Charme der alten Spiele findet man auch in den Bilder von eboy wieder. In eCity entdeckt man immer wieder neue Details, und wundert sich darüber, dass eboy mit einfachen Mitteln die Bilder eine kleine Geschichte erzählen läst.

In der Kategorie ‚Plicas‘ findet man auf seiner Webseite sehr gelungen Kopien von Zeitschriftentiteln. Alles in allem ist die Seite mehr als nur einen Besuch wert.

Snow Crash

Der Science Fiction Roman Roman Snow Crash von Neal Stephenson wird von vielen mit Neuromnacer von William Gibson verglichen. Ein Vergleich, der dem Buch nicht gerecht wird. Das Erscheinen von Neuromancer kann zu Recht als Geburtstunde des Genres Cyberpunkt bezeichnet werden. William Gibson und Bruce Sterling sind zwei der bekanntesten Vertreter dieser Stilrichtung. An den Erfolg versucht Stephenson anzuknüpfen, was ihm allerdings nur teilweise gelingt.

Kurz zur Handlung: Im Amerika der nahen Zukunft gibt es keine Staaten mehr, sondern kleine, autonome Stadtstaaten. Diese gehören in der Regel zu einer großen Franchisekette, wie zum Beispiel der Mafia oder Mr. Le’s Groß-Hongkong. Der Held des Romans, Hiro Protagonist ist Pizzalieferant und freiberuflicher Hacker und wird im Verlauf des Romans die Welt vor dem Informations-Babel retten. Dazu bedient er sich nicht nur seines Samuraischwertes, sondern nutzt auch eine Abart des Cyberspace, genannt Metaversum.

Nach den ersten hundert Seiten hat man sich an die sehr flache Sprache und die sehr albernen Namen gewöhnt und kommt langsam zum Kern des Romans, der wie ein verborgenes Juwel entdeckt werden möchte. Dieser besteht aus einer wissenschaftlich unterlegten Abhandlung über die Sumerer und über die Wirkung von Sprache. Der Teil im Roman, der sich mit der vorgeschichtliche Zivilisation der Menschheit auseinander setzt, ist faktenreich erzählt, fügt sich aber nicht in den Rest der Handlung ein. Es entsteht dadurch der Eindruck, dass man zwei Teil vor sich hat, die mit großer Mühe und einem Vorschlaghammer zusammengefügt worden sind. Im einem der Teile wimmelt es nur so vor
Klischees und Flachheiten, im anderen Teil fühlt man sich zumindest informiert.

Aus der Geschichte der Sumerer und die historische Anlehnung hätte man wesentlich mehr machen können. Im Grunde schreit dieser Stoff geradezu danach, mit einer stimmigen Rahmenhandlung präsentiert zu werden. In Snow Crash aber wird diese Potential leider verschenkt. Was belibt, ist eine interessante Grundidee und ein Hilfloser Versuch, einen Cyberpunkroman zu schreiben. Wer echte Kost möchte, sollte lieber auf Neuromancer zurück greifen – ein Roman, den man sicher nicht nur einmal lesen wird.

Wir sind Helden

Nach einigen positiven Kritiken konnte ich mich dazu bewegen, Das Album „Die Reklamation” der Band Wir sind Helden zu erwerben. Nach mehrmaligem hören kann man meinen Eindruck mit zwei Worten zusammen fassen: nett, aber …

Das die Musik nett anzuhören ist, ist sicher ein Streitpunkt für sich. Das die Texte politisch korrekt sein wollen, auch. Die Inhalte kann man sehr unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und sich den Kopf darüber heiß diskutieren. Aber, ja aber. Mich beschleicht so das Gefühl, dass diese Band etwa 15 Jahre zu spät gekommen ist. Gut, man kann natürlich den Aufkleber „Retro Band” darüber kleben, was ähnlich wirkt wie aufgewärmtes Gemüse vom Vortag.

Auf mich wirkt die Band wie ein paar Schuhe, dass einem zu klein geworden ist. Man hatte mal selber diese Haltung – und hat sie zum Teil immer noch. Trotzdem geht man heute, im Jahr 2003 anders an die Dinge heran. Sicher, damals in der JUSO-Phase, waren wir auch naiv weltfremd. Haben kritisiert und wilde Verbesserungsvorschläge entwickelt. Aber die Zeit ist vorbei.

Wir waren Helden!

Rechtschreibung und Grammatik

Heute habe ich den dezenten Hinweis bekommen, dass sich doch ein paar Fehler in meine Artikel eingeschlichen haben. Böse, böse! In den nächsten Tagen werde ich Schritt für Schritt alle Einträge noch mal lesen und prüfen – würg!

Ich denke, die Fehler haben ihre Ursache in meinem Schreibstil (schnell und impulsiv). Den werde ich wohl nicht ändern. Wer in der Zwischenzeit ein Wort oder Sinnzusammenhang vermisst, kann sich selber was ausdenken. Wenn es dann passt, wunderbar, wenn nicht, selber Schuld!

Klüger sein

Manchmal möchte man klüger sein als, eine Gebrauchsanleitung. Besonders dann wenn es sich um einen Sicherheitshinweis handelt. Beliebt sind da vor allem Gemüsehobler. Wozu brauch man den Restehalter? Ist doch nur mehr zum Spülen und völlig unhandlich.
Ich pass schon auf, passiert mir nix.

Habe ich auch immer so gemacht. Tja, und dann war die Gurke heute flutschiger als ich dachte. Plötzlich war da keine Gurke mehr an der Schneideklinge, sondern mein Daumen. Und ab. Nein, nicht der ganze Daumen, aber ein größeres Stück Fleisch. Geblutet hat das ziemlich stark. Beim nächsten mal bin ich dann wirklich klüger.

Die schwarze Legende

Durch Zufall habe ich am Freitag auf TV.NRW einen sehr interessanten Bericht über Spanien und die Inquisition gesehen. Kernstück der Reportage war die Auseinandersetzung mit der Leyanda negra (schwarzen Legende). Diese entstand in Europa zur Zeit Philipps II. (1555-1598) von Spanien.

In einem von Spanien dominierten Europa entstand ein Bild von Spanien und von der Inquisition, welches sich bis heute gehalten hat. Nach Aussagen der Wissenschaftler in dem Bericht war der größte Teil der Gräueltaten der spanischen Inquisition frei erfunden und diente nur zu, Spanien in ein möglichst düsteres Licht zu tauchen. Insbesondere soll die spanische Inquisition die Hexenverfolgung nicht intensiv betrieben, sondern sich gegen den Hexenaberglauben ausgesprochen haben. Die Zahl der Verurteilungen durch die Inquisition im Verlauf von 350 Jahren lagen erheblich unter denen im restlichen Europa. Folterinstrumente und Tötungsinstrumente wie zum Beispiel die ‚Eiserne Jungfrau‘ sollen nie eingesetzt worden sein.

Insgesamt stellte der Bericht den Inquisitor als theologisch gebildeten Juristen da, der eher besonnen handelte. Der Einfluss der Inquisition am Hofe von Philipp dem II. soll auch deutlich überschätzt worden sein.

Auch die Handlung in Giuseppe Verdis Oper Don Carlos beruht keinesfalls auf Tatsachen, sondern auf Propaganda, die zum Ziel hatte, Philipp zu diskreditieren.

Grüner Bayer

Man den derzeitigen Temperaturen könnte man unter der Bezeichnung „Grüner Bayer“ eine Menge verstehen. Beispielsweise einen Widerspruch an sich. Bayern ist zwar grün, aber weniger politisch als landschaftlich. Deshalb ist ein Grüner Bayer, wenn man es tatsächlich politisch betrachtet, so wahrscheinlich wie ein Hagelsturm im Sommer. Natürlich gibt es hier und da in Bayern auch ein paar Grüne, aber genauso gibt es hier und da mal einen Hagelsturm im Sommer.

Eigentlich wollt eich auf etwas ganz anderes hinaus. Also „Grüner Bayer“. Früher (vor etwa 15 Jahren zum letzten Mal) habe ich öfter mal Berliner Weiße mit Schuss getrunken. Nun ist Berliner Weiße als Bier in etwa so wie der Umzug des Bundestages von Bonn nach Berlin – überflüssig. Mir hat es ohne Schuss nicht geschmeckt. Das einzig wirklich schöne Daran waren diese Bierkelche und der Schuss Waldmeister (oder Himbeere).

Da es ja zur Zeit in Zuge der Revival Welle auch wieder den genialen Sirup ‚TriTrop‘ unter anderem mit Waldmeistergeschmack gibt, wollte ich auch mal wieder ein Bier mit einem Schuss Waldmeister trinken.

An dieser Stelle kommt dann der Bayer ins Spiel, da ich seit mehr als Zehn Jahren, wenn ich denn Bier trinke, Hefe-Weizen trinke. Mein Favorit unter den Bayrischen Bieren, die auch im preußischen Ausland erhältlich sind, ist ‚Paulaner dunkel‘. Wenn man diesem Bier nun etwa 5 Teelöffel Waldmeistersirup hinzufügt und das Glas mit einem Strohhalm versieht, hat man einen „Grünen Bayer“. Und der wirkt eiskalt sehr erfrischen!