Eine Frage der Ordnung

Eine Frage der Ordnung

Über die Star Wars Filme muss man eigentlich nicht streiten. Zumindest in meiner Generation dürfte sich eine passable Mehrheit finden, die genau wie fest davon überzeugt ist, es gäbe nur drei Teile. Also Teil VI bis VI. Die bescheuerte Nummerierung lassen wir mal außer Acht.

Der vergangene Dezember änderte zumindest für mich die Anzahl gute Star Wars Filme. Mit „Das Erwachen der Macht“ waren es nämlich vier, die man auch mehrmals sehen kann, ohne gleich einen Anfall zu bekommen — verbunden mit dem dringenden Wunsch, zumindest Jar Jar Binks erwürgen zu dürfen.

2016-05-29 09-55-15 +0200
Im Schussfeld

Mit der „Ersten Ordnung“ schien alles wieder in Ordnung zu kommen. Fast. Denn zusammen mit dem Film wurde eine natürlich gehörig die Lizenztrommel gerührt und alles möglich auf den Markt geworfen. Auch eine neue Ausgabe von „Star Wars Battlefront“. Lang ist es her, dass ich davon die letzte Konsolenumsetzung spielte. Unglücklicherweise bin ich seit längerem schon Abstinent in Bezug auf Spielekonsolen. Ein Umstand, an den ich normalerweise nicht denke. Der Alltag ohne Konsole fällt mir auch nicht schwer. Es sei denn, mein Kollege im Büro fängt wieder davon zu erzählen, was er für neuste Erfolge bei Star Wars Battelfront auf der Xbox One erzielte.

Da wächst dann schon mal die Lust auf eine Konsole. Besonders die Luftschlachten in den Trailern für das Spiel zwischen X-Wing und Tie-Fighter sehen klasse aus. Hier weiss ich aber nur zu gut, was für miserabler Pilot ich bin.

Anfang der Woche packte mich auf einer langen Zugfahrt Richtung Niederrhein wieder die Sehnsucht, Star Wars nicht nur sehen, sondern auch spielen zu können. Ja, ich suchte wie bei bekannten Preisvergleichsportalen nach einer Playstation 4. Wie durch Zufall stieß ich dabei auf einen bemerkenswerten Artikel in der GameStar: „X-Wing Miniaturen Spiel – Bessere Star-Wars-Raumkämpfe als in Battlefront“. Die drei Seiten des Artikels verschlang ich förmlich und war danach ziemlich angefixt. Heiße Raumschlachten auch ohne Konsole. Klang verdammt gut.

Nun ist das X-Wing Miniaturen Spiel von Fantasy Flight Games (deutsch bei Heidelbär) nicht neu. Auch kannte ich es schon, als Wahrnehmung am Rande. Das es für meine Frau und mich bisher nicht in Betracht kam, liegt an unserer persönlichen Geschichte (und Erfahrung) mit Tabletop-Spielen. Bereits bemaltes (und sammelbares) wie Mage Knight war furchtbar schlecht, eine Dungeons und Dragons Version ebenfalls, selber bemalen mit Warhammer nett, aber teuer (und über den Wust an Regeln reden wir erst gar nicht). Kurz um, wie waren beim Auftauchen der ersten X-Wings auf der Spielemesse in Essen skeptisch distanziert. Was auch so blieb. Bis zu ebenen jenen Artikel. Mit Teil sieben in den Kinos erschien auch eine neue Grundbox von X-Wing, die passende Gelegenheit um neu einzusteigen.

Freitag war dann unser Paket da, gestern und heute Morgen vor dem Frühstück lieferten wir uns insgesamt vier sehr spannenden Schlachten — es steht zwei zu zwei, falls jemand fragt.

Ehrlich gesagt übertreibt der Artikel der GameStar nicht. Während ich diese Zeilen schreibe, pulsiert immer noch das Adrenalin in meinen Adern. Mein angeschlagener Tie-Fighter (der andere Pilot wurde von Ass der blauen X-Wing Stafel bereits recht früh ausgeschaltet), schaffte es, sich hinter der X-Wing zu klemmen und ihm drei kritische Treffer zu verpassen. Zu viel für den Piloten, der bereits vorher seine drei Schilde verloren hatte.

Bestellt haben wir uns gestern schon die alte Grundbox (Modelle plus Würfel sind schon einzeln teurer als ein zweites Basisspiel) und für meine Frau zudem den Millennium Falken. Mal schauen, wie sich das Imperium in den nächsten Wochen rüsten wird.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren