Köln fragt

Köln fragt

Es ist das zweite Mal innerhalb von vier Wochen, dass meine Daten „zufällig“ ausgewählt worden. Diesmal nicht, um an einer medizinischen Studie teilzunehmen, sondern an einer Umfrage.

Die heisst dann ausgerechnet „Leben in Köln“ . Ziel der Umfrage ist es, sein repräsentatives Bild über die Lebensverhältnisse und Einstellungen der Kölnerinnen und Kölner zu ermitteln. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig, was auch die Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Begleitschreiben betont.

Ebenso wird daraufhin gewiesen, das der Datenschutz selbstverständlich eingehalten wird. Nett. Wobei ich für meinen Teil ja zu meiner Meinung stehe.

pixel2013 / Pixabay

Gleich die erste Frageblock bezieht sich auf den Stadtteil, in dem man lebt. Wichtig, weil die Bindung stärker sein dürfte als an die gesamte Stadt. Mir geht es so mit Nippes und ich vermute stark, dass selbst eingeboren Kölner stärker im Veedel verortet sind (und ganz nebenbei wird mir beim schreiben der Zeilen bewusst, dass Stadtteil nicht gleich Veedel ist).

Jedes Wohngebiet (also eine noch kleinere Einheit) hat seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter, der man bei Frage fünf bewerten soll. Da gibt es Begriffe wie modern, vertraut aber auch düster, schlicht und abstoßend.

Die Einschätzung des kulturellen Angebotes, der Einkaufsmöglichkeiten und der medizinischen Versorgung sind auch Bestandteil der Umfrage. Ebenso wie die wahrgenommenen Veränderungen des Umfeldes.

Köln will wissen, ob man berufstätig ist, wie man wohnt und ob man Mieter oder Eigentümer ist. Leben und Wohnen im Alter werden abgefragt, die Kinder- und Familienfreundlichkeit (da kann ich im Prinzip nicht viel zu sagen) und die Art, wie man sich informiert über Politik und Verwaltung. Und ob man zu bürgerschaftlichem Engagement neigt.

Den Teil der sich auf das Leben im Alter bezieht, fand ich spannend, weil er zum nachdenken anregt. Wie will man im Alter wohnen und will man im Alter noch in Köln wohnen? Das ist zumindest bei meiner Frau und mir auch ganz eindeutig eine Frage der Alternativen.

Im gesamten Fragebogen seinen 114 Fragen (warum eigentlich nicht 111?) gibt es genau eine, bei der man stickpunktartig eigene Antworten formulieren kann. Es geht darum, was der eigenen Meinung nach die drei größten Probleme in Köln sind.

Für mich sind drei Problemfelder. Der Wohnungsbau mit fehlenden Wohnungen und steigenden Mieten (sowie den extrem hohen Kosten für Eigenheim). Die Verschmutzung durch Müll und Graffiti . Der Pkw-Verkehr mit wilden Parker und Autofahrern, die sich an keine Verkehrsregeln halten. Drei Problemfelder, die zumindest mich belasten und die dazu führen, dass ich Kölner eher im mittleren bis unterem Feld ansiedeln würde, wenn es um Lebensqualität geht. Klar ist das Freizeitangebot riesig, aber es soll auch Menschen geben, für die das Leben nicht nur aus einer Aneinanderreihung von Partys besteht.

Ob sich der meine Teilnahme an der Umfrage etwas ändern wird? Wohl eher nicht. Aber man hat mich um meine Meinung gefragt und mir mit die Chance gegeben, sie kund zu tun.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren