Gelangweilter Streuselkuchen

Gelangweilter Streuselkuchen

Das Rechts irgendwie verbrannt ist, wissen wir eigentlich alles schon lange. Insofern wundert mich der Sonnenbrand auf meinem rechten Arm nicht besonders — wo bei es hier wohl an der Streckenführung liegt. Die rechte Seite war deutlich länger (zu lange) in der Sonne.

Rund 7 Kilometer, anderthalb Stunden im Wald. Fast ausschließlich gerade Strecke, schwül und voller Mücken. Ich mal wieder in kurzer Hose, aber mit literweise Mückenspray bedeckt. Geholfen hat es nur zum Teil — wobei ich lieber nicht wissen möchte, wie ich ohne aussehen würde. Rund 15 Stiche sind es, die sich auf drei Stellen verteilen. Auf die beiden Wanden, was klar war, da diese auf Grund der kurzen Hose gut zu erreichen waren. Möglicherweise findet nicht nur meine Frau die Waden schick, sondern auch Blutsauger.

Lang und Langweilig
Lang und Langweilig

Was ich dagegen nicht verstehen kann, sind die Stiche auf dem rechten Schulterblatt. Da ich nicht mit nacktem Oberkörper durch die Gegend laufe (wie Nachbarn hier in der Siedlung) und das auch abgesehen vom Strand, auch nie machen würde (dort selbst außerhalb des Wassers ein T-Shirt trage), verstehe ich diese Stiche nicht. Als Mücke oder sonstiges Insekt muss man mühsam unter das T-Shirt gekrabbelt sein, am Rucksack und den Riemen vorbei. Oder hat durch den Stoff gestochen.

Jedenfalls wurde genau das gleiche Areal wie bei der vorletzten Wanderung befallen. Warum eigentlich immer die rechte Schulter? Wissen die Viecher etwa, dass es ehedem meine Problemschulter ist? Oder soll das eine Art Akupunktur-Therapie sein, so dass ich in den nächsten Tagen auch noch eine Rechnung von Dr. Mücke im Briefkasten habe. Auf jeden Fall juckt es, trotz Mückenpflaster und Stich-Gel. Immerhin, es brennt nicht so wie mein rechter Arm.

Erdbeerreste
Erdbeerreste

Nein, ich  kann noch weiter jammern. Nämlich über den bereits erwähnten Streckenabschnitt. Wirklich, ich wandere gerne, sonst würde ich das auch nicht in meiner Freizeit machen. Aber anderthalb Stunden nur Bäume ist mir einfach zu viel. Es lohnte sich auch nicht, irgendetwas zu fotografieren, denn es sah alles sehr ähnlich aus. Baum, Grün, Weg — langweilig. Auch der Kopf wird dabei nicht leer, denn man versucht sich mit irgendwas anderem abzulenken, während man gegen Insekten kämpft, die nur auf die nächste Trinkpause warten.

Für meine Frau und ich waren die Bänke im Wald daher auch Fliegenfallen. Aufgestellt von Fliegen für Menschen, die sich ahnungslos drauf niederlassen und dann ausgesaugt werden. Man freut sich nach dem Wald wieder richtig auf die Straße. Am liebsten aber ist mir die Kulturlandschaft am Anfang und Ende der fünften Etappe. Obstplantagen, riesigen Flächen einer Baumschule und kurz vor Bornheim Felder mit Gemüse.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren