Perfektion

Perfektion

Mit der Perfektion ist das so eine Sache. Eigentlich müssten wir uns als Menschen eingestehen, dass wir auf Grund unserer Natur nicht perfekt sein können (sonst wäre wir göttlich) und auch nichts perfektes hinbekommen.

Der Makel steckt in allem, möglich ist nur etwas nahezu perfekt ist. Letztendlich ist es aber auch eine philosophische Betrachtung.

PixelAnarchy / Pixabay

Leiden entsteht dann, wenn man nach Perfektion strebt ohne sie jemals erreichen zu können. Weisheit besteht entsprechend darin, die Unmöglichkeit als gegeben hinzunehmen. Und sich bemühen, es so gut es möglich ist zu versuchen (an dieser Stelle irrt Yoda).

Manches gelingt uns gut, anderes noch viel besser und ein paar Sachen gehen grundsätzlich schief. Besonders ärgern uns die weniger gelungene Dinge, wenn kein zweiter Versuch möglich ist. Eine verschmierte Unterschrift auf einer Kreditkarte bleibt bis zum Austausch verschmiert. Sinkt der Käsekuchen nach dem Backen ein, können wir nur einen neuen machen — retten lässt sich der andere nicht.

Einfacher ist es mit Dingen, die keine physikalische Dimension haben. Insofern liebe ich meine Arbeit in einer Internetagentur. Webseiten kann man immer wieder überarbeiten, anders als bei einem Werkstück fallen keine Späne an, es verschleißt auch nichts. Auf der anderen Seite führt das zu einem Missverständnis bei Kunden, die glauben, es würde für hunderte Überarbeitung immer noch keine Mehrkosten anfallen.

Privat mag ich es, an Geschichten und Texten herumzufeilen oder digitale Fotos zu überarbeiten. Und genau aus dem Grund würde ich keine Figuren von Brettspielen wie Zombicide bemalen. Die Angst vorm Verpfuschen ist zu groß.

Dennoch, es etwas, was ich mittlerweile perfekt beherrsche: das umkippen von gut gefüllten Tee-Bechern. Auch gestern zeigte sich wieder, wie mühelos mir das gelingt. Mittlerweile plädiert man im Büro für ein Sicherheitsgitter um den Becher. Oder für ein geschlossenes System mit Strohhalm.

Zum Glück war es nur grüner Tee, denn der hinterlässt auf Hemden keine so hässlichen Flecken wie schwarzer Tee (damit kenne ich mich auch gut aus). Der verschüttete Tee war nicht mal Absicht (was wohl auch zur Perfektion dazu gehört). Ich wollte nur einem Kollegen etwas zeigen. Man kann nämlich mit dem Quick Time Player und über ein Lightning-Kabel angeschlossenes iPhone dessen Bildschirm anzeigen lassen. Sogar mit Ton. Funktioniert mit Ausnahme von Filme ganz gut und spart Extra-Lösung.

Nützlich ist so was zum Beispiel, wenn man für eine Rezension Video-Sequenzen aus einem iOS-Spiel aufnehmen will. Oder eine App auf großem Bildschirm demonstrieren möchte. Berücksichtigen sollte man dabei in jedem Fall die Kabellänge und das, was vor einem auf dem Schreibtisch so herum steht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren