13. August
2004

Mittagsschlaf

Zwei Wochen Urlaub gehen zu ende. Zu den Dingen, die ich unter anderem vermissen werde, gehört die Möglichkeit, sich mittags einfach mal für eine Stunde ins Bett zu legen und zu schlafen – so wie heute zum Beispiel. Meinem Körper tut das sehr gut. ich fühl mich hinterher immer recht erholt und wesentlich aktiver. Wenn ich daran denken, das ich ab nächste Woche wieder wesentlich früher aufstehen muss und ohne Mittagschlaf den ganzen Tag durchstehen soll, wird mir ganz anders. Vielleicht sollte man in den Tarifvertrag mal das Recht auf Büroschlaf zur Mittagsstunde aufnehmen.

8. August
2004

Pervers aber lecker

Wenn es so heiß ist wie zur Zeit, mag ich mittags nichts warmes essen. Da ich Urlaub habe und in der Bio-Kiste in den letzten Wochen auch immer eine Gurke drin war, wandert diese in ein selbstgemachtes Tzaziki: Eine Halbe Gurke 150g Joghurt, 250g Quark, etwas Salz und Pfeffer und mindestens 2 Zehen Knoblauch. Wichtig dabei ist es, die Gurke schön klein zu raspeln. Wenn man das Tzaziki noch etwas durchziehen läst, schmeckt es noch besser. Der einzige, ein klein wenig perverse Nachteil bei dem Wetter ist der Knoblauch. Er gehört darin, schmeckt auch fantastisch aber man schwitzt bei der Hitze mehr. Somit ist man dann von einer mehr oder minder starken Knoblauchwolke umgeben – ideal, um ins Freibad, Kino oder sonst wo hinzugehen, wo auch andere Mitmenschen sich aufhalten.

7. August
2004

Plitsch

Ein kaum vernehmbares Geräusch, wenn der Schweiß nach einem langen Weg von der Stirn über das Gesicht zu Boden tropf, während die Zeit langsam wie die Gedanken vorbei schleicht. Müde Hände führen immer wieder ein Glas mit Wasser zum Mund, damit der Rest des Körpers nicht austrocknet wie eine Mumie. Selbst der Schatten eines Baumes begeht Verrat, bringt er doch längst keine Kühle mehr. Mit einem leisen Plitsch tropft der nächste Gedanke aufs elektronische Papier und vermischte sich schnell im Meer der Daten und Informationen, befreit von allen gefühlten Temperaturen.

6. August
2004

Nicht Jammern

Also gut, das hat man nun davon, wenn man sich über die vielen Regentage beschwert. Sonne, viel Sonne, Temperaturen um die 30 Grad und keine Aussicht auf Abkühlung. Moment, hatten wir das nicht bereits im letzten Jahr? War das nicht genau in der Zeit, in der ich auch Urlaub hatte? Sicher könnte man als Argument jetzt anführen, dass Urlaub bei dem Wetter immer noch besser ist, als bei der Hitze zu arbeiten. Toll finden muss ich das Wetter trotzdem nicht. Sonne ist ja ganz in Ordnung, aber kühler würde es mir deutlich besser gefallen. So schleppt man sich nur träge durch den Tag. Zumindest ist es noch so, das es nachts abkühlt, so dass es noch keine Schlafprobleme bei mir gibt.

3. August
2004

Handwerken

So gerne ich auch koche – jegliche Form von handwerklicher Tätigkeit liegt mir eher weniger. Während das Zusammenschrauben von IKEA-Möbel noch überwiegen spaßig und einfach ist (wie eine andere Form von Legosteine), bricht mir schon fast der Angstschweiß aus, wenn ich Löcher in die Wand bohren soll. Wobei ich da differenzieren muss. Ein Loch durch die Wand zu bohren, um ein Netzwerkkabel zu verlegen, ist ganz harmlos. Acht Bohrungen, die dazu dienen sollen, ein Regal zu befestigen, führen bei mir noch Stunden später zu mittelschweren Albträumen.

Gut, das ist jetzt zwar ein wenig übertrieben, aber ich finde es ganz und gar schwierig, die Löcher so zu bohren, dass das Regal später auch gerade hängt. Selbst mit Wasserwaage. Vielleicht würde das mit vier Armen anders aussehen, trotzdem hätte mir das heute nichts genutzt. Denn wenn alles gelingt, die Bleistiftmarkierungen an der richtigen Stelle sind (mehrfach überprüft) scheitert es am Mauerwerk. Die bisherigen Wohnungen hatten immer eins, das sehr unterschiedlich in der Struktur war. Nix mit Beton. So ist das auch in der jetzigen Wohnung. An einigen Stelle kann man fast mit dem Finger Löcher in den Wand bohren, an anderen Stelle gibt selbst die Schlagbohrmaschine auf. Ganz toll sind dann so Stellen, wo beides auf ein Mal vorkommt und man mit dem Bohrer abrutscht und ein riesiges Loch in die Wand reißt – der Dübel hat dann sehr viel Platz.

Unangenehm wird es für mir helfende Personen dadurch, dass ich dann bei solchen Ausrutschern mit der Bohrmaschine zum Jähzorn neige. Am liebsten würde ich dann alles hinschmeißen und bereue es, überhaupt die Bohrmaschine in die Hand genommen zu haben. Nach so einem Ausbruch folgt dann die Phase der totalen Erschöpfung, wo es dann am besten ist, wenn man mich für ein paar Stunden ganz in Ruhe läst – am besten im Bett, mit der Decke über dem Kopf.

2. August
2004

Erfrischungssüchtig

Vom bereits erwähnten IKEA-Einkauf am Samstag haben wir unter anderem einen Tischventilator mitgebracht. Der war mit etwas mehr als neun Euro recht günstig. Hintergedanke beim Kauf war, für einen eventuell kommenden heißen August gerüstet zu und diesem nicht wie im letzten Jahr hilflos ausgeliefert sein. Klar, das wir den Ventilator zu Hause auch direkt – nach dem IKEA-typischen Zusammenbau – ausprobieren mussten. Nur macht das Teil so ziemlich süchtig. Es ist einfach sehr angenehm, wenn man auf dem Sofa liegt und von einer leichten kühlen Briese umweht wird. Der einzige Haken an der Sache ist, dass so ein Ventilator auch Strom verbraucht. Ich möchte lieber nicht wissen, wie viel. Vor allem nicht, wie viel ich letztendlich damit dann auch wieder zur globalen Erwärmung beitragen. Andersherum hat auch keiner was davon, wenn ich vor mich hin schwitze.

25. Juli
2004

Braindamage Surfing

Zu den Dingen, die bei mir zur Hinzersetzung führen, gehört neben stundenlangem rumliegen in der Sonne auch das ziellose surfen im Internet. Schon nach einer halben Stunde kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen, komme aber gleichzeitig nicht mehr los. Leicht wie ein Vogel und hirnlos wie Knäckebrot fliegt man von einem Link zum nächsten, ohne wirkliches Interesse. Innehalten, um auch mal Texte zu lesen, kommt nur selten vor. Hauptsache, man findet Seiten, die “interessant” sind. Diese werden dann als Lesezeichen gespeichert und dann vergessen und nie wieder besucht. Sollte man doch irgendwann den Computer ausschalten können oder sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen einer ernsthaften Tätigkeit zuwenden, fühlt man ein leichtes Rauschen im Kopf. So ungefähr fühlt sich wahrscheinlich ein Fernseher ohne Empfang. Null Info.

21. Juli
2004

Vergessene Episode

Einer meiner abschweifenden Gedanken während der Zugfahrt nach Dortmund hatte sich heute morgen in der Vergangenheit verirrt und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. In der Oberstufe fand ich im Büro der Schülerzeitung einen Zettel an der Pinwand, der ins Altpapier sollte. Statt ihn wegzuschmeißen, habe ich ihn aber ausgefüllt und im Umschlag dem nächsten Briefkasten anvertraut. Die nächste fünf Jahre habe ich dann immer Einladungskarten für Pressevorführungen von Kinofilmen bekommen. Da diese immer in Düsseldorf und Köln stattfanden, war ich da nicht oft, trotzdem war es aber ein geniales Gefühl, diese Karten zu bekommen. An eine Vorführung kann ich mich noch gut erinnern. Es war ein sehr warmer Sommertag und zusammen mit Christoph S. bin ich nach Köln (oder war es Düsseldorf?) gefahren. In meinen damals neuen Birkenstock Sandalen – ja die wahren mal in – hab ich mir dann beim Bummel durch die Stadt blasen gelaufen, bevor wir ins Kino gegangen sind. Eine exklusive Vorführung von Jagd auf Roter Oktober.

Die meisten Freikarten ereilte allerdings ein trauriges Schicksal. Zweimal durchgerissen gaben sie hervorragende Schmierzettel ab, die ich in einer leeren Ferero Roche-Schachtel aufbewahrte.

20. Juli
2004

Twister

Heute morgen um 6:35 Uhr, als sich in Bielefeld zu Stadtbahn gegangen bin, zeigte mir der Himmel einen strahlenden Sonnenschein. “Endlich wird es richtig Sommer”, dachte ich. Um 8:10 bei der Ankunft in Dortmund dann eine kalte Begrüßung mit Regen.

In der Zeitung stand ein Artikel über den Tornado, der Duisburg und Umgebung unsicher gemacht hat. Das Wetter ist nicht nur deprimierend, sondern auch noch gefährlich. In den nächsten Tagen dann soll das Barometer auf 30 Grad steigen. Am Wochenende soll es dann wieder kälter und regnerischer werden. Ob das jetzt schon die ersten Vorboten eines Klimawandels sind, kann ich nicht beurteilen. Solche Temperaturschwankungen sind auf jeden Fall eine Garantie für Kopfschmerzen bei mir. Während ich gestern noch allerbeste Laune hatte – trotz der Situation in der Firma – war davon heute nichts mehr über. Parallel dazu war ich auch deutlich unproduktiver. Das kann aber auch daran liegen, dass es sehr unspannend und in den Wahnsinn treibend ist, in Word lange Texte mit Grafiken neu zu formatieren. Am besten packt ein Wirbelsturm die ganzen Blätter und befreit mich von dem Mist. Leider würde das nur dazu führen, dass ich mich dann mit 16 Seiten Papier beschäftigen kann, den Harz IV Formularen, die mit einer 40-seitige Anleitung heute an die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger verschickt worden sind.

18. Juli
2004

Sonnenstrahlen

Seit längerer Zeit endlich wieder ein paar Sonnenstrahlen, die ihren Weg zu uns gefunden haben. Auch wenn sich nichts wirklich ändert, so geht es einem doch gleich besser, wenn die trüben Regenwolken verschwunden – auch wenn es nur von kurzer Dauer ist. Ein Blick in den blauen Himmel, träumerisches Nichtstun. Ein Massage für die geschundene Seele. Sommer. Ist er nicht zu heiß, sondern einfach nur sonnig und angenehm, dann fühlt sich das ganze leben leichter an. Schön, wenn man sich auch auf zwei Wochen Urlaub freuen kann, die sich schon am Horizont abzeichnen.

Mit guter Laune fällt es auch nicht schwer, die positiven Erinnerungen der früheren Sommerferien, als man noch Kind war, heraufzubeschwören. Tage, die nach Wassereis, Sonnencrem und Baggersee schmecken.