Vermutlich kann es zur Sucht oder zu einer Art Hobby werden, sich Wohnungen anzusehen – auch wenn man keine benötigt. Vor Natur aus bin ich ja schon etwas neugierig und mag es, abends spazieren zu gehen und in erleuchtet Fenster zu starren. Mich interessiert einfach, wie andere Menschen wohnen und wie andere Wohnungen aussehen. Meldet man sich auf Wohnungsanzeigen, kommt man sogar ganz legal in andere Wohnungen rein. Gut, momentan sind wir noch ein Bisschen auf der Suche (auch wenn sich so langsam etwas festigt), also haben wir noch einen ehrlichen Vorwand.
Sechs Tage sind es jetzt her seit der mündlich ausgesprochenen Kündigung. So langsam sieht es so aus, als ob wir eine Wohnung gefunden hätten. Es ist sicher nicht die Traumwohnung, eher eine Lösung auf die Schnelle, damit Nadine und ich wieder unsere Energien auf die Prüfungen fokussieren können. Zurück bleibt leider ein fader Geschmack im Mund und die Frage, ob es nicht doch besser gewesen wäre, die Eigenbedarfskündigung bis zum bitteren Ende auszutragen. Schließlich dauert eine Räumungsklage doch mehrere Monate. Allerdings habe ich dabei dann immer die Angst, dass einem in der Zwischenzeit das Leben ganz schön zur Hölle gemacht werden kann. Nerven dafür habe ich auf jeden Fall nicht wirklich.
Auf der anderen Seite steht das, was ich selber schon mal geschrieben hatte. Man sollte nicht die erste Wohnung nehmen, die einen über den Weg läuft. In der Hinsicht haben wir uns andere Objekte angesehen. Aber wir haben einfach den sehr großen Wunsch, hier in der Nähe eine Wohnung zu finden. Das schränkt die Möglichkeiten sehr ein. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sich daran in den nächsten drei Monaten was ändern würde – in der Hinsicht könnte es sogar sein, dass wir so eine Chance, wie wir sie jetzt bekommen, nicht mehr erhalten. Mit der Wohnung, die wir jetzt nehmen würde, wird der Umzug sehr unproblematisch (falls man das überhaupt von einem Umzug sagen kann), da die neue Wohnung nur zwei Straßen weiter ist.
Das MMORPG Planeshift habe ich mir gestern näher angesehen. Zumindest habe ich es versucht aber die Performanz des Servers scheint nicht sehr hoch zu sein, da ich mich in der virtuellen Welt nicht richtig bewegen konnte. Für ein längeres testen haben mir dann die Nerven gefehlt, so dass ich dann doch auf WoW warten werde.
Manchmal tut es gut, einfach die Decke über den Kopf zu ziehen und den Tag (oder zumindest den halben Tag) im Bett zu verbringen. Besonders schön ist es, wenn es draußen stürmt. Dann kann man sich der Hoffnung hingeben, dass dem neuen Hauseigentümer bei einem Spaziergang ein Dachziegel auf den Kopf fällt. Gut, dass ist nicht gerade eine sehr christliche Vorstellung, aber vielleicht eine “Belohnung” für eine ebenfalls sehr unchristliche Handlungsweise.
Nadine hat den Tag genutzt um ein wenig herumzutelefonieren und sich eine Wohnung anzusehen. Die ist zwar etwas kleiner, liegt aber in der Nähe, hat eine Dachterrasse und eine Küche, die wir übernehmen können (leider nicht ganz unentgeltlich, aber immerhin besser als Geld an einen Makler-Haifisch zu zahlen).
Immer noch ist keine Ruhe in Sicht. Meine Kräfte und Energie schwindet. Trotzdem sollte ich vielleicht von den positiven Dingen erzählen. Heute konnte ich den bestellten externen DVD-Brenner von der Post abholen. Eigentlich hätte ich mir das Geld für den Umzug sparen können, wenn ich davon schon am Wochenende gewusst hätte. Aber ich wollte ja über positive Dinge schreiben. iDVD arbeitet mit dem Brenner (Dank eines kleinen Tricks) tadellos zusammen. Die erste DVD, auf die Schnelle zusammen gestellt, sieht auch ganz nett aus. Ich hoffe, dass ich auch in der neuen Wohnung dann noch viel Freude am Brenner haben werde.
Die aktuelle Situation führt bei mir dazu, dass ich kaum Hunger habe. Mit einer kleinen Mahlzeit pro Tag komme ich aus. Na ja, so kann ich auch abnehmen, auch wenn mir andere Wege lieber gewesen wären. Ob meine fehlende Konzentration von der mangelnden Ernährung oder auf Grund der aktuellen Situation herrührt, vermag ich nicht zu sagen. Ich hoffe nur, dass sich das nicht verschlimmert.
Die Wohnung, die wir uns heute angesehen haben, war soweit ganz schön. Sie hatte allerdings drei Nachteile, die wir nicht in Kauf nehmen wollten. Sie liegt in einem sozialen Brennpunkt, das Wohnumfeld ist “geeignet für junge Familien” – sprich sehr laute kleine Kinder – und es wurde auch noch eine sittenwidrige Selbstauskunft inklusiv Schufa-Auskunft verlangt. Da sagt man doch frohen Herzens nein.
Jetzt, wo die Zeit die wir hier in unserer alten Wohnung verbringen dürfen, absehbar ist, fängt wieder die elende Wohnungssuche an. Die Wohnung, die wir uns heute schon angesehen haben, war in jeder Hinsicht indiskutabel. Am liebsten hätten wir wieder eine Wohnung in ähnlicher Lage, als am Ostpark in Bielefeld. Mit viel Glück wird daraus vielleicht was. Ansonsten heißt es Nerven bewahren und weitersuchen. Das Schwierige dabei ist, eine Wohnung zu finden, die einem auch gefällt, wobei man aufpassen muss, dass einem die Zeit nicht davon läuft. So lang sind drei Monate nicht. Die erste Wohnung, die frei ist, sollte man dabei aber auch nicht nehmen. Ganz ehrlich gesagt habe ich Angst und die ganze Situation läst mich mehr als schlecht schlafen.
Heute hatten wir Besuch von den neuen Hauseigentümern. Ihre enorme Zurückhaltung und gleichzeitig große Neugierde an der Wohnung wurde klar, als wir zusammen in der Küche saßen. Sie wollen nicht nur die 120 m2 große Wohnung unter uns, sonder auch unsere Wohnung für sich nutzen und uns daher zum 30.04.2005 auf Grund von Eigenbedarf kündigen. Na toll! So habe ich mir den Anfang des neuen Jahres nicht vorgestellt – der Traum von nun einkehrender Ruhe ist zerplatz wie eine Seifenblase. Nach längerer Suche im Internet scheint ihr Anspruch auch legitim zu sein, so dass ein Widerspruch keine Aussicht auf Erfolg hätte. Jetzt dürfen wir uns neben dem Prüfungsstress auch noch auf Wohnungssuche begeben. Besonders hässlich an der Sache ist ja die Tatsache, dass weder Nadine noch ich genau wissen, wie es Ende des Jahres berufsmäßig weitergeht – besonders auch nicht wo. Wenn wir nichts in Bielefeld finden, müssen wir dann noch mal umziehen.
Da es letztes Jahr so wundbar war, ein paar Tage nichts schreiben zu müssen und trotzdem den Blog zu füllen, habe ich mich auch für dieses Jahr dazu entschlossen, eine Fortsetzungsgeschichte in Netz zu stellen. Viel Spaß beim lesen und ein Frohes Weihnachtsfest allen Leser – wobei ich immer noch nicht weiß, wie es am vergangenen Sonntag zu mehr als 60 Besuchern gekommen ist.
Ich weiß zwar nicht wovon ich Ohrenschmerzen bekommen habe, aber auf jeden Fall habe ich welche (ob das am Summen von meinem neuen iMac liegt?). Auf dem linken Ohr sind die Schmerzen nicht mehr da seit ich zu einem alten Hausmittel gegriffen habe. Einfach etwas Olivenöl auf einem Teelöffel mit einem Feuerzeug erwärmen (sollte nicht zu heiß sein) und ein kleines Stück Watte damit tränken. Anschließend den Wattebausch in das Ohr stecken. Die angenehme Wärme lindert den Schmerz und führt in dne meisten Fällen dazu, dass sich das Ohr wieder erholen kann. Dumm nur, wenn man zu faul ist um beide Ohren zu behandeln und mit einem noch schmerzenden Ohr rumläuft.
Bielefelds teuerster Bioladen ist wieder mal umgezogen. Diesmal in neu gebautes Hochhaus in der Altstadt. Gleichzeitig mit dem Umzug wurde auch das Logo umgestaltet: Löwenzahn – Biofeinkost. Nicht nur wegen der höheren Ladenmiete sind die Preise wieder angepasst worden. Von Innen sieht der Laden jetzt aus wie “Edelboutique meets Supermarkt”. Der Charme des alten Geschäftes ist endgültig dahin. Eine Fließbandkasse macht dem Kunden schon im Eingangsbereich deutlich, wo er gelandet ist. Eine Seele hat der neue Löwenzahn nicht mehr. In Zukunft werde ich lieber auf dem Wochenmarkt am Biostand oder in einem der beiden noch verbleibenden, ehrlichen und kleinen wahren Bioläden einkaufen – zudem sind die auch noch deutlich günstiger.