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Politik

Das hier jemand mit SPD-Parteibuch schreibt, dürfte unverkennbar sein. Zu deutlich ist oft die rote Handschrift. Politik geht uns alle an, sollte uns alle interessieren, denn sie legt die Rahmenbedingungen unseres Lebens fest. Wo an Menschlichkeit oder Gerechtigkeit gespart wird, ist unter anderem hier Thema. Dabei bekommen alle Parteien ihr Fett weg, also auch die SPD, denn trotz Parteimitgliedschaft trägt man schließlich keine rosa Brille.

Nachwuchsförderung in der SPD

Zeitnah nach einer verlorenen Wahl alles hinzuwerfen, kann man machen. Ohne richtigen Nachlassverwalter wird so was der Partei eher schaden. Insbesondere deshalb, weil eine ordentliche Nachwuchsförderung bei der SPD seit lange Zeit eine Schwäche ist.

Mütter des Erfolgs

Erfolg, so heisst es, habe viele Väter. Misserfolg nur einen. Den Spruch könnte man so auch mit Müttern umschreiben, im Kern bleibt die Aussage bestehen. Das Hannelore Kraft vergangen Woche die Verantwortung für die Wahlniederlage auf sich genommen hat, war entsprechend die Konsequenz draus. Aber war es auch richtig? Wenn eine Partei in den Wahlkampf zieht mit #nrwir, dann hat den Misserfolg nicht nur eine Person zu verantworten, sondern mindestens das Team. Wenn Genosse bedeutet auch zusammen zu stehen wenn der Wind mal etwas härter wird, nimmt man gemeinsam die Verantwortung auf sich.
Mit anderen Worten, der Abgang von Hannelore Kraft reicht nicht aus, es muss die gesamte Mannschaft ausgetauscht werden. Im Sinne der Nachwuchsförderung müssen jüngere, frische Gesichter das Ruder übernehmen. Genau das wird aber offensichtlich nicht passieren.

Nachwuchsförderung in der SPD
blickpixel / Pixabay

Alles beim alten

Als das ich das „neue“ Gesicht für den Vorsitzender der NRW-SPD zum ersten Mal sah, hat es mich schlicht umgehauen. So erfahren Michael Groschek auch ist, der bisherige Landesverkehrsminister ist definitiv die falsche Wahl. Er saß mit in der Landesregierung und hat nach meiner Lesart das Wahlergebnis mit zu verantworten. Er repräsentiert für mich die Vergangenheit der Partei. Ein Mann, der bei den Kumpels im Ruhrgebiet gut ankommt. Nur das diese fast nicht mehr existieren und bei weitem nicht ausreichen, um der SPD in Nordrhein-Westfalen einen sicheren Wahlsieg zu garantieren.
Wenn man sich in Europa umsieht, dann sind es momentan nicht die Alten, sondern die Jungen die Wählerinnen und Wähler überzeugen. Der Erfolg von Emmanuel Macron in Frankreich hat auch mit seinem Alter zu tun. Unabhängig davon, wie man zu den politischen Aussagen von Christian Lindern steht, seine FDP profitierte in NRW von seiner frischen Ausstrahlung. Über Sebastian Kurz von der ÖDP in Österreich kann man streiten, definitiv. Aber die Partei dort versteht sich offensichtlich auf Nachwuchsförderung.

Nachwuchsförderung statt alte Seilschaften

Wählerinnen und Wähler wollen zwar mitunter auch Vertrautes, ihn aber alten Wein in alten Schläuchen als Hippies Szenegetränk zu verkaufen, funktioniert nicht. Wenn Michael Groschek die SPD in NRW wiederbeleben soll, wenn SPD-Fraktionschef Römer seinen Posten nicht räumen will — was glauben die Sozialdemokraten, wie gut das draußen ankommt? Es sieht nach „weiter so“ statt nach einem Neuanfang an. Es ist aber wohl möglich auch ein Problem, welches sich aus der schlechten Nachwuchsförderung bei der SPD ergibt.
Klar kann ich so was einfach behaupten. Praktischerweise ist mein Blog auch so etwas wie ein externes Gedächtnis und erinnert mich an eine Zeit in Bielefeld, als ich mich furchtbar über den Umgang mit jungen Talenten in der SPD aufgeregt habe.

Junges Blut für die SPD

Für mich galt 2008 Nicolas Tsapos als idealer Nachfolger von Rainer Wend für das Bundestagsmandat. Die Bielefelder SPD sah das mit knapper Mehrheit anders und kürte Guntram Schneider zum Kandidaten. Ein Kandidat, der bis dahin nicht mal seinen Wohnsitz in Bielefeld hatte und was die Stadt anging, ziemlich unerfahren war. Und, was passierte? Bei der Bundestagswahl 2009 verlor die SPD den Wahlkreis 133 und das Direktmandat. Mit Gutram Schneider konnte sie die Wählerinnen und Wähler nicht überzeugen. Als Trostpreis für Guntram Schneider gab es dann einen Ministerposten unter Hannelore Kraft. Nachwuchsförderung sieht anders aus.
Hier in Köln bin ich mir sicher, dass ohne den Müllskandal (Spenden-Affäre) eine Erneuerung in der SPD nur sehr langsam von statten gegangen wäre. Fördern bedeute für mich auch, geregelte Übergänge zu schaffen, keinen radikalen Bruch. Denn der führt — man muss sich nur den Zustand der SPD jetzt in Köln ansehen.

Umgang mit Niederlagen

Wie man mit Tiefschlägen und Niederlagen umgeht, sagt viel über einen Menschen aus. In der ersten Euphorie hat man sich natürlich über die radikale Konsequenzen, die Hannelore Kraft gezogen hat, gefreut. Aber alles einfach hinzuwerfen, ist wenig mutig. Es ist er ein Verhalten von Kindern im Sandkasten, die trotzig reagieren. Mutig wäre es von Kraft gewesen, den erforderlichen Übergang selber zu moderieren.

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Die Landtagswahl in NRW wird häufiger als „kleine Bundestagswahl“ bezeichnet. Hinterher vergisst man das ganz gerne, je nach dem, ob man verloren oder gewonnen hat. Was die SPD in Nordrhein-Westfalen angeht, ist das gestrige Ergebnis ziemlich deutlich. weiterlesen →

Präsidentschaftswahl in Frankreich

Der französische Präsident wurde, soweit bekannt, nicht in Schleswig-Holstein gewählt. Die Abwahl des dortigen Ministerpräsidenten fiel gestern nur zeitgleich zusammen mit der Präsidentschaftswahl in Frankreich. weiterlesen →

Landtagswahl mit Unbekannten

Am vergangenen Samstag habe ich gewählt. Briefwahl, weil ich am Wahlsonntag etwas besseres zu tun habe. Nämlich Stimmen auszählen. Neben den Umschlag für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen warf ich auch den für die Sozialwahl in den Briefkasten. weiterlesen →

Ach Frankreich

Das in Frankreich gestern bei der Präsidentschaftswahl keine sofortige Entscheidung getroffen wird, war absehbar. Die nun anstehenden Stichwahl in zwei Wochen entsprechend vorhersehbar. Ebenfalls ahnen konnte man, wer denn da gegeneinander ins Rennen zieht. weiterlesen →

Bundestag traut sich die PKW-Maut

Der Begriff „Infrastrukturabgabe“ klingt deutlich sachlicher und ist vermutlich mit weniger Emotionen verbunden als die PKW-Maut, die er eigentlich für Autofahrer ist. Vergangenen Freitag stimmte der Bundestag dem Lieblingsprojekt des Verkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) zu. Selbstverständlich mit den Stimmen der SPD-Fraktion. weiterlesen →

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Die SPD kann 100 Prozent

Auf dem außerordentlichen Parteitag der SPD am Sonntag in Berlin erzielte der neue Parteivorsitzende ein ungewöhnliches Ergebnis. Martin Schulz wurde mit 100 Prozent der Stimmen gewählt. So viel Zustimmung gab es nicht mal für Kandidaten im früheren Ostblock. Den Machthabern wäre das auch gefährlich vorgekommen, das Wahlergebnis so massiv zu manipulieren. weiterlesen →

Nazi-Türken wählen Erdogan

Deutschland ist ein demokratischer Staat, vielleicht nicht perfekt, aber er demokratisch und alles andere als faschistisch. Gerade auf Grund der Vergangenheit dieses Landes und der grausamen Verbrechen dürfen sich die Menschen in Deutschland glücklich darüber schätzen, hier und jetzt zu leben. weiterlesen →

Friedensengel Trump

Engel ist nicht gleich Engel. Auch ohne religiöse Bindung lernt man recht früh, dass es neben den normalen Engeln noch eine Reihe anderer Engel gibt. Zum Beispiel gefallene Engel. Jene, die sich der „göttlichen“ Ordnung widersetzen und dafür vom CHEF persönlich verstoßen wurden. Bekanntester von ihnen dürfte wohl Luzifer sein, welcher gerne unter dem Alias „Teufel“ sein Werk verrichtet. je nach dem, wo man liest und wen man fragt sind es sogar mehrere Engel, die aus dem Himmel gestürzt wurden. weiterlesen →