Der fremde Tote, Teil 8

Der fremde Tote, Teil 8

Ein Gruppe Weihnachtsmänner betrat lärmend die Filiale. Unwillkürlich zuckte Braun zusammen, der sich wieder vor einem leeren Kaffeebecher statt in Spanien befand. Es war nicht die Gruppe Weihnachtsmänner, die sich teils zur Bestellung an die Theke bewegten, während einige von ihnen nach freien Plätzen Ausschau hielten, sondern der eine, der draußen auf der gegenüberliegenden Seite in einem Hauseingang stand und zu Braun herüber starrte.

Dieser Blick ließ Braun frösteln. Die Gruppe Weihnachtsmänner mit dem Logo eines Paketzustellers auf dem Rücken dagegen nicht. Von der Aktion der Firma wusste Braun aus dem Lokalradio. Der ihm unbekannte Weihnachtsmann sah weiter herüber. Auch wenn ein Weihnachtsmann wie der andere aussah, diesen würde Braun unter all den anderen erkennen. Er trug die rote Hose nicht über den Schuhen, sondern hatte sie in die schweren Motorradstiefel gesteckt. Braun schluckte, sprang auf und ließ das Tablett an Ort und Stelle liegen. So schnell es ging lief er zum Eingang. Hinter sich hörte er das Fluchen einzelner Gäste, die er wohl angerempelt hatte. Als Braun endlich die Tür aufriss und ins Freie trat, war der Weihnachtsmann aus dem Hauseingang verschwunden. Gehetzt sah sich Braun um. Keine Spur von ihm. Ein Motorrad in der Fußgängerzone wäre zudem auch anderen aufgefallen.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren