Hinter mir liegt eine Woche, die mehr als anstrengend war und eine Menge Nerven gekostet hat. Sie endete, ohne das ich das Gefühl hatte, als Sieger aus der Woche zu gehen. Zum Ausgleich habe ich dafür das gesamte Wochenende gespielt – EQOA, aber auch eine Menge Baldures Gate:Dark Alliance II. Ein Spiel, was deshalb so süchtig macht, weil man es mit zwei Spielern gleichzeitig im Coop-Modus spielen kann. Monster plätten, Charakter aufleveln und neue Waffen und Rüstungen mit Edelsteinen versehen. Ich kann davon nicht genug bekommen. Schade nur, dass die Dungeons nicht zufällig generiert werden, das würde den Reiz des Spiels noch mehr erhöhen.
Während es Menschen gibt, die den Erfolg anderer, auch ihnen nahe stehender Menschen mit Missgunst betrachten, gönnen ich anderen ihren verdienten Erfolg. Besonders dann, wenn es sich um meinen Bruder handelt. Dieser hat eine Stelle als Fialeleiter angeboten bekommen. Herzlichen Glückwunsch noch mal von hier aus!
Völlig am Boden reicht meine schlechte Laune mindestens für eine Flasche Wein. Die Präsentation heute hatte ein Kaugummiergebnis. Statt der unfähigen Kollegin endlich das Projekt zu entziehen, darf ich jetzt für sie die Texte schreiben. Im Gegenzug muss sie immer mehr mein Design umsetzten, so dass von ihrem eigenen Entwurf nichts mehr überbleibt. Das macht sie nicht zu frieden und mich auch nicht, weil ich mein Design lieber selber umsetzen würde. Zudem macht sie so viele Fehler dabei, dass mir jedes Mal förmlich schlecht wird. Für mich war es das letzte Mal, dass ich solche Vorschläge mache, wenn ich keine Dank und keine offene Unterstützung bekomme.
Die Weiterentwicklung von bitEvolution ist zur Zeit ins Stocken geraten, was wohl daran liegt, dass ich wie ein Besessener auf der Arbeit mit Flash, HTML und vor allem PHP hantiere, um meinen Gegenentwurf rechtzeitig fertig zu haben. Was dann morgen geschieht, wieß ich nicht. Bisher haben sich alle Entscheidungsträger um eine Entscheidung gedrückt.
Unabhängig davon sind mir ein paar üble Bugs in bitEvolution aufgefallen, die beim Posten von Beiträgen auftreten. Mit dem Update von Safari scheint es damit nicht mehr richtig möglich zu sein, Beiträge zu erstellen. Die Datenbank-Datei wird fast komplett durcheinander gebracht. Vermutlich liegt das Problem in der Verwendung eines Formulars, wo besser zwei gewesen wären. Der bitCode kann über Buttons eingefügt werden – was nur durch einen schmutzigen Trick in JavaScript innerhalb eines Formulars möglich war.
Die Krönung eines Arbeitstages, der mehr schlecht als recht verlief, war ein Schulklasse auf der Rückfahrt, die natürlich, wie sollte es anders sein, bis nach Bielefeld fuhr.
Wobei,ich sollte mich nicht beschweren. Ein Horde besoffener Fußballfans wäre schlimmer. Trotzdem kostet so etwas Nerven, die man man manchen Tagen auf Grund von Reibereien nicht mehr hat. Ich weiß nicht, was die nächsten zwei Tage bringen, wenn niemand meiner Vorgesetzten endlich den Mut hat, meiner Kollegin zu sagen, dass sie für das Projekt die absolute Fehlbesetzung ist, weil sie von Webdesign keine Ahnung hat.
Das Ganze verfolgt mich schon im Schlaf und nimmt mich mehr mit, als mir lieb ist. Dabei hätte ich es so bequem haben können, wenn ich nicht den Gegenentwurf vor einer Woche präsentiert hätte. Selber Schuld! Jetzt arbeite ich wie ein Irrer ohne Chance, rechtzeitig fertig zu werden an dem selben Projekt wie meine Kollegin. Wie weit die Rückendeckung, die ich habe, belastbar ist, kann ich nicht beurteilen. Aber so groß kann sie nicht sein, sonst müsste ich nicht quasi Under Cover arbeiten.
Es ist erschrecken, wie schnell man bestimmte Dinge einfach vergießt, wenn man längerer Zeit nicht mehr mit ihnen zu tun hat. Seit Monaten habe ich nichts mehr in Flash gemacht. Jetzt brauche ich es beruflich wieder. Die Grundlagen und die Möglichkeiten sind mir noch vertraut, aber sobald es in die Tiefe geht, wird es dunkel. So dunkel, dass mir richtig gruselig wird. Wenn ich zurückblicke, dann erinnere ich mich daran, dass ich mal in Flash ein recht komplexes Tamagotchi namens Cymo programmiert habe. Davon bin ich heute weit entfernt. Vielleicht ändert sich dass ja wieder, wenn ich endlich beruflich mehr als zu vor mit diesen Dingen zu tun habe und nicht das alles in nur in meiner Restfreizeit mache.
Nach dem es Gerhard Schröder nicht gelungen ist, die SPD zu ruinieren, hat er seine Plan zur Abschaffung der Sozialdemokratie erstmal wieder in der Schublade verschwinden lassen. Noch bleibt er Kanzler, den Parteivorsitz übergibt er aber an Mr. Bernhardiner Franz Müntefering. Ob Münte den alten Kahn flott bekommt und ehemalige Genossen wieder an Bord holen kann, wird sich zeigen. Die Hoffnungen nicht nur der SPD-Linken ruhen auf dem Heiland mit der Retro-Frisur.
Am Wochenende war in der Neuen Westfälischen ein Gefälligkeitsartikel zum Thema Studienkonto zu lesen. Sehr passender Moment, der da gewählt wurde, trafen doch im Verlauf des Samstag Vormittags per Post die Benachrichtigungen ein, wer zu zahlen hatte und wer nicht.
Getroffen hat es laut Bericht 5.300 der 20.00 Studierenden – also immerhin über 25 Prozent! Das ist eine sehr große Minderheit, wenn man überhaupt noch von Minderheit sprechen kann. Statt des normalen Semesterbeitrages dürfen diese Studierenden bis zum 19. März 743,40 statt der üblichen 123,40 Euro bezahlen. Auf einmal versteht sich.
Im Artikel wurde die tolle Leistung der Verwaltung hervorgehoben, durch die das neue Computersystem zu Erfassung und Abrechnung eingeführt wurde. Dazu passen ein Bild, “Harte Arbeit mit Studienkonten, das den Justitiar der Universität Bielefeld, den Leiter des Studierendensekretariats und den Prorektor für Forschung und Lehre zeigte. Die Ausstrahlung des Fotos ist vermutlich die gleiche, die ein Foto von Beamten hätte, die in harter Arbeit den Transport in die Vernichtungslager organisiert haben.
Durch den ganzen Bericht zieht sich ein bürokratisch-technokratischer Geist, der jegliche menschliche Regung vermissen läst. Die Gründe für die lange Studienzeit sein ebenso belanglos wie die Schicksale, die sich hinter jeder Immatrikulationsnummer verbergen. Im Gegenteil – es wurden noch ein paar Fälle an den Pranger der Öffentlichkeit gestellt, bei den die Studienzeit nahe am dreistelligen Bereich lag.
Wer ist nötig hat, auf Kosten andere Seiten in der
Zeitung mit solchen Artikeln zu füllen, kann einem schon fast leid tun. Aber auch nur fast.
Spätestens wenn sich Silberfäden durch die Haare ziehen, wird es Zeit sich zu vergegenwärtigen, vor wem man sich rechtfertigen muss. Hält man sich an die geltenden Gesetze, so ist die Liste recht kurz:
Zudem gibt es noch eine moralische Verpflichtung zur Rechtfertigung gegenüber der nachfolgenden Generation in Bezug auf den Umgang mit dem gemeinsamen Lebensraum Erde.
Weitere Personen, Institutionen oder Gruppen, gegenüber denen man zur Rechtfertigung für sein Handeln verpflichtet ist, ergeben sich nur auf Grund der Übernahme bestimmter Ämter und Funktionen. Dabei gibt es für beide Seiten eine gemeinsame Grundlage, einen Konsens oder einen Vertrag, aus denen sich die Aufgaben und Verpflichtungen ableiten. Dadurch entsteht dann auch der Grund zu einer Rechtfertigung.
Ferner sind Rechtfertigungen dann notwendig, wenn man gegen Gesetze und Regeln verstößt. Wobei in diesem Zusammenhang jedoch keine Rechtfertigung im engeren Sinne erforderlich ist.
So zum Beispiel, wenn man bewusst gegen eine Regel verstoßen hat, weil sie einem gleichgültig ist oder nicht Wichtig erscheint. (Rauchen im Nichtraucherbereich, trotz großer Schilder …). In solchen Fällen kann eine Rechtfertigung nicht an Stelle der Schuld treten und den Verstoß heilen.
In anderen Zusammenhängen sind Rechtfertigungen nicht notwendig, ja sie sind sogar hinderlich, da sie als Zeichen der Schwäche aufgefasst werden können. Derjenige, der eine Rechtfertigung einfordert und sie erhält, ist automatisch dem anderen überlegen.
Wird man aufgefordert, sich für die Dreistigkeit, den linken statt den rechten Sitz besetzt zu haben, so ist sicher, dass man verloren hat, wenn man sich auf dieses Spiel einläst. Selbst die besten Argumente können dann nicht helfen.
Es gibt Tage, die fangen ganz normal an. Bis zum Feierabend passiert nichts, wirklich nichts Welt bewegendes. Doch plötzlich steht man mitten im Sumpf der kleinen Missgeschicke und wünscht sich am liebsten nach Hause, an einem Platz, wo man die Decke über den Kopf ziehen kann und schaukelnd seinen Schmerz vergessen kann.
Pünktlich nach Feierabend stand in Dortmund an der Stadtbahnhaltestelle und wartet auf die Bahn. Doch diese kam nicht – jedenfalls nicht zur üblichen zeit, sondern mit 15 Minuten Verspätung. Unglücklicherweise bin ich aber auf eine pünktliche Stadtbahn angewiesen, da ich sonst nicht den Regionalexpress nach Bielefeld erwische. Normalerweise habe ich eine Reserve von genau 15 Minuten. Selbst wenn ich aus welchen Gründen auch immer eine Stadtbahn später nehme, hab ich noch eine sehr große Chance, den RE zu erwischen. Bei 15 Minuten sieht das allerdings ganz anders aus. Um mit dem Titel eines Romans von Böll zu sprechen: “Der Zug war pünktlich”. Direkt vor meiner Nase vor er ab – das Rennen und Hochstürmen der Treppen hätte ich mir sparen können.
Damit durfte ich eine Stunde in Dortmund verbringen, da der RE im Stundentakt fährt. Manche Menschen werden für mehr weniger bestraft. Nach einer Stunde dann kam es, wie es kommen musste. Der Zug hat Verspätung. Eine Stunde zu vor wäre ich dankbar darum gewesen, aber jetzt führte das dazu, dass ich meine Stadtbahn in Bielefeld um ein paar Sekunden verfehlt und 10 Minuten warten durfte.
Bereits jetzt hatte meine Laune den Tiefpunkt erreicht – dachte ich, ohne zu wissen, dass man das noch steigern konnte. Wie jeden Freitag folgte der übliche Wocheneinkauf mit unserem Einkaufswagen zu Fuß und bei trockenem Wetter. Als wir voll bepackt aus dem Supermarkt kamen, Regnete es in Strömen, währen die Regenschirme trocken und sicher zu Hause lagen. Weitere Kommentare kann ich mir dazu sparen. Meine Laune ist seit dem nicht besser geworden, auch wenn die Haare wieder trocken sind.