Der Klassiker im Herbst und Winter, wenn es um selbstgemachte Eintöpfe geht: Grünkohl. Zwar richt die ganze Wohnung später danach, aber ich finde ihn einfach unschlagbar zum aufwärmen in dieser Jahreszeit. Weniger gut find eich jedoch die Unterversorgung in Ostwestfalen mit richtigen Mettwürstchen, so wie ich sie aus dem Rheinland kenne. Zur “Not” tut es Kassler allerdings auch. Wichtig beim Grünkohl, damit er mir schmeckt, ist eine feste Konsistenz und eine ordentliche Menge an Kartoffeln.
Da es momentan etwas stürmisch ist in Bezug auf das Haus, in dem wir zur Miete wohnen, habe ich mich ein Wenig über die Rechte als Mieter informiert. Wirklich erstaunt hat mich, das es nicht so einfach ist, einem Mieter zu kündigen. Vorausgesetzt, man verhält sich korrekt und es besteht kein Eigenbedarf, hat man quasi lebenslanges Wohnrecht – zumindest lese ich das so aus den entsprechenden Texten. Meldet der Vermieter Eigenbedarf an, so muss er diesen auch belegen können.
Selbst bei einem Wechsel des Hauseigentümers bleibt der Mietvertrag bestehen. Den Eigentümer oder einen von ihm bestimmten Vertreter muss man nur in die Wohnung lassen, wenn dieser sich mindestens 24 Stunden vorher angekündigt hat (und man mit dem Termin einverstanden war). Wie das dann in der Praxis aussieht, wird sich am Montag zeigen. Da kommt eine Maklerin, die sich das Haus und alle Wohnungen ansehen möchte. Wobei, eigentlich muss ich sie nicht reinlassen. Sie hat keine schriftliche Terminanfrage gestellt. Zudem könnt eich von ihr eine schriftliche Vollmacht der Vermieterin verlangen – schließlich kann ja sonst jeder kommen und sagen, er will sich die Wohnung anschauen.
Im Urlaub hat man mehr Zeit – ein landläufiger Irrtum. Es bleibt einem genauso viel Zeit wie sonst auch, nur verteilt sie sich anders. Für bestimmte Dinge hat man plötzlich weniger Zeit oder nimmt sich weniger Zeit. Bei mir scheint sich das an der Zeitung zu manifestieren. Für die Süddeutsche bringe ich momentan viel weniger Zeit auf als sonst im Zug. Vieles bleibt einfach ungelesen, da es ja auch noch andere Dinge gibt, die der Aufmerksamkeit und Zuwendung bedürfen. Ich neige dann meistens dazu, vieles anzufangen, aber wenig dann auch zu Ende zu bringen, da ständig Neues dazukommt, was auch wieder meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Teile der letzten Samstagsausgabe der Zeitung liegen auch noch auf dem “Lesestuhl”
Um das Problem zumindest Ansatzweise zu lösen, habe ich heute damit angefangen, den Aufgaben- und Terminplaner von Entourage (Outloook für Macintosh) zu nutzen. Mal sehen, ob ich damit die Zeit fester in den Griff bekomme oder ob sie mir weiterhin einfach entgleitet.
Wenn es draußen regnet, der herbstliche Wind um die Häuser pfeift und die letzten Laubreste nass auf dem Bürgersteig und der Straße liegen, dann ist es ideales Wetter, um gemütlich zu Hause zu sitzen bei einer großen Kanne Tee. Ich mag so ein Wetter. Zwar nicht immer, aber auf jeden Fall zur richtigen Jahreszeit. Bei mir kommen dann auch keine Depressionen auf, sondern Erinnerungen hoch. Auch wenn ich es manchmal zur Seite schiebe, aber das Aufwachsen in Wesel auf dem Land hat mich schon sehr geprägt. Die Jahreszeiten auf dem Land erlebt man anders, erdverbundener, wenn man einen großen garten hat. Als Kind hat mich es geärgert, Laub zu fegen oder Kohlen zu schleppen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Diese Erinnerungen bleiben aber sehr gut haften. Auch sehr viele Erinnerungen, die für mich einen bestimmten Geruch haben, wie brennendes Walnusslaub. Gerade weil diese erdigen Gerüche im herbst am stärksten sind und die Farbe so kräftig leuchten, ist das wohl meine liebste Jahreszeit.
Fest verbunden mit dem Herbst und Winter ist auch meine Leselernfibel aus der Grundschule. Dort wurden auch Geschichten passend zu den Jahreszeiten erzählt.
Der gestrige IKEA-Einkauf hatte im Arbeitszimmer noch eine Lücke hinterlassen, so dass Nadine und ich heute noch mal “spontan” zu IKEA gefahren sind. Diesmal haben wir extra bis Nachmittags gewartet, um den Schülern zu umgehen. Ist uns aber leider nicht wirklich gelungen. Besonders heftig war der Rückweg. In der Stadtbahn hat sich ein Flegel dermaßen daneben benommen (teilweise recht obszön), dass ich ihn am liebsten eine geknallt hätte. Viel hätte nicht mehr gefehlt. So fettes Blag hat sich zudem eine Spaß daraus gemacht, seinen Müll aus dem Fenster der Stadtbahn zu entsorgen – ganz toll!
Überrings kann ich es nicht zum nachmachen empfehlen, ein 1,90 Meter großes Lack Regal von IKEA mit öffentlichen Verkehrsmittel zu transportieren. Nicht nur, weil die Fahrtzeit von uns zu IKEA etwa 45 Minuten beträgt, sonder weil wir zweimal umsteigen müssen. Zweimal Stadtbahn, einmal Bus – da sagt noch mal jemand, dass man in Deutschland keine Abenteuer mehr erleben kann. Vielleicht sollte ich daraus mal ein Seminarprogramm für Manager entwickeln. Solange es teuer genug ist, buchen die jeden Quatsch.
Der Samstag fing zunächst ruhig an, bis morgens dann an unerwarteter Anruf die ruhe durchbrach. Das hat dann allerdings dazu geführt, dass ich mich mit den Möglichkeiten, die unsere Telefonanlage bietet, näher auseinander gesetzt habe. Am Nachmittag wurde das wieder ruhig und auch unsere Vermieterin war wieder aus dem Haus – wobei sie mit uns nichts abzuklären hatte. Auch das Einladungsschreiben von der Personalstelle zu einem Profiling hat mich nur für etwa zwei Stunden geärgert – von wegen Informationsveranstaltung.
Der Abend war dann im Rahmen einer Geburtstagsfeier sehr unterhaltsam und kurzweilig, was ich auch immer daran merke, wie selten ich auf die Uhr schaue. Wieder mal wurde mir klar, wie wichtig nette Menschen im Leben sind und wie unwichtig der Rest doch eigentlich ist.
Zusammen mit Nadine habe ich mich heute bei unserer Beraterin der Sparkasse über eine zusätzliche Rentenversicherung und eine Lebensversicherung informieren lassen. Ich muss dabei gestehen, dass ich diese Thema viel zu lange ignoriert habe und mir darüber – ähnlich wie beim Bausparen – absolut keine Gedanken gemacht habe. Mittlerweile komme ich aber in ein Alter, wo ich die Halbzeit erreicht habe. Ich muss nur noch meine aktuelles Alter in Lebensjahren arbeiten. Bei der nicht vorhanden Aussicht auf die Rente macht es schon Sinn, sich mit dem auseinander zusetzten, was einem nach seinem Berufsleben erwartet – auch wenn mir das momentan nach der Kündigung etwas komisch vorkommt. Gleichzeitig trage ich auch Verantwortung für Nadine. Falls mir etwas passieren sollte, kann ich sie nicht ohne finanzielle Absicherung zurücklassen. Daher werden wir dann wohl in den nächsten Wochen bei einem zweiten Termin mit unserer Beraterin eine Lebensversicherung abschließen, um damit dann auch durch die Kapitalausschüttung am Ende der Laufzeit Geld für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit zu haben.
Da lebt man schon über zehn Jahre in Bielefeld und denkt, man hat sich an alles gewöhnt. Bis man dann mit ostwestfälischen Handwerkern telefoniert. Plötzlich tut sich ein Abgrund auf. Eine unüberwindbare Kluft zwischen Rheinländern und Ostwestfalen. Normalerweise habe ich nie Probleme mit meiner rheinischen Natur in Bezug auf andere Menschen. Mit einer lockeren Grundhaltung kann man schnell ein Gespräch in ganz entspannte Bahnen lenken. Wenn aber der Wortwitz wie auf eine Betonmauer prallt, dann ist man erstmal fassungslos – bis einem klar wird: Mensch, das kann nicht funktionieren, das ist ja ein Ostwestfale. Gut das ich in meinen Schulungen nie Ostwestfalen hatte …
“Eigentum verpflichtet” – was aber, wenn einem die Verpflichtungen zu teuer werden? Dann kann man auf die Idee kommen, die Verpflichtungen loszuwerden.
Da die Tochter unseres verstorbenen Vermieters das Haus geerbt hat, ist seine Frau auch nur noch Mieterin in dem Haus. Von ihr habe ich gestern erfahren, dass unsere neue Vermieterin das Haus angeblich verkaufen möchte, weil ihr “das alles” (die Instandhaltungen) zu teuer wird. Im Testament steht allerdings, dass sie das Haus nicht verkaufen darf. Nadine und ich haben davon allerdings recht wenig. Wenn das Haus verkauft wird und der neue Besitzer keine Lust auf Mieter hat, dürfen wir uns im nächsten Jahr nach einer neuen Wohnung umsehen. Das Problem an der Sache ist, dass wir unter Umständen zweimal in kurzer Zeit umziehen müssen, da wir noch nicht wissen, wo Nadine nach ihrem Studium arbeiten wird (ich bin da ja wieder flexibler).
Eigentlich habe ich Urlaub und soll mich erholen. Eigentlich geht es auf Weihnachten zu und ich will so langsam wieder zur Ruhe kommen. Für manche Mitmenschen scheint das Leben daraus zu bestehen, anderen das Leben zu versauen – wobei ich nicht weiß, was tatsächlich an dem Verkaufsgerücht dran ist – zumal sich unsere Vermieterin mit der Frau unseres verstorbene Vermieters nicht gerade glänzend versteht.
Als Gott die Welt erschuf, hatte er auch ein Herz für mittelmäßig talentierte Menschen, denen nichts anders über blieb, als anderen Menschen Versicherungen zu verkaufen. Daher erfand Gott dei Katastrophen und Unglücksfälle, gegen die man sich fortan an dann “versichern” konnte. Schon bei den allerersten Versicherungen zeigte sich jedoch, dass das Prinzip noch nicht ganz ausgereift war. Das von den Kirchen (Versicherungen) von den Gläubigen (Versicherungsnehmern) eingesammelte Geld zu Errettung der Seele eingesammelte Geld wurde für versicherungsfremde Leistungen (Ausbau der Kirchen, Verbesserung des Lebensstiels der Versicherer etc.) ausgegeben. Praktischerweise kam es jahrhunderte lang aber nie zu Regressklagen, da der der Versicherte bei Eintritt des Schadensfalles auch gleichzeitig aus dem Leben getreten war. Erst mit Luther fing man an, über Art und Umfang der Versicherungsleistungen nachzudenken.
Trotz zahlreicher Reformen hat sich das Wesen der Versicherungen bis heute nicht wesentlich geändert – allerdings ist das Angebot breiter geworden und bezieht sich überwiegend auf weltliche Dinge. Das stellt die Versicherungen vor ein größeres Problem, da Art und Umfang der Leistungen damit bereits im Diesseits nachprüfbar werden. Zur Absicherung der Versicherungen wurde daher rechtzeitig der “Verwaltungsvorgang” erfunden. Im Schadensfall bekommt der Versicherte daher im Regelfall keine der zugesagten Leistungen ausgezahlt, wenn er nicht vorher umfangreiche Dokumente ausfüllt, Belege heranschafft und mindestens eine halbe Ewigkeit auf eine Antwort von der Versicherung wartet – die ihm dann meistens mitteilt, dass die eingereichten Unterlagen leider noch unvollständig seien und der Fall erst bei Vorlage der vollständigen Unterlagen zur Bearbeitung weitergeleitet werden kann.
Was ich eigentlich damit sagen wollte: Heute habe ich endlich den Scheck von meiner Versicherung für das vom Blitzeinschlag getroffene DSL-Modem bekommen. Wohlgemerkt, es ist ein Scheck meiner Versicherung, die monatlich von meinem Konto abbucht, an mich. Eine Überweisung des Betrages hätte ich persönlich praktischer gefunden. Auch war es ein Blitz und kein Feuerschaden und so ganz nebenbei hätte ich auch den Kassenbon wieder, damit ich von der zweijährigen Garantie auf das Gerät auch etwas habe. Aber ich will nicht klagen, schließlich darf ich jeden Monat zahlen.