Kinder oder Smartphone

Kinder oder Smartphone

Obwohl meine Frau und ich keine eigenen Kinder haben, mögen wir Kinder. Wir finden es auch ganz toll, die Tochter der Nachbarn mit ihren mittlerweile 13 Monaten aufwachsen zu sehen, mitzubekommen, wie sie ihre ersten Schritte macht. Und wie sich Weinen zum Protest mit Stimme entwickelt.

Sowohl meine Frau als auch ich haben einen pädagogischen Background, wir glauben durch das Studium einiges über Kinder und deren Erziehung zu wiesen.

vargazs / Pixabay

Gerne beobachte ich auch Eltern mit ihrem Nachwuchs und mache mir Gedanken zu den unterschiedlichen Erziehungsstielen. Immer wieder gelange ich zu dem Schluss, das entspannte Eltern auch zu entspannten Kindern führen. Genau so ist Erziehung wichtig, eine klare Linie und das man Kindern Grenzen setzt — diese aber soweit es geht erklärt.

Für sehr wichtig halte ich zudem Aufmerksamkeit. Ein Kind ist kein Gegenstand, kein Accessoire, was man in die Welt gesetzt hat weil es dazu gehört. Wie Handtasche, der Mini und das Einfamilienhaus (oder die Etagen-Eigentumswohnung).

Zwei Verhaltensweisen finde ich persönlich extrem abstoßend. Eltern, die im Beisein ihrer Kinder rauchen und deren Gesundheit schaden. Ja, das war früher auch so, macht es aber um keinen Deut besser.

Die zweite Verhaltensweise ist dagegen eine moderne Erscheinungsform. Eltern, die ihrer Aufmerksamkeit lieber dem Smartphone widmen als ihrem Nachwuchs. Unabhängig vom Alter des Kindes oder von dem, was das Kind gerade macht. Väter, die Sportergebnisse nachschauen, während der kleine Junge Richtung Straße krabbelt. Mütter, die nebeneinander auf einer Bank sitzen, aber sich weder unterhalten noch die Kinder im Auge haben, die sich im Sandkasten irgendetwas in den Mund stopfen, sondern schweigen auf ihr iPhone starren.

Meiner Meinung nach ist das eine Form der Vernachlässigung. Zudem glaube ich gelesen zu haben, das Kinder deren Eltern sich ständig durch Smartphones ablenken lassen selber auch eine Aufmerksamkeitsstörung entwickeln. Was das Thema Strahlung angeht: auch das wäre noch mal eine Untersuchung wert, in wie fern das Handy gerade bei Kleinkindern negativ auswirkt.

Wie einleitend bemerkt, bin ich nicht Vater. Habe aber ein Smartphone, welches sich nicht ständig in meiner Hand befindet. Ich bin technikaffine, aber alles andere als abhängig von meinem iPhone. Wären meine Frau und ich Eltern, würden wir unseren Kindern versuchen beizubringen, dass man diese Dinger auch ausschalten kann. Warum hier der Plural, nun das ist wiederum ein ganz anderes Thema.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren