Gestern hatte ich in völliger Unkenntnis der tatsächlichen Wetterverhältnisse in Mainz geschrieben, dass ein geringer Teil der GEZ-Gebühren für die qualitative Verbesserung des öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramms verwendet wird, wenn es in Mainz im Juli 2005 schneien wird. Per E-Mail erreicht mich – viele Grüße nach Mainz an Hagen S. – der Hinweis, dass es durchaus sehr wahrscheinlich ist. Daher muss ich meine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Programmänderung anders formulieren.
Das öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm wird dann besser werden, wenn die Mainzelmännchen auf der Zugspitze Samba tanzen und eine Menschenkette von Mainz nach Köln, bestehend aus Intendanten, Programmverantwortlichen und anderen Fernsehschaffenden „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben” singt.
Ab April 2005 sollen Privathaushalte, die über einen internetfähigen PC verfügen, monatlich GEZ-Gebühren bezahlen – es sein denn, sie entrichten bereits eine Zwangsabgabe auf Grund eines vorhandenen Fernseher oder Radios.
Mich erstaunt immer wieder, auf was für Einfälle Institutionen und Politiker kommen, um dem Bürger das Geld aus der Tasche zu ziehen, denn als was anderes kann man dieses neue Vorhaben nicht bezeichnen. Gerade die GEZ erinnert mich an die Mafia – von einer Schutzgebühr ist der monatliche Obolus an die GEZ nicht weit entfernt, denn schließlich kann man sich den Männer von der GEZ auch nur schwer entziehen. Erstaunlich ist auch, dass die GEZ von den Einwohnermeldeämtern Daten zur Verfügung gestellt bekommt. Bei einem Umzug in eine neue Stadt erhält man meist als erstes Post von der GEZ.
Mit Spannung darf man in die Zukunft blicken. Dort lauern schon GEZ-Gebühren für UMTS-Handys und andere mobile Geräte, mit denen man ja unter Umständen auch Fernseh- oder Radioprogramme empfangen könnte. Gerüchteweise wird ein geringer Teil der Gebühren – aber nur, wenn es in Mainz im Juli 2005 schneit – für die qualitative Verbesserung des öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramms verwendet.
Wenn ich darüber nachdenke, wird mir auch klar, warum das öffentlich-rechtliches Fernsehen heißt. Die Öffentlichkeit darf die Selbstverwirklichung von selbstvergessenen Programmdirektoren bezahlen und hat keine Rechte, die Zahlung beim vollen Besitzt eines Empfangsgerätes zu verweigern.
Zwei Tage Besuch vor Ort zu haben, ist fast wie ein Ausnahmezustand. Plötzlich müssen deutlich größerer Mengen eingekauft (und damit hoch geschleppt werden), zubereitet und gespült werden. Nicht das ich das nicht gerne mache – anstrengend ist es trotzdem. Schön wäre es dann, wenn man merkt, dass die Gäste sich freuen.
Seit vier Jahren arbeite ich in Dortmund. Noch bevor im Frühjahr 2000 habe ich in meine tolle teure, maßgeschneiderte Lederhose reingepasst. Heute sieht das dramatisch anders aus. Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen, dass ich vor vier Jahren knapp über Untergewicht gewogen habe.
Ich fürchte, dass ich die Gewichtszunahme nicht als berufsbedingte Krankheit gelten machen kann – auch wenn ich sie meiner Arbeit und dem ganzen Streß zu verdanken habe. Gut, ich habe immer noch kein Übergewicht oder sehe fett aus, aber es wäre schon schön, wenn ich wieder in diese Hose reinpassen würde. Eine Änderung der Hose ist nur bedingt möglich, denn ich möchte auf keinen Fall, dass man die Hose verschandelt.
Das bedeutet dann, tapfer sein, weniger essen und mal darüber nachdenken, wie ich durch Sport oder mehr Bewegung mehr Schwung in mein Leben reinbringe. Dieser Schwung wird mir sicher auch sonst noch sehr gut tun – wenn ich damit meine Trägheit überwinde und auch meine Depressionen hinter mich lassen kann.
Kind, Mädchen, Frau – jung, jugendlich, aber doch schon Mutter. Kaum 16 Jahre alt und schon einen 2-jähriges Kind. Aufgewachsen im Heim, weil die alleinerziehende Mutter mit ihren drei Kinder überfordert wahr setzt sie jetzt die Biografie ihre Mutter fort. Es ist schon erstaunlich, was man unterwegs im Zug alles so mitbekommt.
Manchmal entscheidet ein Schritt über Leben und Tod. Gestern Abend habe ich mein Leben allein einem Moment der Unaufmerksamkeit zu verdanken. Ich stand an der Fußgängerampel an der Detmolderstraße, Haltestelle Mozartstraße und hatte schon den Ampelknopf gedrückt. Hinter mir wurde ein leerstehendes Geschäft neu eingeräumt, so dass ich aus Neugier heraus mich umdreht. Genau das hat mein Leben gerettet, den als ich mich zurück drehte, war die Ampel schon etwas länger grün und ein PKW, der noch länger rot gehabt hätte, war schon mit sehr hoher Geschwindigkeit dreiviertel über dem Fußgängerbereich. Wäre ich direkt bei Grün über die Ampel gegangen, hätte er mich Frontal voll erwischt.
Seit einigen Tagen stapeln sich in meiner E-Mail Box Mails, die ich noch nicht beantwortet habe. Woran das liegt, ist nur sehr schwer zu erklären. Vielleicht ist es eine Mischung aus Faulheit, Gleichgültigkeit und allgemeiner Antriebsschwäche. Es kann aber auch sein, dass ich einige Antworten vor mich herschiebe, weil ich keinen blassen Schimmer habe, was ich den Leuten schreiben soll. Auf jeden Fall ist das nicht böse gemeint, wenn ich mich nicht melde.
Da ist er wieder, zumindest schon vom Wetter her: Meine Lieblingsjahreszeit, der Herbst. Dieses immer wieder unbeschreibliche Gefühl, die sehr starken Eindrücke, die Erinnerungen aus der Kindheit. Unvergesslich dabei auch das zusammengekehrt Laub vom Walnussbaum und der Geruch, wenn es verbrannt wurde. Mir vorzustellen, statt auf dem Land in der Stadt groß geworden zu sein, fällt mir nicht nur schwer, sondern erscheint mir unmöglich.
Es hat mich so ziemlich umgehauen, dass ich heute eine Erklärung für meine Schlafprobleme gefunden habe. Nur kurz im Internet gesucht, schon hatte ich eine passende Antwort. Auch mich treffen fast alle Indikatoren für Depressionen zu. Das wirkt irgendwie – entmutigend. Die Frage ist natürlich jetzt, wie ich damit umgehen soll, damit umgehen werde. Eigentlich müsste ich dringend zum Hausarzt, aber ich vermute mal, dass er mir nicht wirklich helfen kann, den eine Ursache für meine Depressionen ist sicherlich die aktuelle Situation in der Firma. Die geht auch mit Medikamenten oder anderen Behandlungsmethoden nicht weg. Letztendlich könnt er also nur was die Symptomen, nicht aber gegen die Ursachen verschreiben.
Normalerweise zählt man die Tage bis zu einem besonderen Datum – Weihnachten, Urlaubsbeginn oder ähnliches. Wenn man jedoch ständig die Tage bis zum Wochenende zählt, ist das eine bedenkliche Situation. Durch das Zählen der Tage drückt man dann aus, dass einem die Tage, die man zählt, nicht sehr wichtig, sogar eher unangenehm sind. Damit wären dann vier Tage einer Woche immer nur ausgefüllt mit der Vorfreude auf das Wochenende. Schuld daran ist – wie bei mir – oft eine Situation im Schul- oder Berufsleben, die zutiefst unzufrieden macht. Aber es hilft nicht, die Tage zu zählen, bis bessere Zeiten anbrechen, wenn man nicht weiß, wann das sein wird.