Eine Person, die mir völlig unsympathisch ist, ungepflegt aussieht und sich unsere Wohnung ansehen will, lass ich auf keinen Fall rein – jedenfalls nicht ohne vorherige Terminabsprache. Obwohl ich ziemlich nervös war, habe ich mich auch durchsetzten können. Sehr zum Ärger der Maklerin. Tage vorher hatte ich mir ja schon überlegt, wie ich sie am besten abwimmeln kann. Das hat mich auch ein paar Nächte beschäftigt. Klar, das ist kein großer Akt, aber ich hatte einfach Bedenken, einen Fehler zu machen, den man später juristisch gegen mich verwerten kann. Zudem wollte ich auf keinen Fall, dass ich die Frau unseres verstorbenen Vermieters in irgendeiner Weise dumm dastehen lasse oder das meine ablehnende Haltung gegenüber der Maklerin für sie negative Konsequenzen hat, da sie sich eh schon nicht sehr gut mit der Vermieterin (der Tochter ihres Mannes) versteht. Wie dem auch sei, jetzt ist es erstmal ausgestanden, bei der Maklerin gelten wir schon als komische und schwierige Mieter (was ja auch meine Absicht war) und waren erstmal in Ruhe auf eine schriftliche Terminanfrage – und nicht per Fax, wie die Maklerin wollte.
Wenn man bei ebay für einen Artikel mehrere Auktionen gleichzeitig beobachtet, sieht man oft, dass der Artikel sich bei einem bestimmten Preis einpendelt. Momentan beobachte die Auktionen für das Spiel “Fable”. Gerade mal einen Moment steht es in den Läden und wird schon in Massen bei ebay verkauft. Da es nicht unbedingt ein Spiel ist, was ich zum Vollpreis erwerben möchte, kann ich also bequem abwarten, bis ein Preisniveau erreicht ist, welches mir gefällt. Zur Zeit liegt dies bei etwa 30 Euro (Neupreis 60 Euro). Damit doppelt so hoch wie das, was ich ausgeben möchte. Bei einer Spieldauer von etwa 10 Stunden und ohne Onlinefunktion ist es mir auch nicht mehr wert.
Der Klassiker im Herbst und Winter, wenn es um selbstgemachte Eintöpfe geht: Grünkohl. Zwar richt die ganze Wohnung später danach, aber ich finde ihn einfach unschlagbar zum aufwärmen in dieser Jahreszeit. Weniger gut find eich jedoch die Unterversorgung in Ostwestfalen mit richtigen Mettwürstchen, so wie ich sie aus dem Rheinland kenne. Zur “Not” tut es Kassler allerdings auch. Wichtig beim Grünkohl, damit er mir schmeckt, ist eine feste Konsistenz und eine ordentliche Menge an Kartoffeln.
Da es momentan etwas stürmisch ist in Bezug auf das Haus, in dem wir zur Miete wohnen, habe ich mich ein Wenig über die Rechte als Mieter informiert. Wirklich erstaunt hat mich, das es nicht so einfach ist, einem Mieter zu kündigen. Vorausgesetzt, man verhält sich korrekt und es besteht kein Eigenbedarf, hat man quasi lebenslanges Wohnrecht – zumindest lese ich das so aus den entsprechenden Texten. Meldet der Vermieter Eigenbedarf an, so muss er diesen auch belegen können.
Selbst bei einem Wechsel des Hauseigentümers bleibt der Mietvertrag bestehen. Den Eigentümer oder einen von ihm bestimmten Vertreter muss man nur in die Wohnung lassen, wenn dieser sich mindestens 24 Stunden vorher angekündigt hat (und man mit dem Termin einverstanden war). Wie das dann in der Praxis aussieht, wird sich am Montag zeigen. Da kommt eine Maklerin, die sich das Haus und alle Wohnungen ansehen möchte. Wobei, eigentlich muss ich sie nicht reinlassen. Sie hat keine schriftliche Terminanfrage gestellt. Zudem könnt eich von ihr eine schriftliche Vollmacht der Vermieterin verlangen – schließlich kann ja sonst jeder kommen und sagen, er will sich die Wohnung anschauen.
Im Urlaub hat man mehr Zeit – ein landläufiger Irrtum. Es bleibt einem genauso viel Zeit wie sonst auch, nur verteilt sie sich anders. Für bestimmte Dinge hat man plötzlich weniger Zeit oder nimmt sich weniger Zeit. Bei mir scheint sich das an der Zeitung zu manifestieren. Für die Süddeutsche bringe ich momentan viel weniger Zeit auf als sonst im Zug. Vieles bleibt einfach ungelesen, da es ja auch noch andere Dinge gibt, die der Aufmerksamkeit und Zuwendung bedürfen. Ich neige dann meistens dazu, vieles anzufangen, aber wenig dann auch zu Ende zu bringen, da ständig Neues dazukommt, was auch wieder meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Teile der letzten Samstagsausgabe der Zeitung liegen auch noch auf dem “Lesestuhl”
Um das Problem zumindest Ansatzweise zu lösen, habe ich heute damit angefangen, den Aufgaben- und Terminplaner von Entourage (Outloook für Macintosh) zu nutzen. Mal sehen, ob ich damit die Zeit fester in den Griff bekomme oder ob sie mir weiterhin einfach entgleitet.
Wenn es draußen regnet, der herbstliche Wind um die Häuser pfeift und die letzten Laubreste nass auf dem Bürgersteig und der Straße liegen, dann ist es ideales Wetter, um gemütlich zu Hause zu sitzen bei einer großen Kanne Tee. Ich mag so ein Wetter. Zwar nicht immer, aber auf jeden Fall zur richtigen Jahreszeit. Bei mir kommen dann auch keine Depressionen auf, sondern Erinnerungen hoch. Auch wenn ich es manchmal zur Seite schiebe, aber das Aufwachsen in Wesel auf dem Land hat mich schon sehr geprägt. Die Jahreszeiten auf dem Land erlebt man anders, erdverbundener, wenn man einen großen garten hat. Als Kind hat mich es geärgert, Laub zu fegen oder Kohlen zu schleppen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Diese Erinnerungen bleiben aber sehr gut haften. Auch sehr viele Erinnerungen, die für mich einen bestimmten Geruch haben, wie brennendes Walnusslaub. Gerade weil diese erdigen Gerüche im herbst am stärksten sind und die Farbe so kräftig leuchten, ist das wohl meine liebste Jahreszeit.
Fest verbunden mit dem Herbst und Winter ist auch meine Leselernfibel aus der Grundschule. Dort wurden auch Geschichten passend zu den Jahreszeiten erzählt.
Der gestrige IKEA-Einkauf hatte im Arbeitszimmer noch eine Lücke hinterlassen, so dass Nadine und ich heute noch mal “spontan” zu IKEA gefahren sind. Diesmal haben wir extra bis Nachmittags gewartet, um den Schülern zu umgehen. Ist uns aber leider nicht wirklich gelungen. Besonders heftig war der Rückweg. In der Stadtbahn hat sich ein Flegel dermaßen daneben benommen (teilweise recht obszön), dass ich ihn am liebsten eine geknallt hätte. Viel hätte nicht mehr gefehlt. So fettes Blag hat sich zudem eine Spaß daraus gemacht, seinen Müll aus dem Fenster der Stadtbahn zu entsorgen – ganz toll!
Überrings kann ich es nicht zum nachmachen empfehlen, ein 1,90 Meter großes Lack Regal von IKEA mit öffentlichen Verkehrsmittel zu transportieren. Nicht nur, weil die Fahrtzeit von uns zu IKEA etwa 45 Minuten beträgt, sonder weil wir zweimal umsteigen müssen. Zweimal Stadtbahn, einmal Bus – da sagt noch mal jemand, dass man in Deutschland keine Abenteuer mehr erleben kann. Vielleicht sollte ich daraus mal ein Seminarprogramm für Manager entwickeln. Solange es teuer genug ist, buchen die jeden Quatsch.
Bei der Menge an Brettspielen, die sich bei uns zu Haus ein der Wohnung befinden, fehlte eigentlich nur eins: Platz zum spielen.
Bisher haben wir immer den Küchentisch oder der Couchtisch verwendet. Allerdings war das immer mit Nachteilen verbunden, da diese Tische eigentlich noch andere Verwendungszwecke (Küche) haben oder zu niedrig sind (Couchtisch). Gerade bei längeren Spielen war es natürlich nicht möglich, Spielbrett, Counter etc. mal einfach liegen zu lassen, um später weiterzuspielen. Nun, wie schon unschwer an der gewählten Zeitform erkennbar, hat sich das jetzt geändert. Nach einem Besuch von (na was wohl?) IKEA sind wir mit einem Bürotisch zurück gekommen und haben an Stelle des Sofas im Arbeitszimmer den Tisch platziert. Das Sofa ist dann ins Schlafzimmer gewandert. Zwar muss ich mich jetzt an die neue Umgebung gewöhnen, aber die Vorteile in Bezug auf das Spielen sind einfach nicht von der Hand zu weisen. Erstaunlicherweise war das Zusammenbauen diesmal nicht so anstrengend, wie es sonst immer ist – eine kleine Entschädigung für die Rückfahrt von IKEA in öffentlichen Verkehrsmitteln unmittelbar nach Schulschluss.
Nach dem Nadine das Spiel am Donnerstag für uns gekauft hat (vorher ging das ja nicht …), liegen jetzt auch schon die ersten Onlinespiele hinter mir. Im Gegensatz zu anderen Shootern (und vor allem im Gegensatz zu SOCOM) macht Halo 2 richtig Spaß. Was völlig fehlt und was ich auf keinen Fall vermisse, ist das verbissene, angespannte spielen. Nach dem Ableben der Spielfigur muss man auch nicht bis zum Ende der Runde warten (was bei SOCOM manchmal bis zu 15 Minuten gedauert hat), sonder ist nach 2-6 Sekunden wieder im Spiel. Schön finde ich die Möglichkeit, den Gegner im Nahkampf nieder zuprügeln oder noch besser, sein Fahrzeug zu kapern, in dem man ihn rauszehrt (sie sehr witzig aus). Mit einer ausreichend großen Freundesliste hat man auch die Chance, immer deutsprachige Spieler zu finden. Das senkt nämlich die Hemmung, blöde oder witzige Kommentare von sich zu geben.
Gelungen bei Halo 2 ist auch die Option, nicht nur mit bis zu vier Spielern an einer Konsole gegeneinander zu spielen, sondern mit den Spielern an der eigenen Konsole nahtlos in den Onlinemodus zu wechseln und gegen andere anzutreten. Am Samstag hatte mein Bruder Besuch zu Hause. Über XBox live haben wir dann zu dritt gegeneinander gespielt – davon können sich japanische Konsolen mal was abschauen.
Eigentlich müsset es ja heißen “Spielewelt in Bielefeld” – eine kleine Spielemesse hier in der Stadt am Rande des Teutoburgerwaldes. Nach der etwas anstrengenden Messe in Essen hatte ich mich auch schon längere Zeit auf die Spielewelt gefreut. Zum Glück hatten wir Freikarten, da ich mich ansonsten ziemlich geärgert hätte. Um von Muttern mit Kinderwagen über den Haufen gefahren zu werden, brauch ich keine Spielemesse, da reicht die (noch) kostenlose Fußgängerzone aus. Aber ich sollte mit dem positiven anfangen. In den beiden Ausstellungsräumen herrschte absolutes Rauchverbot, was sehrangenehm war. Zudem konnten wir bequem zu Fuß zur Messe laufen.
Gut, damit hätten wir den positiven Teil dann hinter uns gebracht und ich kann wieder völlig hemmungslos weiterlästern. Kindergeschrei und übertrieben politisch korrekte Menschen, denen das leicht dümmliche Lächeln nicht aus dem Gesicht weicht, sind in stärkerer Konzentration für mich schwer zu ertragen. Die Menge der Stände hat im Vergleich zu den Vorjahren drastisch abgenommen. Der Schwerpunkt lag wohl darauf, Spiele ausprobieren zu können – was mir nicht wirklich Spaß macht, wenn rund um mich herum eine nicht unerhebliche Geräuschkulisse herrscht – Ausnahmen dazu gibt es natürlich auch, wenn ich daran zurückdenke, wie ich mit einem sehr guten Freund in der Fußgängerzone von Wesel abalone gespielt habe.
Wie dem auch sei, wer heute und morgen nicht in Bielefeld auf der “Spielewelt” war, hat nichts verpasst.